Der Text unterscheidet zwei Ansätze, die häufig miteinander verwechselt werden. Eine offene Justiz beruht auf Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung. Eine menschenzentrierte Justiz hingegen erfordert, dass Dienstleistungen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden, die sie in Anspruch nehmen. Auf dieser Grundlage stellt die Publikation rund dreißig dokumentierte Praktiken aus zehn Ländern vor – darunter offene Justizdatenportale, mobile Gerichte und Ausschüsse von Nutzerinnen und Nutzern – und ordnet sie sechs Handlungsfeldern zu. Die Autorinnen sprechen bewusst von vielversprechenden Ansätzen und nicht von bewährten Praktiken. Der Grund dafür wird von ihnen selbst hervorgehoben: Für kaum eine dieser Maßnahmen gibt es öffentlich zugängliche Evaluierungsmechanismen, anhand derer sich feststellen ließe, ob sie tatsächlich wirksam waren.
Aus dieser Bestandsaufnahme ergibt sich ein Gedanke, der sich durch alle Kapitel zieht: Die Öffnung der Justiz schwächt die Autorität der Justiz nicht, sondern stärkt ihre Legitimität. Dabei hängt sie weniger von den verfügbaren finanziellen Mitteln ab als von der Bereitschaft der Institutionen, sich öffentlicher Kontrolle zu stellen.