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Christlicher Glaube und Gesellschaft in Polen im Spiegel der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung

Grundlagen und Projekte

Hintergrundbericht zur Rolle des christlichen Glaubens und zur Arbeit der Adenauer-Stiftung in Polen

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In Polen spielt der katholische Glaube eine zentrale Rolle für das Selbstverständnis des Landes. Das hat historische wie aktuelle Gründe.

Mit der Christianisierung Ende des ersten Jahrtausends wurde Polen als das am weitesten östlich gelegene lateinisch-christliche Land zu einer Art „Bollwerk“ der römischen Kirche im Osten. Dadurch prägte sich bereits früh eine gewisse Festungsmentalität eines durch heidnische, orthodoxe oder später protestantische Kräfte bedrohten Volkes aus. In der Zeit der Wahlkönige im 17. und 18. Jahrhundert fungierte der Erzbischof von Gnesen nicht nur als Primas der Kirche, sondern in der Regel zugleich auch als Interrex, als kommissarisches Staatsoberhaupt bis zur Wahl eines neuen Königs. Nach der letzten polnischen Teilung 1795 war es maßgeblich die katholische Kirche, die in den von orthodoxen Russen, protestantischen Preußen und josephinistischen Österreichern okkupierten Landesteilen die polnische Sprache und Kultur und den Gedanken an die polnische Nation wach gehalten hat. Damit trug sie ganz erheblich zum Wiedererstehen eines polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg bei. Unter der nationalsozialistischen und kommunistischen Herrschaft nach 1939 hatte die Kirche wie Polen überhaupt einen hohen Blutzoll zu erleiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Kirche schließlich unter der Führung von Primas Stefan Kardinal Wyszyński (1901-1981) zu einer Art von Gegennation im kirchenfeindlichen Kommunismus. Als der Krakauer Kardinal Karol Wojtyła dann 1978 überraschend zum Papst gewählt wurde sahen weite Teile der polnischen Gesellschaft sich und ihr Leben immer mehr in einem neuen Kontext. Das Motto Johannes Paul II.: „Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Öffnet seiner rettenden Macht die Grenzen der Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme, die weiten Bereiche der Kultur, der Zivilisation und des Fortschritts. Habt keine Angst!“ entfaltete eine ungeheure Wirkung, die der Gewerkschaftsbewegung Solidarność geistliche Motivation und Rückhalt gab. Der Anfang vom Ende der kommunistischen Herrschaft wurde eingeläutet. Und auch als die polnische Kirche nach der friedlichen Revolution 1989, die von Polen ihren Ausgang nahm, gewisse Probleme in der gewandelten Situation einer nunmehr freiheitlichen pluralistischen Gesellschaft hatte, gab der polnische Papst ihr Halt und Orientierung. Er bildete eine unübersehbare Hürde für manche Säkularisierungsprozesse in der Gesellschaft. ...

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