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Demokratie, Freiheit, Europa: Wanderausstellung zu Konrad Adenauer im Thüringer Landtag eröffnet

od Lennert Schmeer
Am 18. August wurde im Thüringer Landtag die Wanderausstellung „Demokratie, Freiheit, Europa. Konrad Adenauer“ anlässlich Konrad Adenauers 150. Geburtstag feierlich eröffnet. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bad Honnef entwickelt. In den Redebeiträgen wurde an Adenauers Leben und sein politisches Erbe erinnert, aus dem auch heute noch, fast 60 Jahre nach seinem Tod, Lehren gezogen werden können.

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Am 18. August wurde im Thüringer Landtag die Wanderausstellung „Demokratie, Freiheit, Europa. Konrad Adenauer“ anlässlich des 150. Geburtstags des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland feierlich eröffnet. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bad Honnef entwickelt.

 

Zur Eröffnung sprachen der Präsident des Thüringer Landtags, Dr. Thadäus König, Dr. Stefan Vesper, Vorsitzender der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, sowie Maja Eib, Landesbeauftragte und Leiterin des Politischen Bildungsforums Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung. Der anschließende Empfang war außerordentlich gut besucht. Über 100 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter auch eine Auszubildendenklasse des DEHOGA-Kompetenzzentrums.

 

Redebeiträge

Dr. Thadäus König: Aktuelle Fragen einer lebendigen Demokratie

In seiner Rede erinnerte Dr. König daran, dass die großen Fragen, die Konrad Adenauer während seiner Amtszeit als Bundeskanzler beschäftigten, aktueller denn je seien: „Wie bewahren wir unsere Demokratie? Was bedeutet Freiheit in Verantwortung? Und wie sichern wir Frieden und Zusammenhalt in Europa?“ Die Ausstellung, die unter dem Motto „Demokratie, Freiheit, Europa. Konrad Adenauer“ steht, lade dazu ein, zu entdecken, wie Adenauer diese Fragen zu seiner Zeit beantwortete. Dabei begann Adenauers politisches Wirken nicht erst mit seiner Kanzlerschaft. Als langjähriger Oberbürgermeister von Köln (1917 bis 1933) stellte er seine politischen Fähigkeiten bereits früh unter Beweis, bevor er 1933 von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben wurde. Auch während der Zeit des Nationalsozialismus blieb Konrad Adenauer seinen christlich-demokratischen Grundüberzeugungen treu. Bereits 1946 formulierte er sein Verständnis von Demokratie als mehr als nur eine Regierungsform. Für ihn war sie eine Weltanschauung, deren Kern die Achtung der Würde und der Rechte jedes einzelnen Menschen bildet. Der Landtagspräsident lud die Anwesenden dazu ein, diesem Leitbild, das seine Wurzeln sowohl im christlichen Menschenbild als auch in den Ideen der Aufklärung hat, auch heute zu folgen. Zugleich äußerte er die Sorge, dass insbesondere der Respekt vor den Meinungen politischer Mitbewerber sowohl im parlamentarischen Alltag als auch in der Gesellschaft zunehmend verloren gehe. Darüber hinaus verwies er auf Adenauers Leistungen bei der Westbindung Deutschlands, die den Weg für ein geeintes und friedliches Europa ebneten. Zu den zentralen Elementen seiner Außenpolitik gehörte ebenso die Übernahme deutscher Verantwortung für die Verbrechen der NS-Zeit. Dies umfasste nicht nur die Anerkennung der Schuld, sondern auch die Aussöhnung mit den europäischen Nachbarn sowie mit Israel. In diesem Zusammenhang erinnerte Dr. König an das Luxemburger Abkommen von 1952, das Entschädigungsleistungen Deutschlands an Israel und jüdische Organisationen regelte. Dessen 70-jähriges Jubiläum hatte der Thüringer Landtag im Jahr 2024 gewürdigt. Abschließend fasste Dr. König Adenauers politisches Vermächtnis mit den Worten zusammen: „Nach Diktatur und Krieg stand Konrad Adenauer für einen politischen Neuanfang, der Deutschland fest in die westliche Wertegemeinschaft einband.“

 

Dr. Stefan Vesper: Das politische Erbe bewahren

Dr. Stefan Vesper griff in seinem Redebeitrag den politischen Werdegang Adenauers auf und verwies auf zahlreiche bis heute sichtbare Zeugnisse seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Köln. Dazu zählen unter anderem die Kölner Grüngürtelanlagen.

Anschließend gab er einen Überblick über die Ausstellung und lud die Gäste dazu ein, Adenauers Wohnhaus in Rhöndorf bei Bad Honnef zu besuchen, das heute von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus als Museum betrieben wird. Das Gebäude enthält noch immer große Teile der originalen Inneneinrichtung und vermittelt einen authentischen Eindruck vom privaten Leben des Staatsmannes. Darüber hinaus verwies er auf weitere Gedenkstätten, die das politische Erbe ehemaliger deutscher Staatsoberhäupter und Regierungschefs bewahren. So ist beispielsweise das Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart als Museum eingerichtet, und auch in Hamburg-Langenhorn kann man Helmut Schmidts Wohnhaus besichtigen. In seinem Appell an die Gäste betonte Dr. Vesper die Bedeutung eines parteiübergreifenden Engagements für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

Maja Eib: Adenauer als Erfinder und Pragmatiker

Die Landesbeauftragte der Konrad-Adenauer-Stiftung Thüringen, Maja Eib stellte in ihrem Beitrag eine weniger bekannte Seite Konrad Adenauers vor. Neben seiner Rolle als bedeutender Staatsmann sei er auch Erfinder und leidenschaftlicher Gärtner gewesen.

So entwickelte Adenauer 1915 als damaliger Erster Beigeordneter der Stadt Köln das sogenannte „Adenauerbrot“. Obwohl es geschmacklich nicht besonders überzeugte, sollte es dazu beitragen, die kriegsbedingte Lebensmittelknappheit zu lindern. Mit demselben Ziel beschäftigte er sich auch mit alternativen Nahrungsmitteln und gilt als Mitentwickler einer frühen Form der Sojawurst. Diese Beispiele nutzte Maja Eib als Überleitung, um sich direkt an die anwesenden Auszubildenden des DEHOGA-Kompetenzzentrums zu wenden. Sie ermutigte die jungen Gäste, auch in ihrem eigenen Berufsfeld kreativ zu denken und neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

 

Im Anschluss an die Redebeiträge wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Dr. Stefan Vesper gab den Gästen und im Anschluss auch der Auszubildendenklasse eine exklusive Führung durch die Ausstellung und berichtete über weitere Facetten der Persönlichkeit Konrad Adenauers.

 

Zur Ausstellung

Die Ausstellung richtet sich insbesondere an junge Besucher und dokumentiert Konrad Adenauers Leben in sieben Stationen. Interaktive Elemente laden dazu ein, sich aktiv mit seiner Biografie und seinem politischen Wirken auseinanderzusetzen.

Von Kindheit und Jugend über seine Tätigkeit in der Kölner Kommunalpolitik bis hin zu seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus werden prägende Stationen seines Lebens anschaulich dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wiederaufbau von Demokratie und Wirtschaft im Nachkriegsdeutschland. Dabei wird erläutert, welche politischen Entscheidungen getroffen wurden, um die Herausforderungen jener Zeit zu bewältigen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Adenauers Amtszeit als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Thematisiert werden sein Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, sein Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus sowie die Aussöhnung mit Israel.

Auch Adenauers außenpolitisches Wirken spielt eine zentrale Rolle. Seine Politik der Westbindung sowie die deutsch-französische Aussöhnung legten wichtige Grundlagen für die europäische Einigung und das Europa, wie wir es heute kennen.

Eine Mitmachstation am Ende der Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst aktiv zu werden und ein eigenes Wahlplakat zu gestalten.

 

Die Ausstellung war bis zum 1. September im Thüringer Landtag zu sehen.

 

Wer die Ausstellung dort verpasst hat, erhält vom 6. bis 24. November im Grenzlandmuseum Eichsfeld erneut Gelegenheit zum Besuch. Eine Begleitveranstaltung mit dem Bundestagsabgeordneten David Gregosz und dem Vizepräsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Dr. Volker Ullrich, findet am 13. November um 18 Uhr im Grenzlandmuseum Teistungen statt.

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Kontakt Maja Eib
Maja Eib
Landesbeauftragte und Leiterin Politisches Bildungsforum Thüringen
maja.eib@kas.de +49 (0) 361 65491-0 +49 (0) 361 65491-11

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O ovoj seriji

Zaklada Konrad Adenauer, radionice za obrazovanje, centri za obrazovanje i uredi u inozemstvu godišnje nude više tisuća događaja o različitim temama. O odabranim konferencijama, događajima, simpozijima i sličnome izvještavamo aktualno i ekskluzivno na www.kas.de. Tu ćete osim sažetka sadržaja pronaći i dodatne materijale kao što su slike, predloške za govore, video snimke i zvučne isječke.

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