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Zur Debatte um den Klimawandel in Chile

от Dr. Helmut Wittelsbürger

1.Wegen der Einleitung giftiger Substanzen einer Cellulosefabrik im Süden des Landes in zwei Flüsse mit Fisch- und Vögelsterben einerseits und der brisanten Debatte zur Energiepolitik mit dem geplanten Ausbau der Wasserkraft andererseits, hat die Stellung der ökologischen Bewegung in Chile in den letzten Jahren zugenommen. Dennoch ist das Umweltbewusstsein im Land weit unter dem Stand europäischer Länder. Im Rahmen des Regierungsprogrammes zur Steigerung der Energieeffizienz werden Anreize in der Bauwirtschaft für Wärmedämmung gesetzt. Unter anderen werden diese Initiativen mit einer Verringerung der Erderwärmung begründet. Deutsche Stellen, insbesondere die bilaterale Auslandskammer, aber auch die GTZ mit Programmen für technische Beratung der Nationalen Energiekommission und des Wirtschaftsministeriums, bemühen sich, das Bewusstsein für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen zu steigern. Auch diese Programme werden u. a. mit Argumenten aus der Klimaschutzdebatte begründet.

2.Der Stern Bericht und die IPCC Schlussfolgerungen fanden im Gastland nur geringe Aufmerksamkeit. Bedeutender für die Medienberichterstattung war allerdings die Vortragsreise durch Chile des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Vereinigten Staaten, Al Gore. Sein Film und seine Veröffentlichung werden in den hiesigen Medien breit diskutiert; sein Buch ist in Teilen als Sonderdruck einer Tageszeitung beigelegt.

3.Die intermediären Strukturen des Landes haben das Thema Klimaschutz noch nicht in seiner Bedeutung bei öffentlichen Verlautbarungen aufgegriffen. Dies gilt für Gewerkschaften, Unternehmerverbände aber auch für die politischen Parteien. Derweilen wird bei der Berichterstattung in den Medien über die Lieferkürzungen von Erdgas an Chile durch Argentinien und den Wasserkraftreserven, die Chile als Alternative für Energieerzeugung besitzt, auch das Thema Erderwärmung gestreift. Als eigenständiges Thema ist es jedoch noch nicht in der öffentlichen Debatte. Einige private Initiativen greifen die Möglichkeit des Kioto Protokolls auf und handeln mit Verschmutzungsrechten, die sich für Chile durch Aufforstung und Umweltschutzinvestitionen ergeben und dafür ausländische Nachfrage besteht. Chile ist Mitglied der Kioto-Vereinbarung von Anfang an. Ex Staatspräsident Ricardo Lagos wurde kürzlich in das internationale Gremium zum Klimaschutz der Vereinten Nationen als Mitglied aufgenommen.

4.Die Regierung des Gastlandes hat ein Aktionsprogramm 2006 mit dem Titel „Bedrohungen und Chancen des Klimawandel für Chile“ veröffentlicht. Außer der Gründung von Beratungsgremien für die Regierung und der Formulierung von angestrebten Zielen (Bewußtseinssteigerung in der Bevölkerung, Förderung von Erziehung und Wissenschaft im Themenbereich Klimawandel; Verbesserung der Beobachtung des Phänomens; Informationsaufbereitung zur Entscheidungsfindung; Schaffung von spezialisierten Institutionen; Technologieförderung; aktive Teilnahme an der internationalen Debatte; Aufnahme des Themas als Priorität für die bilaterale technische Zusammenarbeit) ist bisher davon nichts umgesetzt worden.

5.Die Geografie im Süden des Landes umfasst durch große zusammenhängende Gletschergebiete (Campos de Hielo Norte y Sur) das größte Süßwasserreservoir der Erde. Die Bedrohung für die Erdatmosphäre durch den mit der Emission von schädlichen Gasen verursachten Anstieg der Durchschnittstemperatur, führt zu einem bedrohlichen Abschmelzen der Eisfelder. Da die Grenzziehung zwischen Argentinien und Chile auf wandernden Gletschern nicht möglich ist (Kriterium des Wasserscheide), führt die mit der Erderwärmung verbundene Veränderung der Gletscherlandschaft zu gegenseitigen Gebietsansprüchen. Schon jetzt erhebt Argentinien seine Stimme und fordert Mitspracherechte beim geplanten Ausbau der chilenischen Wasserkraft im Süden. So führt der Klimawandel auch zu einer zusätzlichen Belastung im bilateralen Verhältnis.

Santiago de Chile, im Juni 2007

Dr. Helmut Wittelsbürger

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