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Business as usual im Chaco? - Paraguay vor den Wahlen

kohta Kristin Wesemann, Sören Soika
Von außen kaum beachtet wählt das südamerikanische Binnenland am Sonntag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Während in anderen Ländern der Region Außenseiterkandidaten mit teils radikalen Positionen für Schlagzeilen sorgen, scheinen in Paraguay mit colorados und Liberalen die Traditionsparteien das Rennen untereinander auszumachen. Deren Spitzenleute Mario Abdo Benítez und Efraín Alegre repräsentieren geradezu prototypisch das parteipolitische Establishment.

Lateinamerikanische Wahlkämpfe werden anderswo selten aufmerksam verfolgt. Es braucht schon besondere Zutaten, damit sich die Augen der Welt auf den Kontinent richten: zum Beispiel einen fundamentalistischen Evangelikalen, der wie jüngst in Costa Rica vom Einzug in den Präsidentenpalast träumt (und scheitert); oder den guatemaltekischen Komiker, der nicht ernst genommen wird und am Ende tatsächlich gewinnt.

Wenn das politische Rennen in Paraguay in den vergangenen Wochen kaum ein Echo jenseits der eigenen Staatsgrenzen hervorgerufen hat, dann auch, weil derartige Zutaten weitgehend fehlten. Zugespitzt könnte man sagen, dass der Wahlkampf ähnlich unspektakulär war wie die Savannenlandschaft des Chaco, die Paraguays Westen prägt.

Bis zu sechs Wahlzettel werden die stimmberechtigen Bürger am 22. April in den Händen halten. Zu bestimmen sind: ein neues Tandem aus Staats- und Vizepräsident, neue Senatoren und Abgeordnete für die beiden Parlamentskammern, Abgeordnete für das Parlament des südamerikanischen Integrationsbündnisses Mercosur sowie Regierungschefs und Parlamente für die regionalen Gebietskörperschaften. Überraschungen werden nicht erwartet, und das wäre im Grunde fast eine besondere Nachricht: Während ringsum Außenseiter oder relativ neue Kräfte Erfolge feiern, wählt Paraguay voraussichtlich das Vertraute.

Den vollständigen Länderbericht zu den Wahlen in Paraguay können Sie als PDF herunterladen.

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Dr. Kristin Wesemann

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reede, 2. märts 2018. a
Lateinamerika vor dem Superwahljahr

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