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Der Tempel-Streit zwischen Kambodscha und Thailand

нь Wolfgang Meyer
Weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit stehen sich an der kambodschanisch-thailändischen Grenze derzeit militärische Truppen gegenüber. Der auf beiden Seiten sehr emotional gehandhabte Konflikt schwelt bereits seit vielen Jahrzehnten und droht nun – im Angesicht gespannter innenpolitischer Konfliktlinien in Thailand und den Parlamentswahlen in Kambodscha – ein bisher unbekanntes kritisches Ausmaß zu erreichen.

Hintergrund

Der im 11. Jahrhundert im Angkor-Reich, dem zivilisatorischen Höhepunkt der kambodschanischen Khmer, errichtete Tempel Preah Vihear steht bereits seit geraumer Zeit nicht nur rein geografisch zwischen Kambodscha und Thailand. Als die Hochkultur von Angkor ihren Zenit überschritten hatte, begann der Aufstieg des Königreichs Ayutthaya, des heutigen Thailands. Die Thais eroberten Teile des kambodschanischen Terrains, so dass sich heute viele Khmer-Bauwerke auf thailändischem Boden befinden. Im Jahre 1904 einigten sich Siam, das heutige Thailand, und Frankreich, die Kolonialmacht in Kambodscha, auf eine Grenzlinie zwischen den beiden Staaten. Diese sollte entlang der Wasserscheide in den Dângrêk-Bergen gezogen werden, was Preah Vihear den Thais zugesprochen hätte. Nichtsdestotrotz sprachen französische Verantwortliche im Rahmen der Erstellung einer neuen Karte den Tempel 1907 Kambodscha zu. Als die Franzosen Kambodscha 1954 verließen, besetzten thailändische Truppen den Tempel, was wiederum heftige kambodschanische Proteste nach sich zog. Einer zumindest verbal sehr heftigen Auseinandersetzung beider Staaten folgte 1962 das Urteil des Internationalen Gerichtshofs, welches den Tempel Kambodscha zusprach mit der Begründung, die Karte von 1907 sei gültig, da die thailändischen Offiziellen die Karte mangels deutlicher Proteste in den vergangenen Jahrzehnten de facto akzeptiert hätten. In der Folge gab es über die Jahrzehnte immer wieder Proteste und Demonstrationen, wirklich akzeptiert wurde diese Gerichtsentscheidung von thailändischer Seite nicht.

Der Tempel als UNESCO-Weltkulturerbe

Heftig entflammte der Konflikt dann im Jahre 2007, als die kambodschanische Regierung verlauten ließ, den Tempel der UNESCO als Weltkulturerbe vorzuschlagen. Die thailändische Seite teilte mit, eine solche Bewerbung sei nicht möglich, ohne das zu Thailand gehörende Umland einzubeziehen, wonach Kambodscha die Bewerbung zurückzog. Am 17. Juni 2008 beschloss das Kabinett in Bangkok dann überraschend, die kambodschanische Bewerbung doch zu unterstützen. Daraufhin erneuerte die kambodschanische Regierung die Bewerbung, wenn auch nur für die Tempelanlage selbst unter Ausklammerung des umliegenden Landes. Dies führte wiederum zu heftigen Protesten von Oppositionellen und bürgerlichen Kreisen in Thailand. Sie wandten sich einerseits gegen die Bewerbung ohne Berücksichtigung der Interessen Thailands. Vielleicht wichtiger war die Kritik an der neuen Regierung in Bangkok. Ihr wurde Verrat an nationalen Interessen vorgeworfen. Am 23. Juni schloss Kambodscha in Anbetracht dieser Proteste die Grenze an der Tempelanlage. Am 28. Juni befasste sich das thailändische Verfassungsgerichts in Bangkok mit der Frage, ob die Zustimmung der thailändischen Regierung zu dem kambodschanischen Antrag auf Aufnahme des Tempels in das UNESCO-Weltkulturerbe überhaupt verfassungskonform gewesen sei. Er kam zu dem Ergebnis, dass ein Parlamentsbeschluss notwendig gewesen wäre und erklärte die Zustimmung der thailändischen Regierung für verfassungswidrig. In der ersten Juli-Woche zog die thailändische Regierung ihre Unterstützung offiziell zurück und bald darauf musste Außenminister Nappadon Pattama zurücktreten.

Am 7. Juli setzte die UNESCO in Quebec den Preah Vihear Tempel auf die Liste der Weltkulturerbestätten. In Kambodscha wurde diese Entscheidung mit patriotischer Befriedigung aufgenommen. Der Verhandlungsführer von Quebec, Kanzleramtsminister Sok An, feierte seinen Erfolg im Phnom Penher Sportstadium. Dies fachte die Proteste der thailändischen Massen an. Nun protestierte auch die Regierung, die zuvor einer kambodschanischen Bewerbung ja noch das Plazet gegeben hatte. In Kambodscha zogen am 8. Juli und den Tagen danach tausende Menschen feiernd durch die Strassen Phnom Penhs und anderer Städte, was wiederum die Emotionen in Thailand nicht unberührt ließ.

Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Staaten bereits Truppen an der Grenze zusammengezogen. Am 15. Juli eskalierte die Situation, als die kambodschanische Polizei drei Thais – darunter eine Nonne und ein Mönch – verhaftete, welche die Grenze illegal übertreten hatten, angeblich, um die thailändische Flagge auf dem Tempelgebiet zu hissen. Im Anschluss kam es zu einem verstärkten Aufmarsch von Truppen beider Seiten an der Grenze. Am 21. Juli trafen sich der kambodschanische Verteidigungsminister Tea Ban und der thailändische Militärchef Boonsrang Niempradit in Thailand, um eine Lösung des Konfliktes herbeizuführen. Die Gespräche verliefen ergebnislos. In derselben Woche rief die kambodschanische Regierung den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an mit dem Ziel, den Fall vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Die Aufforderung an die Vereinten Nationen wurde inzwischen offiziell zurückgezogen. Die großen Mächte ziehen eine einvernehmliche bilaterale Lösung vor. ASEAN bot Verhandlungsunterstützung an. Aber auch für die ASEAN-Staaten ist es schwer, Position zu beziehen. In den letzten Tagen gibt es immer wieder Berichte darüber, dass thailändische Soldaten die Grenze übertreten hätten, auch in den Nachbarprovinzen. Man sieht Fotos vom Zusammentreffen von Soldaten beider Seiten. In Kambodscha wird zu Spenden für die Bewohner des Gebiets im Schatten des Tempels geworben. Die Situation am Tempel ist angespannt. Aktuell sollen sich dort rund 4000 Soldaten beider Seiten gegenüber stehen. Seit dem 18. Juli kursierten in Phnom Penh auch Gerüchte, das Thailand Truppen an anderen Stellen der Staatsgrenze aufmarschieren lasse. Die gemeinsame Grenze ist etwa 800 Kilometer lang. Die Thais erinnerten in den letzten Tagen wiederholt daran, dass sie mit den Grenzverläufen an 16 Orten nicht einverstanden seien.

Die Parlamentswahlen in Kambodscha fanden am 27. Juli wie geplant statt – ruhig und offenbar unbeeindruckt von der außenpolitischen Bedrohung. Unter die Berichterstattung über die Wahlen mischten sich in den kambodschanischen Zeitungen Neuigkeiten über die Grenzstreitigkeiten. Am Wahltag hätten thailändische Soldaten in der dem Tempel benachbarten Provinz Beanthey Meanchey die Grenze überschritten. Dies geschehe regelmäßig an der grünen Grenze. Neu sei, dass einige der Soldaten ihre Waffen bei sich getragen hätten. Auch am Tag nach der Wahl soll es Grenzübertritte gegeben haben. Allerdings brachte eine bilaterale Konferenz auf Außenministerebene am 28. Juli einen kleinen Durchbruch, da beide Seiten sich grundsätzlich dazu bereit zeigten, ihre Truppen zurückzuziehen. Die kambodschanische Seite macht für ihren Rückzug zur Voraussetzung, dass Thailand denselben Schritt unternimmt. In den letzten Tagen konnte nun zwischen den beiden Außenministern eine Truppenreduzierung vereinbart werden.

Nützte der Konflikt Hun Sen im Wahlkampf?

Die kambodschanische Regierung hatte keinen Einfluss auf den Entscheidungstermin über die Aufnahme des angkorischen Tempels Preah Vihear in Quebec. Premierminister Hun Sen hat die Weihung des Tempels zum Weltkulturerbe dennoch als persönlichen Triumph verbuchen können und bei der Wahl davon profitiert. Die Tempelfrage ist eine hochbrisante Angelegenheit in einem Land, das drei Jahrzehnte Krieg, Bürgerkrieg und den Staatsterror von Pol Pots Roten Khmer zu erdulden hatte. Nun liegt man im asiatischen Fortschritts-Wettbewerb weit zurück. Da hilft die Rückbesinnung auf das Angkor-Erbe dem Selbstwertgefühl mit großer Emotionalität auf die Beine. Da das Volk in Krisenzeiten hinter dem Staatsführer steht, war die Situation dem überwältigenden Wahlsieg der Cambodian People’s Party (CPP), der Partei des Premierministers Hun Sen, förderlich.

Die CPP gewann 90 von 123 Sitzen in der Nationalversammlung, 17 mehr als bei der letzten Wahl 2003 und damit eine Zweidrittelmehrheit. Die 'Strong-Man'-Gesten Hun Sens haben die Menschen zur Wahl der CPP motiviert. Gewonnen hätte sie auch, wenn es den Tempelkonflikt nicht gegeben hätte. Denn die Regierung gilt als grundsätzlich auf dem richtigen Weg, wie eine Umfrage des International Republican Institut aus den USA kürzlich zeigte. 77 Prozent der Befragten waren dieser Meinung und bezogen sich auf anhaltend hohe Wachstumsraten um 10 Prozent. Vielleicht wären die Manipulation von Wählerlisten, Einschüchterung von Andersgesinnten, Stimmenkauf und sonstige illegitime Eingriffe in ein sauberes demokratisches Verfahren gar nicht notwenig gewesen, um einen hohen Wahlerfolg zu garantieren.

Die oppositionelle Sam Rainsy Party (SRP) reagierte auf die außenpolitische Wahlkampfherausforderung zurückhaltend. Die Versuchung, mit patriotischem Pomp den Konflikt zu schüren, war sicherlich vorhanden. Mit Kritik an der bescheidenen Ausstattung der kambodschanischen Streitkräfte wurden Versäumnisse der Regierung angezeigt, was der SRP im Wahlkampf jedoch wenig Nutzen brachte. Letztlich zeichnete sich in der Wahrnehmung des Durchschnittswählers eine Alternative zwischen Stärke, Stabilität und wirtschaftlichem Fortschritt, und Wandel unter Berücksichtigung von Menschenrechten, Korruptionsbekämpfung und sozialem Ausgleich ab. Die CPP repräsentierte ersteres, die Opposition letzteres. Am Wahltag blieb die Sam Rainsy Party mit 27 Sitzen (+3 gegenüber 2003) hinter den eigenen Erwartungen zurück. Immerhin blieb ihr der Gesichtsverlust einer niedrigeren Wählerzustimmung erspart.

Die zentralen Spieler sitzen in Thailand

Entscheidend für die Analyse des Konfliktes ist insbesondere die Interessenlage der Akteure in Thailand. Der in einem Coup 2006 gestürzte Ex-Premier Thaksin Shinawatra gilt noch immer als starker Mann im Hintergrund, der großen Einfluss auf die amtierende Regierungspartei People’s Power Party (PPP) und den Premierminister Samak Sundaravej ausübt. Die parlamentarische Opposition bildet die Democrat Party, während daneben eine starke außerparlamentarische und gesellschaftliche Gruppen übergreifende Opposition unter dem Namen Volksallianz für Demokratie (PAD) existiert, die Wirtschafts- und Gewerkschaftsgrößen, Religionsführer und Politiker umfasst.

In Kambodscha kursiert das Gerücht, Thaksin habe in einer informellen Vereinbarung mit Kambodschas Premier Hun Sen seine Zustimmung zur Tempelbewerbung unter der Voraussetzung zugesichert, dass er am entstehenden Touristengeschäft um den Tempel mit geplanten Restaurants, Hotels und Kasinos beteiligt wird. Durch seinen Einfluss auf die PPP habe er die Regierung dazu bewegen können, der kambodschanischen Führung entgegenzukommen und offiziell dem kambodschanischen Antrag zuzustimmen.

Die thailändische Opposition nutzte die Gelegenheit, sich gegenüber der Regierung zu profilieren, um einen Regierungswechsel zu erzwingen. Sie wirft Sundaravej vor, auf eine Immunität für den mit Korruptionsvorwürfen belasteten Thaksin hinzuarbeiten, und dessen politische Rückkehr vorzubereiten und bezichtigt die Regierung des Ausverkaufs thailändischer Interessen. Der erzwungene Rücktritt von Außenminister Pattama war ein erster Erfolg für die Opposition und das Spiel mit nationalistischen Gefühlen scheint auch auf die Gemüter der Bürger zu wirken. Wie auch in Kambodscha gibt es zahlreiche Demonstrationen, woran ersichtlich ist, welch mobilisierendes Potenzial das Thema birgt. Es wird ferner bezweifelt, dass die Regierung in Bangkok alle Teile des Militärs effektiv kontrollieren kann. Dann wäre die thailändische Regierung in eine Situation hineinmanövriert worden, an der sie nur bedingt Schuld trägt, was sie dennoch ihr politisches Überleben kosten könnte. Der Spagat zwischen der Befriedigung nationalistischer Ressentiments in der Bevölkerung durch einen eigentlich unerwünschten Konfrontationskurs mit Kambodscha und der Deeskalation der zwischenstaatlichen Spannungen zugunsten vielversprechender Tourismus-Opportunitäten im Umland von Preah Vihear ist in der derzeitigen Lage für Sundaravej kaum zu bewältigen – zumindest nicht, wenn die Opposition weiterhin jede Gelegenheit nutzt, die Versäumnisse der Regierung publikumswirksam auszuschlachten.

Eine Chance durch internationale Intervention?

Auf die Anrufung des Weltsicherheitsrats von kambodschanischer Seite folgte prompt die relativ einhellige Rückmeldung der ständigen Mitglieder, der Konflikt müsse und solle durch bilateralen Konsens gelöst werden. Eine Intervention der UNO scheint derzeit ausgeschlossen. Die Mitglieder von ASEAN sind sich uneinig und befürworten ebenfalls eine bilaterale Lösung, wenngleich sie den Truppenaufmarsch zweier Mitgliedsstaaten als intolerabel deklarieren.

Es deutet also viel darauf hin, dass Thailand und Kambodscha ihre Spannungen selber beilegen müssen. Dies birgt das Risiko eines bewaffneten Konfliktes zwischen zwei Staaten, in denen mächtige Akteure die Emotionen der Massen zu steuern wissen. Gleichzeitig sind die institutionellen Bande zwischen Thailand und Kambodscha heute relativ stark ausgeprägt, weshalb mit solidem Widerstand gegen einen Waffengang gerechnet werden kann. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die beiden Akteure, die eigentlich das Gewaltmonopol inne haben, nämlich die Regierungen von Hun Sen und Samak Sundaravej kein Interesse an einem Krieg haben dürften. Hun Sen hat gerade die Wahlen überwältigend gewonnen, da käme eine bewaffnete Auseinandersetzung mit dem Nachbarn mehr als ungelegen. Die Rechtfertigung einem nach Khmer Rouge und Bürgerkrieg kriegs- und gewaltmüdem Volk gegenüber fiele umso schwerer. Sundaravej hatte sich ja gerade mit der kambodschanischen Seite geeinigt und hat ebenfalls keinerlei Interesse an einem Krieg.

Angesichts dessen bietet sich jetzt für beide Staaten, die erheblich Demokratiedefizite haben, eine Chance, der Weltgemeinschaft zu zeigen, dass man die Grundsätze friedlicher Konfliktbeilegung verinnerlicht hat. Der internationalen Gemeinschaft gegenüber wäre eine Beilegung des Streits mit der Versicherung zukünftiger Kooperation sicherlich die beste Werbung. Insbesondere für Hun Sen und seine Regierung böte sich eine Chance, die nationale und internationale Kritik am Zustandekommen des Wahlergebnisses vom 27. Juli angesichts von Korruption und Manipulationen im Vorfeld schnell zu überdecken und der Welt zu zeigen, wie vernünftig und konsensorientiert man in Kambodscha doch ist.

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