행사 간행물

“The Coming of Age – Cultural Construction of Age(ing)”

Dr. Andrea Schneider

Oder: Was haben Madonna, Paul McCartney und Konrad Adenauer gemeinsam?

Die US Botschaft, das British Council und die Konrad-Adenauer-Stiftung brachten am 7./8.9.2006 in der Akademie der KAS Kultur-, Sprach-, Sozialwissenschaftler, Journalisten, Politiker, Historiker und Künstler zusammen, um das Alter und Altern in den Blick zu nehmen und Visionen für alternde Gesellschaften zu entwickeln. Hier einige der aufgeworfenen Fragen und Antworten:

Was haben Madonna, Paul McCartney und Konrad Adenauer gemeinsam? Sie wurden bzw. werden jeden Tag älter. Und ihr Bild vom eigenen Alter und vom Prozess des Alterns ist deutlich stärker dadurch geprägt, was die Medien, die Kunst und „die anderen“ darüber sagen und schreiben als durch ihre eigenen Gedanken. Seit Jahrhunderten wird die Frage, wer alt ist, ob ältere Menschen respektiert oder als Kostenbelastung empfunden werden, gesellschaftlich „konstruiert“. Konnte Adenauer 1949 noch mit 73 Jahren Bundeskanzler werden, so wird sich Madonna einige Jahrzehnte früher um das Amt bemühen müssen. Gab es Anfang des 20. Jahrhunderts kaum Alleinlebende, so wurde dies in den letzten Jahrzehnten „normal“. Bedingt durch finanzielle Möglichkeiten leben Familien heute oft über Land und Globus verstreut. Während die Neigung des Alters, die Jugend zu bemängeln, die Jahrhunderte ebenso überdauert hat, wie die sprichwörtliche Respektlosigkeit der Jugend, stellt sich eine Frage angesichts der steigenden Lebenserwartung mit neuer Intensität: Wie lernt man, mit einem längeren Leben zu leben? Dabei sind die Unterschiede in der Lebenserwartung regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Auf den Shetland Islands wird man im Durchschnitt 12 Jahre älter als in Glasgow – das gleiche gilt sicherlich für Berlin und Oberammergau.

Altern Männer und Frauen gleich? Der hohe Anteil von Frauen unter den Älteren schmilzt. Bei den 65- bis 74-Jährigen ist fast Gleichstand erreicht, bei den Über-85-Jährigen dominieren noch die Frauen. Während Männer oftmals wieder heiraten möchten, sind die Witwen angesichts der neuen Unabhängigkeit zufriedener. Die Frauen – egal ob Witwen, Unverheiratete oder Geschiedene – würden sich mit einer späten Heirat allerdings einen Gefallen tun, denn den Männern geht es im Alter finanziell deutlich besser: mein Haus, mein Vermögen, mein Auto – sie sind weniger von den Einschnitten in den sozialen Sicherungssystemen betroffen und haben einiges zu bieten, was das Leben im Alter einfacher macht.

In einer Schreibwerkstatt, in der alte Menschen durch autobiographische Versuche das eigene Leben, Alter und Altern reflektieren, zeigte sich aber auch: Das Maß des Erfolges eines Lebens ist nicht etwa Vermögen, Haus und Jacht, sondern gelebte Beziehungen. Die Erinnerungen kreisen nicht um Momente des beruflichen und finanziellen Erfolgs, sondern um – dem Außensehenden – unwichtig erscheinende Begebenheiten. Wobei sich Männer eher an die schönen Seiten des Lebens, Frauen eher an ihre Schwierigkeiten zurückerinnern. Dabei tun sich Männer mit dem Altern deutlich schwerer. „Gebrechlichkeit“ ist ein Begriff, bei dem „man“ doch eher an die Frauen denkt. Es sind aber ältere Frauen, die sich heute auch als Akt porträtieren lassen. Den Männern fehlen da wohl noch ein paar Jahrzehnte. Gleichermaßen bedeutend ist für beide Geschlechter der Tod der Eltern, der oft empfunden wird, „als sei man plötzlich gealtert“.

„Statistische Panik“, „apokalyptische Demographie“, „alarmierende demographische Entwicklung“ – dies sind nur einige Beispiele für Überschriften akademischer und journalistischer Provenienz, die von vielen älteren Menschen als diskriminierend empfunden werden. Altersdiskriminierung zeigte sich in den USA aber auch am Beispiel des Hurricans Katrina: die Notfallpläne waren nicht auf Ältere zugeschnitten – sie waren überdurchschnittlich von der Katastrophe betroffen. Auch die öffentlichen Debatten über die Finanzierung der Gesundheitskosten werden von vielen alten Menschen als Bedrohung bis hin zu einer von der Gesellschaft abverlangten „Pflicht zu sterben“ empfunden. „Ich habe das Gefühl, dauernd meine Nützlichkeit für die Gesellschaft beweisen zu müssen.“ und „Das Alter ist heute der Unterschied, der den Unterschied ausmacht.“ – dies sind einige Gefühlsregungen, die nachdenklich stimmen – ebenso wie die Tatsache, dass die Gesellschaft in Umfragen den Suizid älterer Menschen eher akzeptiert als den jüngerer. Dabei werden Ältere nicht nur von Jüngeren diskriminiert, was die aktuelle Arbeitsmarktsituation zeigt, in der auch über-55-Jährige Manager keine Gleichaltrigen einstellen. Mit welchem Empfinden ältere Menschen an ihre eventuell notwendig werdende Pflege oder Pflegeheime denken, wird letztlich nicht nur durch die Qualität der Pflege(-Einrichtungen) bestimmt, sondern auch durch die mediale Berichterstattung und öffentliche Diskussion.

Was denken die Jüngeren über das Altern? Viele sehen ihre Felle wegschwimmen. In den USA ist es gar die Angst, dass die Baby-Boom-Generation „alles aufisst“. Einige definieren daher Generationengerechtigkeit als dann gegeben, wenn die Chance der nächsten Generation, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, mindestens so groß ist wie die vorheriger Generationen. Die jungen Alten haben Angst vor der Pflege ihrer Eltern… Angst gibt es also auf allen Seiten.

Was brauchen alternde Gesellschaften?

Medien, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, maßgeblich das Bild vom Alter und Altern zu prägen.

Ehrenamtliche und Nicht-Regierungs-Organisationen, die die Chancen und Nöte älterer Menschen sehen; die denen eine Lobby geben, die sie brauchen; die vor Ort sind; die individuelle und regionale Angebote machen usw.

Politiker, die verbal und praktisch den Alten eine Stimme und einen Platz in der Gesellschaft geben. Eine politische Philosophie des Alterns und eine soziale Bewegung aus allen Altersgruppen heraus, die integriert, nicht segmentiert.

Kurzum: ein gesundes gemeinsames Altern.

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