In einer repräsentativen Umfrage ist die Konrad-Adenauer-Stiftung der Frage nachgegangen, wie sich nach Ansicht der Bevölkerung Zugewanderte integrieren sollen und was die einheimische Bevölkerung dazu beiträgt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Vergleich von Deutschen ohne Migrationshintergrund, Deutschen mit Migrationshintergrund und Ausländerinnen bzw. Ausländern.
Multikulturalismus als Vorstellung, wonach vor allem die Aufnahmegesellschaft für gleiche Lebenschancen von Zugewanderten und Einheimischen zu sorgen hat, findet in der Bevölkerung keine verbreitete Unterstützung. Die klare Erwartung an Zugewanderte, die deutsche Sprache zu erlernen, hat sehr breite Zustimmung. Auch eine kulturelle Anpassung wird erwartet, wenn auch nicht mit gleichem Nachdruck. Ein enges Assimilationskonzept, wonach die Zugewanderten sich umfassend in die Aufnahmegesellschaft einfügen sollen, hat aber ebenfalls keine starke Zustimmung. Verbreitet ist die Ansicht, die Zugewanderten sollten sich tendenziell anpassen. Dabei haben die Deutschen ohne Migrationshintergrund verbreitet ein Interesse, auf Zugewanderte zuzugehen und so die Integration zu unterstützen.
Die Einstellungen zur Integration sind bei Deutschen ohne Migrationshintergrund, Deutschen mit Migrationshintergrund und Ausländerinnen bzw. Ausländern recht ähnlich. Die drei Gruppen sind in ähnlichem Maße der Ansicht, Zugewanderte sollten die deutsche Sprache lernen und sich tendenziell kulturell anpassen. Verbreitet wird der Einfluss von Zugewanderten auf die Kultur ausgewogen beurteilt oder als Bereicherung angesehen.
Über verschiedene Einstellungen zur Integration hinweg zeigen sich drei Haltungen zur Integration:
- Die Integrationsoffenen haben eine Haltung, die durch Toleranz und die Erwartung einer tendenziellen Anpassung geprägt ist. Sie erwarten Spracherwerb und eine tendenzielle kulturelle Anpassung. Gleichzeitig empfinden sie sichtbare kulturelle Unterschiede nicht als unangenehm und haben tendenziell Interesse an einem Umgang mit Zugewanderten.
- Die Integrationsaktiven erwarten ebenfalls von Zugewanderten, die deutsche Sprache zu erlernen, aber in Bezug auf eine kulturelle Anpassung sind sie zurückhaltender. Dafür ist ihnen der Umgang mit Zugewanderten besonders wichtig.
- Die Integrationsfordernden als dritte und kleinste Gruppe sehen vor allem die Zugewanderten in der Pflicht sich anzupassen, während die Integrationsfordernden selbst bei einem Umgang mit Zugewanderten zurückhaltend sind.
Lesen Sie die ganze Analyse: „Integrationsvorstellungen in der Bevölkerung – Repräsentative Umfrage über Vorstellungen zum Zusammenleben von Zugewanderten und Einheimischen“ hier als PDF.
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Die Reihe Monitor behandelt übersichtlich jeweils ein Schwerpunktthema aus der Perspektive der KAS-Expertinnen und -Experten und ordnet es anhand weniger „Punkte zum Mitnehmen“ in den politischen und gesellschaftlichen Kontext ein.
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Die Beiträge erscheinen ausschließlich online und können daher nicht bestellt werden.
Derzeitige Themenschwerpunkte sind „Entwicklungspolitik“, „Nachhaltigkeit“ und „Wahl- und Sozialforschung“. Die Beiträge dieser Unterreihen haben wir zusätzlich zur Gesamtreihe auf eigenen Übersichtsseiten für Sie dargestellt.