Man redet in Kolumbien im September 2012 von Versöhnung, von Frieden und hier und da auch von Vergebung. Eine wirklich berührende Erfahrung in einem Land, welches seit über 50 Jahren vom "Konflikt" zerrissen wird. (Hintergründe siehe im Bericht „Informationen zur Geschichte und zu den Akteuren des "Konflikts" in Kolumbien.)
Und es tut manchem Kolumbianer gut, Politiker zu erleben, die den Mut zum Risiko haben, ohne vorher zu wissen wie die Verhandlungen zwischen kolumbianischer Regierung und FARC Guerilla ausgehen werden. O-Ton Präsident Santos: "Es gibt Momente in der Geschichte, in denen das Staatsoberhaupt sich entscheiden muss neue Wege zu gehen um die fundamentalen Probleme seiner Nation zu lösen. Dies ist einer dieser Momente. Ohne Zweifel ist ein Risiko vorhanden, aber ich denke, dass die Geschichte viel unerbittlicher mit uns wäre, wenn wir die Gelegenheit nicht nutzen würden, die sich uns heute anbietet. In jedem Fall, lastet die Verantwortung auf meinen Schultern und nicht auf denen eines anderen". Dieses die Worte von Santos, als er in einer landesweit übertragenen Ansprache am 27. August 2012 die aktuellen Friedensverhandlungen der Regierung und der Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in Kuba bekanntgab.
Er reagierte damit auf sich verdichtende Meldungen, wonach FARC und Regierung eine Rahmenvereinbarung über die Aufnahme von Friedensgesprächen geschlossen hätten. Die Friedensannähe-rungen mit der FARC begannen (offiziell) vor sechs Monaten. Die ersten Annäherungsgespräche wurden diskret in La Habana unter Beteiligung von Kuba und Norwegen vollzogen. Santos und die Guerillaorganisation FARC haben bestätigt, dass die offiziellen Gespräche am 8. Oktober 2012 in Oslo beginnen. In einer zweiten Phase würden diese auf Kuba fortgeführt. Ziel sei, erst dann vom Verhandlungstisch aufzustehen, wenn eine vollständige Einigung vorliege.
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