Veranstaltungsberichte

HOLOCAUSTÜBERLEBENDE ROSA ROTENBERG BESUCHTE DIE PESTALOZZI SCHULE

Am 19. April 2016 schilderte Rosa Rotenberg, Überlebende des Holocausts, ihre Geschichte an der deutschen Schule.

Michael Röhrig, Direktor der Pestalozzi-Schule, legte zu Beginn der Veranstaltung seine Beweggründe für das Stattfinden der Veranstaltung dar: „Ich glaube, dass es sehr wichtig für alle Schüler ist, zumindest einmal im Leben mit einem Überlebenden des Holocaust gesprochen zu haben”. Neben dem Direktor nahmen auch Tomke Oetting, Geschichts- und Deutschlehrerin der Pestalozzi Schule, und Lidia Assorati, Koordinatorin des Bildungsprogramms der Internationalen Raoul Wallenberg-Stiftung teil. „Ein Überlebender des Holocaust zu hören, ist wie die Geschichte mit dem Hand zu tasten”, betonte Assorati.

Danach erklärte Rosa Rotenberg (74), dass die Etymologie der Begriffe „Holocaust” und „Shoah” verschiedene sei, obwohl sie als Synonyme benutzt werden. “«Holocaust» ist ein Opfer, das zu den Göttern mit Feuer gemacht wird, während das Wort «Shoah» aus dem Hebräischen kommt und «Katastrophe» bedeutet.

Rosa Rotenberg wurde 1941 im Warschauer Ghetto geboren. Die Wohnverhältnisse ihrer Eltern dort waren so schlecht, dass sie sich dafür entschieden, ihr sechs Monate altes Baby ihrer mütterlichen Tante in Obhut zu geben. Schlussendlich kam Rotenberg in ein Waisenhaus. Nach dem Krieg suchte ihr Vater sie an verschiedenen Orten, bis er sie schließlich in eben diesem Waisenhaus fand. Zusammen reisten sie nach Paris und Jahre später nach Buenos Aires, wo sie heute lebt.

Rotenberg studierte und lehrte Biochemie an der Universität von Buenos Aires (UBA). Inzwischen ist sie verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder und fünf Enkelkinder. Im September letzten Jahres kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und fand dabei heraus, was mit ihrer Mutter passiert war: Sie erlag einer Krankheit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Zuvor hatte sie in mehreren Konzentrationslagern gearbeitet.

Vergangene Woche flog Rotenberg nach Washington. Dort beabsichtigt sie im Holocaust-Museum weiter über ihre Vergangenheit zu forschen. „Meine Geschichte ist noch nicht zu Ende”, hielt sie abschließend fest.

Ansprechpartner

Olaf Jacob

Olaf Jacob

Leiter des Auslandsbüros Argentinien

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