자산 발행인

Essays on Family Firm Financing

Zusammenfassung der Dissertation

자산 발행인

Winno Freiherr von Wangenheim

Wirtschaftswissenschaften

Otto Beisheim School of Management

Das Forschungsgebiet der Familienunternehmen ruft seit den frühen 1990er Jahren wachsendes Interesse bei Wissenschaftlern und Forschern hervor. Dabei lag der Schwerpunkt hauptsächlich bei Nicht-Finanzthemen wie Unternehmensführung und Nachfolge. Eine der wichtigsten Determinanten für das langfristige Überleben von Familienunternehmen ist jedoch die Verfügbarkeit von Finanzmitteln. Daraus folgt, dass die Finanzierung von Familienunternehmen als Forschungsfeld weiter an Bedeutung gewinnen wird. Zwei weitere Gründe aus der Praxis sprechen für diese These: Erstens hat sich die Unternehmensfinanzierung angesichts der rechtlichen und regulatorischen Änderungen im Bankensektor (z.B. Basel III) zu einer noch komplexeren Aufgabe entwickelt. Dies gilt insbesondere für Bankdarlehen, der traditionell wichtigsten Finanzierungsform für Familienunternehmen, so dass neue Finanzierungsformen wie Mittelstandsanleihen verstärkt genutzt werden. Zweitens trifft der Globalisierungsdruck insbesondere Familienbetriebe, die durchschnittlich kleiner sind als Nicht-Familienunternehmen und zukünftig zusätzliches Kapital für notwendige Investitionen für ihre Internationalisierung, aber auch Digitalisierung benötigen.

Bestehende Familienunternehmensforschung im Finanzbereich konzentrierte sich darauf, Familienunternehmen und Nicht-Familienunternehmen hinsichtlich ihrer finanziellen Performance zu vergleichen. Allerdings ergaben sich hieraus immer wieder widersprüchliche empirische Ergebnisse, z.B. bei der grundlegenden Frage des Verschuldungsverhaltens. Eine mögliche Erklärung für die widersprüchlichen Ergebnisse ist die fehlende Berücksichtigung der einzigartigen Eigenschaften von Familienunternehmen. Eine dyadische Kategorisierung in Familien- und Nicht-Familienunternehmen reicht möglicherweise zudem nicht aus, da es die Unterschiede innerhalb der Gruppe von Familienunternehmen außer Acht lässt - eine Diskussion, die als „Heterogenitätsdebatte“ umschrieben wird.

Aus theoretischer Perspektive unterscheiden sich Familienunternehmen von Nicht-Familienunternehmen hinsichtlich Finanzierungsentscheidungen in drei Punkten: Erstens sind die Agency-Kosten zwischen Schuldnern und Eigentümern in Familienunternehmen geringer, was beispielweise zu potenziell günstigeren Fremdkapitalkonditionen führt. Zweitens sind Agency-Kosten zwischen Mehrheits- und Minderheitsaktionären in Familienunternehmen höher, was Eigentümer davon abhalten könnte, zusätzliches Eigenkapital von Nicht-Familienmitgliedern zu generieren. Drittens sind Familienunternehmen Willens, zur Erhaltung ihres „Socioemotional Wealth“ (SEW) auf finanzielle Vorteile zu verzichten. Der SEW besagt, dass Familienunternehmen nicht nur ökonomischen, sondern auch nicht-ökonomischen Nutzen aus dem Eigentum und der Kontrolle ihres Unternehmens ziehen. Zu den Ausprägungsformen des SEW gehören u.a. die Ausübung persönlicher Macht, ein Gefühl der Zugehörigkeit, Zuneigung und Intimität, die Fortführung der Familiendynastie sowie ein positives Familienimage und Reputation. Dieser auf der Verhaltenstheorie basierende Ansatz dient als theoretische Grundlage für dieses Dissertationsprojekt.

In den vergangenen Jahren hat die Einbeziehung des SEW bereits wertvolle Beiträge zur Forschung geleistet. So konnten mit dessen Hilfe strategische Entscheidungen von Familienunternehmen im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen erklärt werden, beispielsweise strategische und technologische Diversifizierung, die proaktive Einbindung von Stakeholdern und Umweltmanagement, IPO Underpricing und im allgemeinen Entscheidungen unter Unsicherheit.

Auf der Basis unseres generellen Verständnisses von Finanzierung soll die Dissertation den Zusammenhang zwischen dem Familienunternehmensstatus und mindestens zwei der drei gängigen Finanzierungsalternativen analysieren: Der Innenfinanzierung, genauer Dividendenpolitik, und Außenfinanzierung in Form von Fremdkapital. Im Rahmen dreier Artikel beziehe ich mich auf die o.g. Heterogenitätsdebatte und analysiere gezielt Unter-Gruppen von Familienunternehmen.

Ein tieferes Verständnis der Familienunternehmensfinanzierung könnte für Stakeholder von Familienunternehmen sowie die potenziellen Anbieter von Kapital von Vorteil sein. Auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive handelt es sich um ein relevantes Thema. Nach Angaben der Stiftung Familienunternehmen (2011) befinden sich 91% der deutschen Unternehmen in Familienhand, 55% der Arbeitnehmer sind in Familienunternehmen angestellt und 47% des deutschlandweiten Umsatzes wird in Familienunternehmen generiert. Auch wenn diese Zahlen sehr kleine Familienunternehmen (z.B. Handwerksbetriebe) beinhalten, so reicht ein Blick auf den Dax-Index, in dem aktuell ca. die Hälfte der gelisteten Unternehmen Familienunternehmen sind. Insofern ist es für den Gesetzgeber von Bedeutung, die Besonderheiten von Familienunternehmen bei der Schaffung von rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Auch gesellschaftspolitisch sind Familienunternehmen von höchster Relevanz. So zeichnen sich Familienunternehmen durch eine ausgeprägte Werteorientierung aus, aus der ein überdurchschnittliches gesellschaftliches, kulturelles und soziales Engagement folgt, welches nur durch nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg aufrechterhalten werden kann.

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