Eigentlich hätten die für alle wahlberechtigten Argentinier verpflichtenden „elecciones primarias“ am 14. August 2011 vor allem der parteiinternen Kandidatenauswahl dienen sollen. Da die insgesamt zehn konkurrierenden Wahlbündnisse aber nur jeweils einen Präsidentschaftskandidaten ins Rennen geschickt hatten, wurden die Vorwahlen zu einer gigantischen „Sonntagsfrage“.
Rund 21 Millionen Argentinier, d.h. fast 78 Prozent der Wahlbevölkerung, taten mit Blick auf den 23. Oktober ihre Wahlabsicht kund. Denn erst dann schlägt die Stunde der Wahrheit, und es werden in allgemeinen Wahlen der Präsident, die Hälfte der nationalen Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren neu bestimmt. Außerdem finden an diesem Termin in einer Reihe von Provinzen – darunter in der weitaus bedeutendsten argentinischen Provinz Buenos Aires – Gouverneurs-, Parlaments- und Kommunalwahlen statt.
Die Antwort des befragten Wahlvolks lässt die Voraussage für den Ausgang des Präsidentschaftsrennens nicht mehr schwierig erscheinen. Viel eindeutiger hätte das Ergebnis der „Testwahl“ vom 14. August kaum ausfallen können: Cristina Fernández de Kirchner, Kandidatin der peronistischen Wahlplattform „Frente para la Victoria“ (FPV), bekam die Hälfte aller Stimmen und übertraf damit den magischen Wert von 45 Prozent, der die Wiederwahl im ersten Wahlgang ermöglichen würde, deutlich. Dabei schlug sie ihre nächstplatzierten Herausforderer um Längen. Der Abstand betrug rund 38 Prozentpunkte oder fast acht Millionen Stimmen!
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