Beistand erfährt Venezuela nur vom ebenfalls sozialistisch regierten Uruguay. Dort hält man im Umgang mit dem von der Weltgemeinschaft nahezu verstoßenen Regime in der Karibik an der bewährten Strategie fest: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.
Nicolás Maduro kennt die Einsamkeit, und echte Feinde waren dem venezolanischen Präsidenten bisher stets mindestens so wichtig wie gute Freunde. Feinde, das lernt ein angehender Populist quasi schon in der Grundausbildung, sind unverzichtbar, wenn es mal wieder schlecht läuft im Lande und jemand schuld daran sein muss. Venezuelas autoritäre, linksnationale Regierung ist bei der Auswahl von Gegnern seit jeher wenig wählerisch: Es zählt jeder dazu, der anderer Meinung ist, ob er nun im Land lebt oder nicht, wobei oppositionelle Venezolaner nach offizieller Lesart Marionetten äußerer Mächte sind.
Auf dem Kontinent hat sich Maduro lange so frei und beschützt fühlen können wie sein Vorgänger Hugo Chávez, der 2013 verstorbene Staatschef, der den Sozialismus des 21. Jahrhunderts für sich entdeckt hatte. Lateinamerika tickte schließlich links, und mancherorts – etwa im Kirchnerland Argentinien – war das schon damals wirtschaftlich ramponierte Venezuela sogar ein Vorbild. Demokratie? Menschenrechte? Presse- und Meinungsfreiheit? Solche Forderungen nahm Maduro gern mit Humor, jedenfalls keine Sekunde lang ernst.
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