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Demokratieverständnis in Deutschland

kohta Viola Neu

Auswertung einer repräsentativen Umfrage

Die Geburtstagsfeierlichkeiten anlässlich des 60. Geburtstages der Bundesrepublik sind im vollen Gange. Und laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung sind die Gäste sehr zufrieden mit dem Jubilar und dessen Befinden: Über 90 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland sehen in der Bundesrepublik eine Erfolgsgeschichte.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin sagte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Bernhard Vogel: „Die Umfrage ist unser Beitrag zu diesem Jubiläum. Sie zeigt, dass ein großer Teil der Befragten stolz ist auf die Entwicklung der Bundesrepublik.“ Die Ergebnisse hätten ihn teilweise vor dem Hintergrund der Folgen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise überrascht. So sei das Vertrauen in die gegenwärtige Situation erstaunlich groß.

Vogel betonte, dass die Ergebnisse zudem belegen würden, dass „von einem den Ostdeutschen übergestülpten Grundgesetz“ überhaupt keine Rede sein könne. Drei Viertel der Wahlberechtigten in den Neuen Ländern teilten den festgeschriebenen Grundwertekanon. Die Parteien- und Wählerforscherin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Viola Neu ergänzte: „Die Wertschätzung demokratischer Prinzipien macht deutlich, dass ein Systemwechsel nicht mehrheitsfähig ist. Wir haben ein solides Fundament an Werten, Wertschätzungen und Überzeugungen.“ Es bestehe kein Anlass zu Pessimismus, so Neu abschließend.

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:

  • 90 Prozent sind der Ansicht, dass 60 Jahre bundesrepublikanische Geschichte eine Erfolgsgeschichte sind
  • zwei Drittel der Deutschen sind stolz auf die Bundesrepublik. (Westdeutschland 69 Prozent, Ostdeutschland 57 Prozent)
  • 73 Prozent empfinden Stolz, wenn sie nach der Verfassung gefragt werden.
  • Die grundsätzliche Zustimmung zur Bundesrepublik als solider, sozialer und freier Staat, in dem man gerne lebt und den es zu verteidigen lohnt, ist erheblich. Fast alle Deutschen (94 Prozent) leben gerne in der Bundesrepublik. 92 Prozent sind der Ansicht, die Bundesrepublik sei ein freier Staat. 89 Prozent sagen, sie sei ein solider Staat.
  • Die Deutschen in Ost- und Westdeutschland eint die gleiche Sicht auf den Grundrechtskanon: Rechtsstaatlichkeit, Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Eigentumsfreiheit.
  • Die Wirtschaftskrise hat ihre Spuren auch in der gestiegenen Bedeutung einiger Aussagen zum Sozialstaaat hinterlassen. Im Vergleich zu 1999 ist etwa das Bedürfnis, dass der Staat eine möglichst umfassende soziale Sicherheit gewährleisten soll um 27 Punkte angestiegen.
Die Umfrage wurde vom 17. bis 19. März 2009 von Infratest dimap durchgeführt. Es wurden insgesamt 1.292 Wahlberechtigte befragt, davon 776 in den alten und 516 in den neuen Ländern.

 

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Dr. Viola Neu

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Stellvertretende Leiterin Analyse und Beratung,
Leiterin Wahl- und Sozialforschung

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

erscheinungsort

Berlin Deutschland