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Die Repression in Tansania nimmt zu

Opposition, Medien und Menschenrechtsgruppen in großer Sorge

Am 3. September publizierte die größte tansanische Tageszeitung Mwananchi auf ihrer Titelseite ein schockierendes Foto. Es zeigte die Erschießung des als regierungskritisch bekannten Journalisten Daudi Mwangosi durch die tansanische Polizei am Vortag. Auf internationaler Ebene sorgte der Vorfall für Sorge und Erstaunen, gilt Tansania doch im Vergleich zu seinen afrikanischen Nachbarn als ein weitgehend stabiles und friedliches Land.

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Daudi Mwangosi, Reporter des nationalen Fernsehsenders Channel Ten, hatte in einem Dorf der zentraltansanischen Region Iringa das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Anhänger der größten tansanischen Oppositionspartei CHADEMA dokumentiert und war einem durch die Polizei bedrohten Kollegen zur Hilfe geeilt. Übereinstimmenden Augenzeugenberichten zufolge wurde Mwangosi daraufhin von mehreren Polizisten brutal zusammengeschlagen, zu Boden gedrückt und durch den Schuss einer Tränengaskartusche in den Unterleib getötet. Das Bild im Mwananchi zeigt die Szene unmittelbar vor dem tödlichen Schuss, die Authentizität des Fotos wird von mehreren Augenzeugen bestätigt und wurde von offizieller Seite nicht dementiert. Die tansanische Öffentlichkeit reagierte schockiert. Die internationale Gemeinschaft beobachtet angesichts des Vorfalls besorgt die weitere Entwicklung des Landes, das lange als ostafrikanischer Musterschüler galt. Beobachter und Kenner der politischen Entwicklung in Tansania betrachten den Tod des Journalisten dagegen keinesfalls als unglücklichen Einzelfall, sondern warnen seit Monaten vor einer zunehmenden Repression und Eskalation staatlicher Gewalt gegen die politische Opposition und regierungskritische Zivilgesellschaft.

Insbesondere die größte tansanische Oppositionspartei CHADEMA (Chama cha Demokrasia na Maendeleo, Partei für Demokratie und Fortschritt) ist seit ihrem starken Zuwachs bei den letzten Wahlen im Oktober 2010 immer wieder Ziel von repressiven Maßnahmen und unverhältnismäßiger Gewalt der tansanischen Polizei- und Sicherheitsbehörden. Wiederholt waren dabei zahlreiche Verletzte und vereinzelte Todesopfer zu beklagen.

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Daniel El-Noshokaty

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Auslandsbüro Tansania

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