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Kölner Stadt-Anzeiger gewinnt für Serie zur Kommunalwahl den Deutschen Lokaljournalistenpreis 2025

Jury würdigt die Berichterstattung als „herausragendes Beispiel“

Der Preis gilt als "Oscar" für Lokaljournalistinnen und -journalisten. 

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Die Konrad-Adenauer-Stiftung vergibt den Deutschen Lokaljournalistenpreis Jahrgang 2025 an den Kölner Stadt-Anzeiger für seine Serie „100 Ideen für Köln“ zur Kommunalwahl.

In der Jurybegründung heißt es zur Auszeichnung: „Kommunalwahlen sind nach wie vor eine der großen Herausforderungen für Regionalzeitungen. Immer steht die Frage: Wie das Thema am besten angehen? Gibt es überhaupt noch Geschichten, die nicht so oder so ähnlich schon tausend Mal erzählt wurden? Neue und kreative Ideen zu entwickeln, ist eine Herausforderung. Wie es geht, zeigt der Kölner Stadt-Anzeiger. Die Redaktion hat einfach mal den Spieß umgedreht: Nicht die Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt und das Parlament standen im Mittelpunkt ihrer Berichterstattung, sondern die Kölnerinnen und Kölner. […] Die Redaktion ist zum Akteur geworden, hat selbst das Thema gesetzt und das Stadtgespräch bestimmt. Und dem Kölner Stadt-Anzeiger ist etwas Besonderes gelungen: Er hat der oft eher als schwer verdaulich empfundenen Wahlberichterstattung etwas Leichtes, etwas Spielerisches verpasst. […] Die Serie des Kölner Stadt-Anzeigers ist ein herausragendes Beispiel, wie Regionalzeitungen zu einer lebendigen Demokratie vor Ort beitragen und die Menschen direkt mit einbeziehen können.“

Zweiter Preisträger ist die Saarbrücker Zeitung für ihre investigative Recherche zur „NVG-Affäre“. Investigativ-Reporter Michael Kipp und Co-Autor Lukas Taskiran hatten Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Umgang mit öffentlichen Mitteln bei der Neunkircher Verkehrsgesellschaft erhalten und mit ihren Recherchen begonnen. „Dass sie dabei nicht bei dem Grundskandal – den kostenlosen Busfahrten – stecken geblieben sind, sondern nach und nach strukturelle Missstände und ein jahrzehntelanges System von Missbrauch öffentlicher Mittel aufdeckten, das macht diese Recherche so außergewöhnlich“, schreibt die Jury. Die Arbeit beweise, „dass die lokale Presse ihrer Wächterfunktion gerecht werden kann, ihr gerecht werden muss und genau das auch tut.“

Der dritte Preis geht an den Berchtesgadener Anzeiger für „80 Jahre Kriegsende in Berchtesgaden“ und würdigt damit die herausragende Arbeit einer sehr kleinen Redaktion. Thomas Jander, einer von insgesamt nur vier Reportern in der Redaktion, hatte sich in diesem Jubiläumsjahr Großes vorgenommen: In Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Obersalzberg entwickelte er die Idee eines „Tickers“ rund um das Kriegsende, der über einen Zeitraum von knapp drei Wochen schilderte, was genau vor 80 Jahren in und um Berchtesgaden passiert war. „Damit hat die Redaktion einen Nerv getroffen. Ihr ist es gelungen, die Erinnerungen lebendig zu halten und viele Aspekte zu beleuchten, die heute kaum noch jemand kennt“, so die Jury.

Den Sonderpreis für Volontärsprojekte erhalten die sechs Volontärinnen und Volontäre der Freien Presse Chemnitz für ihr Projekt „Gehen oder Bleiben“, in dem sie den Jüngeren eine Stimme geben, für die diese Frage allgegenwärtig ist. „Starke Geschichten über junge Menschen, ein innovatives und ansprechendes Format“, lobt die Jury. Es sei „ein rundum gelungenes Projekt“, das zeige: „Guter Lokaljournalismus hat eine Zukunft.“

Die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, erklärt zu den diesjährigen Preisträgern: „Es gab bei diesem Wettbewerbsjahrgang sehr viele sehr gute Einreichungen. Die ausgezeichneten Beiträge sind so vielfältig wie das Leben. Und alle vier zeigen, was die große Stärke des Lokaljournalismus ist und sein muss: Er ist nah bei den Menschen, gibt ihnen eine Stimme, schaut den Mächtigen vor Ort auf die Finger, hält Geschichte und Geschichten lebendig – und stärkt damit ganz maßgeblich unser demokratisches Miteinander. Er ist und bleibt unverzichtbar.“

Zum Wettbewerb gab es insgesamt 281 Einsendungen aus dem Jahr 2025.

Von den 243 Einsendungen zum allgemeinen Wettbewerb haben es außer den Preisträgern noch folgende Arbeiten in die Endauswahl geschafft: die Westdeutsche Allgemeine Zeitung mit dem beeindruckenden Podcast „Am Abgrund – Die Thyssenkrupp-Story“; Die Rheinpfalz für die intensive Berichterstattung von Peter Pascal Portz aus dem sozialen Brennpunkt „Asternweg“; Der Neue Tag mit seiner spannenden Wirtschaftsberichterstattung über die Insolvenz eines der größten Arbeitsgeber in der Region; die Oberpfalz-Medien für ihre Reihe  „Aus Böhmischen Dörfern“ über die Menschen jenseits der deutsch-tschechischen Grenze; die Stuttgarter Zeitung für ihr  Film-, Online- und Print-Projekt zu 80 Jahren Kriegsende; die Neue Osnabrücker Zeitung für Marie Busses und Ankea Janßens investigative Recherche über sexualisierte Gewalt im Reitsport; die Hamburger Morgenpost für die investigative Recherche von Nina Gessner über die Pleite des Medizinunternehmens Miamedes und die Folgen für Patientinnen und Patienten.

Von den 38 Einsendungen zum Volontärswettbewerb erreichten zusätzlich zum Preisträger die Endauswahl: die Neue Osnabrücker Zeitung mit der einfühlsamen Serie „Liebe im Alter“ von Hannah Baumann; der Südkurier für die umfassende Reihe von Denis Pscheidl über „Klimaschutz – so wird’s was“; der Zeitungsverlag Waiblingen für den Podcast „Land unter“ von Clara Eisenreich ein Jahr nach dem verheerenden Hochwasser im Rems-Murr-Kreis.

Die Preise sollen im Spätherbst in Köln verliehen werden. Über das genaue Datum und den Ort werden wir rechtzeitig informieren. Weitere Informationen zum Deutschen Lokaljournalistenpreis gibt es hier.

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