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Energiepreis-Schock: Was eine resiliente Energiewende leisten muss

Eine resiliente Energiewende sollte geopolitischen Preisschocks standhalten können und gegenüber billigen fossilen Energien wettbewerbsfähig sein

Der Energiepreis-Schock legt Deutschlands strukturelle Marktschwächen offen. Während Geopolitik die Energiepreise treibt, gefährden ausufernde Systemkosten und staatliche Abgaben unsere Wirtschaftssubstanz. Eine resiliente Energiewende wirkt dem entgegen und ist auch bei sinkenden fossilen Preisen wettbewerbsfähig. So lässt sich unser Industriestandort sichern und verhindert, dass Klimaschutz durch den Verlust wertvoller Wertschöpfung erkauft wird.

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Energiepreis-Schock

Als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels auf den Iran reagiert Teheran mit Gegenangriffen auf mehrere Golfstaaten und mit der Blockade der Straße von Hormus. Diese Reaktion trifft die globale Energieversorgung an einem ihrer sensibelsten Knotenpunkte: Der Tankerverkehr stockt, Lieferketten werden gestört, die Märkte preisen höhere Risiken ein – und die Preise für Öl und Gas steigen spürbar. Das Inflationsrisiko entlang globaler Lieferketten nimmt zu.

An deutschen Tankstellen zeigen sich die Auswirkungen unmittelbar. Zwar sind Öl- oder Gasengpässe für Deutschland nicht zu erwarten, die steigenden Energiekosten wirken sich aber – je länger der Krieg andauert – negativ auf unsere Gesamtwirtschaft aus. Und das in einer Situation, in der Deutschland bereits seit Jahren im weltweiten Vergleich mit die höchsten Energiekosten zu bewältigen hat.

Vor diesem Hintergrund dominiert in der öffentlichen Debatte die verkürzte Gleichung: „mehr Erneuerbare = weniger Abhängigkeit = günstigerer Strom“. Richtig ist: Erneuerbare Energien senken Importrisiken. Falsch ist die Annahme, damit erledige sich die Kostenfrage kurzfristig von selbst. Erneuerbare Energien brauchen Infrastruktur, die in Deutschland mittlerweile gigantische Kosten zur Folge hat. Der Strompreis wird zunehmend von staatlich induzierten Systemkosten getrieben – Netzentgelten, Umlagen, Eingriffen zur Netzstabilisierung und der Komplexität des Förder und Regulierungsrahmens. Es sind nicht einzelne Preisspitzen an den Rohstoffmärkten, die den Strom dauerhaft teuer machen und unsere Wirtschaftssubstanz gefährden, sondern strukturelle Ineffizienzen.

 

Kosten abfedern

Die Politik hat bereits reagiert – unter anderem mit subventionierten Entlastungen bei Netzentgelten und dem Industriestrompreis, die die Kosten für Verbraucher und Industrie abfedern. Gleichzeitig sollen strukturelle Reformen den Ausbau der erneuerbaren Energien stärker an den Netzausbau koppeln, um die Systemkosten und letztlich Subventionen zu senken.

Eine nachhaltige Energiepolitik muss also nicht nur Emissionen senken, sondern zugleich die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit künftiger Generationen sichern. Dafür braucht es Innovation und Wettbewerbsfähigkeit statt Deindustrialisierung und dauerhafter Staatsfinanzierung, damit die Energiewende widerstandsfähiger gegenüber externen Preisschocks wird.

 

Billige fossile Energie

Zugleich wird eine resiliente Energiewende auch daran gemessen werden müssen, inwieweit sie fallenden Preisen für fossile Energieträger standhält. In der aktuellen Situation sicherlich schwer vorstellbar. Nach einem Kriegsende könnten jedoch zusätzliche Kapazitäten und normalisierte Handelsströme das Angebot weltweit an Öl und Gas erhöhen.

Der Iran hat trotz Sanktionen in den vergangenen Jahren beachtliche Exportvolumina erreicht; eine Lockerung oder faktische Normalisierung würde den Markt weiter entspannen. Auch Venezuela könnte wieder zu einem relevanten Angebotsfaktor werden – mit allen operativen Unwägbarkeiten. Gleichzeitig entwickeln sich die USA immer stärker zu einem dominierenden globalen Energieexporteur.

In einem Umfeld günstiger fossiler Energieträger wirkt ein teuer organisiertes Stromsystem wie ein selbst gewählter Wettbewerbsnachteil für unseren Standort. Eine resiliente Energiewende muss deshalb sicherstellen, dass kumulierte Systemkosten und staatlich induzierten Preisbestandteile das Niveau der globalen fossilen Konkurrenz nicht dauerhaft übersteigen, um Deindustrialisierung und Akzeptanzverlust am Stand-ort zu verhindern.

 

Bezahlbar unter Stress

Die Lehre lautet daher: Es reicht nicht, Moleküle und Elektronen aus anderen Quellen zu beziehen. Entscheidend ist, ob das Gesamtsystem unter Stress bezahlbar bleibt und ohne Stress wettbewerbsfähig ist. Das erfordert präzisere Preissignale, die Flexibilität belohnen statt sie abzuregeln; einen Netzbetrieb, der Engpässe an der Quelle reduziert und ein Förder wie Regelsystem, das mit weniger Komplexität auskommt. Anders gesagt: weniger Reparatur über den Bundeshaushalt, dafür mehr Markt.

Dazu gehört auch Ehrlichkeit in der Kommunikation. Wer der Öffentlichkeit suggeriert, Strom werde durch den bloßen Zubau erneuerbarer Anlagen automatisch günstiger, weckt Erwartungen, die das reale System nicht einlösen kann. Das gefährdet am Ende die Akzeptanz – und damit die Geschwindigkeit der Transformation selbst.

Dieser aktuelle Preisschock ist einmal mehr ein Weckruf für eine generationengerechte Realpolitik, die marktwirtschaftliche Resilienz in den Vordergrund rückt. Gelingt das, wird die Energiewende zur Standortstärke – auch dann, wenn Öl und Gas wieder billig sind. Misslingt es, droht das Gegenteil: Emissionen sinken nicht durch Innovation, sondern durch Schrumpfung industrieller Wertschöpfung. Das kann aber niemand wollen.

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Επικοινωνία Dr. Christian Hübner
Dr. Christian Hübner
Leiter Abteilung Globale Ressourcen und Nachhaltigkeit
christian.huebner@kas.de +49 30 26996 3264

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