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Transformation der Gesellschaft als Herausforderung der Volksparteien

Experten aus Wissenschaft und Politik diskutierten über Chancen und Risiken

Gesellschaftliche Veränderungen haben Auswirkungen auf die Demokratie und die Volksparteien. Diese Transformation stellt eine Herausforderung für Parteien dar, die mit einer schwindenden Mitgliederzahl zu kämpfen habe. Für Neurobiologe Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth ist es eine Entwicklung, auf die die Volksparteien reagieren müssten. „Große Gruppen können sich nur verändern, wenn sich jeder einzelne ändert“, sagte der Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen auf der Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.

Sie ist eine von vier Konferenzen, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten dem Überthema „Transformation“ nähern.

Zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung wurde ein neurobiologischer und soziologischer Blick auf die Situation der Volksparteien geworfen. Roth erläuterte in seinem Impulsvortrag, warum es so schwierig sei, sich und andere zu ändern. Unter anderem seien Merkmale der Persönlichkeit sowie Gewohnheiten Faktoren, die schwer zu verändern seien. „Das Festhalten an Gewohnheiten ist das größte Hemmnis“, sagte Roth. Vorbilder könnten sich hingegen positiv auf Menschen auswirken, weil „sie zu ihnen eine Bindung herstellen und Ermutigung geben“. Dabei würden Gestik und Mimik eine wichtige Rolle spielen. „Über das Gesicht wird die Vertrauenswürdigkeit eingeschätzt“, erläuterte der Neurobiologe. Ein Merkmal, das Bundeskanzlerin Angela Merkel Inne habe. Um Menschen von einer Sache zu überzeugen oder für eine Partei zu werben, reiche eine „flammende Rede auf einem Parteitag nicht aus“. Die wäre nach ein paar Tagen bei den Mitgliedern wieder vergessen. „Es muss auf glaubwürdige Art ein Leidensdruck erzeugt werden, der das einzelne Mitglied anspricht“, so Roth. Gefühle und Emotionen seien entgegen der Ratio der Schlüssel für Veränderung. „Sie verändern eine Partei nicht, wenn Sie nicht auch jeden einzelnen ändern.“

Vertrauenswürdigkeit und Selbstbewusstsein gegen Ängste der Gesellschaft

Ähnlich attestierte Prof. Dr. Heinz Bude, Professor für Makrosoziologie der Universität Kassel, der Bundeskanzlerin eine vertrauenswürdige Ausstrahlung. Dennoch stellte er eine Diskrepanz zwischen der Wirklichkeit, wie sie die Bevölkerung wahrnimmt und den Volksparteien fest. Die Gesellschaft umtreibe viele Ängste, so der Soziologe. Die Kombination habe dazu geführt, dass „sich eine Tendenz der Wirklichkeitsverweigerung in die Gesellschaft geschlichen habe“. Er forderte die Politik dazu auf, die Wirklichkeit und Ängste der Menschen aufzugreifen. „Der Staatsmann oder die Staatsfrau müssen glaubhaft zum Ausdruck bringen, dass unsere Ängste uns die Möglichkeit auf eine andere Zukunft deutlich machen“, sagte Bude. Es sei ein großer Moment politischer Emotion, wenn ein Politiker ein bisschen die Tür zu einer anderen Zukunft öffnen könne.

Dr. Peter Tauber, Generalsekretär der CDU, sieht in der Zukunftsfähigkeit der Union eher eine Aufgabe als ein Problem. Aufgrund der schwindenden Wahlbeteiligung bei Kommunal- und Bundestagswahlen und einer veränderte Mitgliederstruktur liege Handlungsbedarf vor. „Wir müssen junge Menschen und Wähler pflegen, damit wir die Bindung halten“, so Tauber. Zudem müsse sich die Parteiarbeit verändern, um zu einem attraktiven Modell parallel zur Freizeitgestaltung zu werden. Zudem solle die Vereinbarkeit mit Familie nicht ausgeschlossen. Als einen weiteren Schlüsselfaktor nannte er, wie der Neurobiologe, die Emotionalität. Die Menschen würden sich Werte und Überzeugungen wünschen, so Tauber. Dies könne „die Union mit ihrem C und einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein vermitteln“, ist der Generalsekretär überzeugt.

Risiko als Chance

Dass ein Wertewandel bereits stattfinde und die Zukunft der Gesellschaft prägen werde, stellte auch Georges Thomas Roos, Zukunftsforscher in der Schweiz, fest. Der Wissenschaftler beschäftigt sich mit Megatrends und wie sie die Gesellschaft in der Zukunft beeinflussen können. Mit der Individualisierung jedes Einzelnen gehe auch eine Vielzahl an Optionen einher, für die er sich entscheiden müsse. Der Mensch habe die Pflicht sich für eine Option, also für einen bestimmten Weg, im Leben zu entscheiden. Aber dies bedeute gleichzeitig, dass er andere Möglichkeiten ausschlage. „Daher bleiben viele Menschen unentschlossen in einem Optionsraum“, erklärte Roos. Es schwinge immer die Frage mit, ob die Option auch zum jeweiligen Lebensentwurf passe. Er empfahl, dass die Volksparteien die gesellschaftlichen Trends aufgreifen und darauf reagieren sollten. „Wir müssen das Risiko nicht negativ konnotieren, sondern es positiv besetzen und es als Chance sehen“, forderte der Zukunftsforscher. Denn so ginge der Mensch anders in die Zukunft. „Ohne Risiko gibt es keine Chancen“.

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