Detalji
Die jährliche Kiel Security Conference dient als hochrangige Plattform für den Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern, Militärführungen, Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft zu drängenden internationalen Sicherheitsherausforderungen.
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine bleibt die bedeutendste und unmittelbarste Herausforderung für die europäische Sicherheit und prägt weiterhin das strategische Umfeld des Kontinents.
Über das eigentliche Kriegsgeschehen hinaus hat Russland seine hybriden Operationen in Europa intensiviert – darunter Cyberangriffe, Desinformationskampagnen, Sabotageakte sowie anhaltende Bedrohungen kritischer Infrastruktur, die für die EU im Jahr 2026 als Risiken mit höchster Priorität eingestuft werden.
Der maritime Raum ist dabei besonders verwundbar geworden. Das Schwarze Meer bleibt ein Schwerpunkt militärischer Konfrontationen sowie von Blockaden und Angriffen auf zivile Schifffahrt, mit unmittelbaren Auswirkungen auf die regionale und globale Sicherheit. Gleichzeitig destabilisieren hybride Operationen, Bedrohungen kritischer Unterwasserinfrastruktur sowie der Einsatz sogenannter Schattenflotten weiterhin die Ostsee. Auch in der Arktis und im Hohen Norden entsteht neuer geostrategischer Druck. Russland baut seine militärische Präsenz und hybriden Bedrohungsaktivitäten in der Region aus, während China seine Präsenz durch Dual-Use-Forschung, zivil-militärische Fusionsinitiativen sowie strategisches wirtschaftliches Engagement verstärkt.
Gleichzeitig sieht sich Europa mit weiteren globalen Risiken konfrontiert, die das sicherheitspolitische Umfeld zusätzlich verschärfen: einem möglichen Rückzug der USA aus ihrer Rolle als wichtigster Sicherheitsgarant Europas, der steigenden Wahrscheinlichkeit eines China-Taiwan-Konflikts mit direkten Auswirkungen auf die europäische Stabilität sowie zunehmenden Cyberverwundbarkeiten und Desinformationsbedrohungen. Diese Entwicklungen verdeutlichen Europas wachsende Anfälligkeit gegenüber außereuropäischen Krisen.
Vor dem Hintergrund dieser verschränkten Herausforderungen – und sich verändernder sicherheitspolitischer Prioritäten der USA – müssen die europäischen Staaten ihre Bemühungen beschleunigen, glaubwürdige Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten gegenüber Russland als Hauptbedrohung aufzubauen. Gleichzeitig sollten sie ihre Resilienz gegenüber hybriden, cyberbezogenen und infrastrukturellen Risiken stärken sowie ihre Fähigkeit verbessern, auf globale Krisen zu reagieren.
Program
08:00 – 09:00 | Registrierung und Begrüßungskaffee
09:00 – 09:10 | Konferenzeröffnung und Begrüßungsworte
Annegret Kramp-Karrenbauer
Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung
Dr. Ben Schreer
Geschäftsführer, The International Institute for Strategic Studies (IISS) Europe
09:10 – 10:00 | Keynotes und High-Level Conversation
I.E. Oana-Silvia Țoiu
Außenministerin Rumäniens
I.E. Dr Johann Wadephul
Außenminister Deutschlands
Moderation:
Dr. Ben Schreer
Geschäftsführer, The International Institute for Strategic Studies (IISS) Europe
10:00 – 11:00 | Panel I: Ostsee und Schwarzes Meer – Unterschiedliche Herausforderungen, gemeinsame Lösungen
Die Europäer übernehmen zunehmend Verantwortung für die Verteidigung ihrer maritimen Räume. Von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer sehen sich beide Regionen immer dynamischeren und komplexeren Bedrohungen gegenüber. In der Ostsee handelt es sich dabei überwiegend um hybride Bedrohungen, während das Schwarze Meer durch konventionelle Kriegsführung geprägt ist. Dieses Panel untersucht, wie gewonnene Erkenntnisse, bewährte Verfahren und koordinierte Ansätze die maritime Abschreckung und Verteidigung in beiden Regionen stärken können und welche gemeinsamen Lösungen für unterschiedliche Herausforderungen bestehen.
Niclas Herbst
Mitglied des Europäischen Parlaments
Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung
Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe
Lesya Orobets
Direktor der Nichtregierungsorganisation ,,Price of Freedom'',
ehemaliges Mitglied des ukrainischen Parlaments
I.E. Audra Plepytė
Stellvertretende Außenministrerin Litauens
Prof. Mitat Çelikpala
Vize-Rektor, Kadir Has Universität, Türkei
Vizeadmiral Jeffrey T. Anderson
Kommandeur der 6. Flotte der Vereinigten Staaten,
U.S. Naval Forces Europe and Africa
Moderation:
Thomas Birringer
Leiter des KAS-Büros Ukraine
11:00 – 11:30 | Kaffeepause und Networking
11:30 – 11:45 | Hochrangige Keynote
I.E. Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir
Außenministerin Islands11:45 – 12:45 | Panel II: Schutz der Arktis und des Hohen Nordens
Die zunehmenden militärischen Aktivitäten Chinas und Russlands in der Arktis und im Hohen Norden geben den NATO-Verbündeten Anlass zur Sorge. Dieses Panel beleuchtet die konkreten Handlungen und Risiken, die von Russland und China in der Arktis und im Hohen Norden ausgehen, einschließlich militärischer Machtdemonstrationen, hybrider Aktivitäten sowie Herausforderungen für die Freiheit der Schifffahrt und kritische Infrastrukturen. Zudem wird erörtert, wie die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten gemeinsam Stabilität und Sicherheit im Hohen Norden gewährleisten können.
Sprecherinnen und Sprecher:
Eivind Vad Petersson
Staatssekretär im Außenministerium Norwegens
James Bezan
Mitglied des kanadischen Unterhauses
Vizeadmiral Jan Christian Kaack
Inspekteur der Deutschen Marine
Vizeadmiral Robert G Pedre CB
Kommandeur des Alliierten Seekommandos (MARCOM), NATO
Moderation:
Nick Childs
Senior Fellow für Seestreitkräfte und Maritime Sicherheit,
The International Institute for Strategic Studies (IISS)
12:45 – 13:45 | Mittagspause
13:45 – 14:00 | Hochrangige Keynote
I.E. Margus Tsahkna
Außenminister der Republik Estland
14:00 – 15:15 | Panel III: Die Zukunft der europäischen Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit
Angesichts der veränderten Sicherheitsprioritäten der USA übernehmen die Europäer zunehmend Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents. Die europäischen Verbündeten müssen bestehende Fähigkeitslücken in den Bereichen Aufklärung, Überwachung und Nachrichtengewinnung rasch schließen, ihre Fähigkeiten zur Präzisionsschlagkraft ausbauen und die konventionellen sowie nuklearen Streitkräfteanforderungen im Rahmen einer neuen transatlantischen Abschreckungsarchitektur neu bewerten. Dieses Panel untersucht, wie die europäischen Verbündeten die multidimensionale Abschreckung innerhalb eines NATO-Rahmens stärken und eine wirksamere Arbeitsteilung entwickeln können.
I.E. Margus Tsahkna
Außenminister der Republik Estland
Thomas Röwekamp
Mitglied des Deutschen Bundestages,
Vorsitzender des Verteidigungsausschusses
Alice Rufo
Beigeordnete Ministerin beim Minister für die Streitkräfte und Veteranen, Ministerium der Streitkräfte, Frankreich
Paweł Ksawery Zalewski
Staatssekretär, Verteidigungsministerium, Polen
Georg Georgiew
Mitglied der Bulgarischen Nationalversammlung
Moderation:
Dr. Christina Krause
Leiterin der Hauptabteilung Internationale Politik und Sicherheit
Konrad-Adenauer-Stiftung15:15 – 15:30 | Schlusswort
Ovdje možete preuzeti program: Kiel Security Conference 2026