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보고서

한국사무소 정치 리포트

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IMAGO / Le Pictorium

Kontroverse erste Schritte des Kabinetts Radew

Außen- und finanzpolitischer Kurs der neuen bulgarischen Regierung sorgt in den ersten 100 Tagen für Irritationen

Die ersten 100 Tage der bulgarischen Regierung unter Ministerpräsident Rumen Radew sorgen für erhebliches Aufsehen im In- und Ausland. Die nach dem Wahlsieg der Partei „Progressives Bulgarien“ (PB) gebildete Regierung steht wegen ihres widersprüchlichen und teils pro-russisch geprägten Kurses in der Kritik. Radew lehnte die Teilnahme Bulgariens an der „Koalition der Willigen“ für die Ukraine ab, drohte bei Diskussionen zum EU-Sanktionspaket mit einem Veto aufgrund der angedachten Sanktionierung einzelner kremlnaher Personen und sorgte mit unklaren Positionierungen bei einem Gipfel in Kyjiw für Verwirrung. Andererseits stimmte das Parlament der temporären Stationierung von US-Tankflugzeugen in Bulgarien zu, was kritische Reaktionen aus dem Iran auslöste. Innenpolitisch steht die Regierung wegen eines Haushaltsdefizits von 5,7% unter starkem Druck. Rating-Agenturen und die Opposition warnen vor fehlenden Reformen und wachsender Schuldenlast.

IMAGO / Newscom / GDA

100 Tage Regierung Laura Fernández

„Kontinuität des Wandels“ oder Belastungsprobe für den Rechtsstaat?

Am 15. August 2026 ist die Regierung von Laura Fernández 100 Tage im Amt. Inhaltlich, programmatisch und kommunikativ setzt sie den unter Rodrigo Chaves geprägten populistischen Kurs weitgehend fort. Mit ihrer absoluten Mehrheit im Parlament verfügt sie über deutlich größere Handlungsspielräume als die Vorgängerregierung. Gleichzeitig haben sich die Spannungen zwischen Exekutive, Justiz und unabhängigen Kontrollinstitutionen verschärft. Konflikte um die Besetzung der Verfassungskammer, Angriffe auf gerichtliche Entscheidungen sowie Reformvorhaben im Bereich Sicherheit und Justiz nähren Befürchtungen über eine mögliche Schwächung rechtsstaatlicher Kontrollmechanismen. Ob die Regierung ihre Reformagenda umsetzen kann, ohne die institutionellen Grundlagen der costa-ricanischen Demokratie zu beschädigen, gehört zu den zentralen Fragen ihrer Amtszeit.

IMAGO / Newscom / AdMedia

Iraks neue Regierung zwischen innenpolitischen Zwängen und externem Druck

Führen ohne Machtbasis?

Der irakische Premierminister Ali al-Zaidi trat sein Amt im Mai 2026 als Überraschungskandidat an – ohne Partei, ohne Sitze im Parlament und mit einem unvollständigen Kabinett, mitten in einem Krieg zwischen den beiden wichtigsten Partnern des Irak, den USA und Iran, und der Blockade der Straße von Hormus. Das Fehlen einer eigenen politischen Machtbasis scheint ihm bislang eher genutzt als geschadet zu haben. Was dies jedoch für seine längerfristige Regierungsfähigkeit bedeutet, ist eine andere Frage. Die Antwort hängt vom jeweiligen Politikfeld ab: es ist ein Vorteil dort, wo Macht über die Exekuti-ve ausgeübt wird; ein Nachteil dort, wo Mehrheiten Stimme für Stimme organisiert werden müssen.

Timo Roujean

Die DR Kongo vor der Zerreißprobe

Die Demokratische Republik Kongo am institutionellen Scheideweg: Wie das geplante Verfassungsreferendum das Land auf die Zerreißprobe stellt.

Die Demokratische Republik Kongo steht wie schon so oft am Scheideweg seiner Geschichte. Der amtierende Präsident Félix Tshisekedi strebt eine dritte Amtszeit an. Dafür muss er die Verfassung von 2006 ändern, die die Mandatsdauer auf zwei Legislaturperioden beschränkt. Dies soll durch ein Verfassungsreferendum erfolgen. Nach erster Lesung im Parlament und zweiter Lesung im Senat wurde das Gesetzesvorhaben vom Verfassungsrat, der höchsten juristischen Instanz, geprüft und am Dienstag, den 29.07.2026, als verfassungskonform bestätigt. Die Inkraftsetzung des Gesetzes durch den Präsidenten gilt daher nur noch als Formsache. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass die Initiative zur Verfassungsreform zu einem Zeitpunkt vorangetrieben wird, an dem die östlichen Provinzen weiterhin von den Rebellen der AFC/M23 besetzt sind. Gleichzeitig droht eine Ebola-Epidemie, deren Opferzahl längst die Marke von 1.000 überschritten hat, außer Kontrolle zu geraten. Dies ist nicht nur fahrlässig, sondern fügt sich in eine Entwicklung ein, die bereits unter Joseph Kabila begann: die systematische Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit und die Zerstörung jener demokratischen Grundsätze, zu denen sich die DR Kongo nach zwei verheerenden Kriegen verpflichtet hatte.

IMAGO / Avalon.red

Großbritannien hat wieder einen neuen Premier: Andy Burnham

Was Andy Burnham kann, was er will und was sein Amtsantritt für Deutschland und Europa bedeutet

Am 20. Juli 2026 hat Andy Burnham sein Amt als britischer Premierminister angetreten, als siebter Regierungschef seit dem Brexit-Referendum von 2016. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester verspricht nicht weniger als einen Neuanfang: einen „Circuit-Breaker“ für die britische Politik, ein neues politisches und wirtschaftliches Modell und die „größte Machtverlagerung, die das Land je gesehen hat“. Ob dieser Anspruch trägt, hängt jedoch letztlich weniger von der Größe der Vision ab als von den Bedingungen ihrer Umsetzung: von engen fiskalischen Spielräumen, einer ungeduldigen und fragmentierten Wählerschaft und der Geschlossenheit einer Fraktion, an der bereits sein Vorgänger gescheitert ist.

IMAGO / Anadolu Agency

Senegal zwischen der „Vision 2050“ und der politischen Realität

Stabilität in Zeiten des Wandels

Der Machtwechsel von 2024 markierte einen historischen Einschnitt für Senegal. Mit Bassirou Diomaye Faye und Ousmane Sonko gelang erstmals einer politischen Bewegung außerhalb des etablierten Machtzentrums der Einzug in den Präsidentenpalast und die Übernahme der parlamentarischen Mehrheit. Die Erwartungen an die neue Führung waren entsprechend hoch: Sie versprach einen grundlegenden politischen und wirtschaftlichen Neuanfang, mehr Transparenz, stärkere Souveränität und eine gerechtere Verteilung der wirtschaftlichen Chancen. Zwei Jahre später fällt die Bilanz gemischt aus. Ambitionierten Reformvorhaben und der langfristigen Entwicklungsagenda der „Vision Sénégal 2050“ stehen wirtschaftliche Herausforderungen, eine Schuldenkrise und ein tiefgreifender Konflikt innerhalb der ehemaligen Führungsallianz gegenüber. Zugleich gelingt es Senegal, seine außenpolitische Bedeutung in Westafrika und darüber hinaus auszubauen. Der folgende Beitrag beleuchtet die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und außenpolitischen Entwicklungen des Landes und fragt, ob es Senegal gelingt, den Wandel zu gestalten, ohne seine Stabilität zu verlieren.

KAS / Kelly Dam

Markenbildung in China und das Phänomen der „nationalen Welle“, (Guochao)

Von der nationalen Welle in China zum globalen Trend?

Hinter dem Begriff Guochao (国潮), übersetzt als „nationale Welle“, verbirgt sich ein einflussreicher Konsumtrend auf dem chinesischen Markt: Heimische Marken verknüpfen zunehmend traditionelle Kulturelemente mit modernem Produktdesign (vgl. Wang 2022)[i]. Ob in der Autoindustrie, in der Kosmetik, oder der Modebranche: Was als gestalterische Strömung in Segmenten wie Lebensmitteln, Spielzeug oder Alltagsgegenständen begann, hat sich zu einem Lifestyle-Trend mit internationaler Relevanz entwickelt. Wie vermischt sich das wachsende kulturelle Bewusstsein mit geschickter Markenbildung? Was heißt das für internationale Marken und kann China hierüber auch politische soft power generieren? Der vorliegende Länderbericht ordnet die damit verbundenen Trends ein.

IMAGO / Anadolu Agency

Mauretanien zwischen nationalem Dialog und geopolitischer Machtpolitik

Stabilität ist kein Selbstläufer

Die politische Entwicklung Mauretaniens wird in Europa häufig unterschätzt. Dabei ist das Land heute einer der letzten verlässlichen Partner des demokratischen Westens in einer Region, die sich zunehmend von Europa abwendet. Während Mali, Burkina Faso und Niger unter Militärherrschaften stehen und Russland dort seinen Einfluss in den letzten Jahren ausbaute, setzt Nouakchott auf politische Stabilität, internationale Kooperationen und vorsichtige Reformen. Doch die Herausforderungen könnten schneller wachsen als die staatlichen Handlungsspielräume. Der „nationale Dialog“ könnte deshalb zu einem entscheidenden Test für die zukünftige Stabilität des Landes werden.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Der Wahlkampf in Israel beginnt

Der große Umbruch?

Israel steht vor einer der wichtigsten Wahlen seiner jüngeren Geschichte. Die Ereignisse in der aktuellen Legislaturperiode, vor allem der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023, haben Israels Politik und Gesellschaft massiv verändert. Im Zentrum der Wahl am 27. Oktober 2026 steht die Frage nach der zukünftigen politischen Richtung des Landes sowie nach der Fortsetzung oder dem Ende der Ära des inzwischen 76-jährigen Premierministers Benjamin Netanjahu.

IMAGO / ABACAPRESS

Senatswahlen in Frankreich

Der Senat als Stabilitätsanker in Zeiten des turbulenten Präsidentschaftswahlkampfs

Die hohe Kammer des französischen Parlaments umfasst 348 Senatorinnen und Senatoren, die für jeweils sechs Jahre gewählt werden, wobei alle drei Jahre die Hälfte der Sitze neu vergeben wird. Die letzten Senatswahlen am 24. September 2023 bestätigten die bestehende bürgerlich-konservative Mehrheit. Gewählt wird der Senat nicht direkt, sondern durch ein Wahlkollegium (Grands Élécteurs), das sich überwiegend aus kommunalen Mandatsträgern sowie Abgeordneten auf nationaler und regionaler Ebene zusammensetzt; die Wahl erfolgt auf Ebene der Départments (repräsentieren die Wahlkreise für die Senatswahlen) und das passive Wahlalter beträgt 24 Jahre. Der Wahlmodus variiert je nach Größe der Wahlkreise: In Départements mit bis zu drei zu vergebenden Mandaten – was die Mehrheit darstellt – gilt ein Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen, während in größeren Départements mit vier oder mehr Sitzen nach Verhältniswahlrecht gewählt wird. Dieses System verleiht insbesondere kleineren und ländlichen Gebietskörperschaften ein überproportionales Gewicht. Vor diesem institutionellen Hintergrund deutet vieles darauf hin, dass der Senat auch nach den Wahlen von einer stabilen bürgerlich-konservativen Mehrheit geprägt bleiben wird. Gleichwohl könnten sich wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl politisch symbolische Verschiebungen ergeben – insbesondere durch den möglichen Aufbau einer eigenen Fraktion des Rassemblement National (RN). Derzeit stellt die Partei lediglich drei Senatoren, könnte jedoch angesichts ihrer gestärkten kommunalen Verankerung die für eine Fraktionsbildung erforderliche Schwelle von zehn Mandaten erreichen.

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