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KAS/Jana Reimann-Grohs

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Wissenschaftskooperationen zu Tropenkrankheiten zwischen Deutschland und Afrika

нь Lukas Lingenthal, Moritz Fink, Maximilian Strobel

Parlamentarischer Abend

Veranstaltungsbericht

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„Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“ – so lautet das Dritte der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (engl. SDGs) der globalen Agenda 2030. Eine der zahlreichen Herausforderungen in diesem Politikbereich ist die Erforschung vernachlässigter Tropenkrankheiten, um deren Verbreitung besser vorbeugen und Ausbrüche effektiv bekämpfen zu können. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) am 5. Juli einen Parlamentarischen Abend im Deutschen Bundestag zum Thema „Wissenschaftskooperationen in der Tropenmedizin zwischen Deutschland und Afrika“.

Der stellvertretende Vorsitzende der KAS und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hermann Gröhe MdB,  betonte gleich zu Beginn die Bedeutung des Themas: Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) von vernachlässigten Tropenkrankheiten und armutsassoziierten Krankheiten betroffen. Es zeige sich gerade hier, dass Gesundheitspolitik und Armutsbekämpfung eng zusammengehören. Das Robert Koch-Institut habe zudem in seinem kürzlich veröffentlichten Sachstandsbericht „Klimawandel und Gesundheit 2023“ darauf hingewiesen, dass sich durch den Klimawandel die Verbreitungsgebiete von Infektionskrankheiten ausweiten. „Vermeintlich weit weg, ist dann doch ganz nah.“, so Gröhe. Tropenmedizinische Forschungskooperationen zwischen Deutschland und Afrika seien daher zwingend notwendig – im Interesse aller Beteiligten.

Dr. Joachim Klein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) betonte in seinem Impulsvortrag, dass das Thema Globale Gesundheit für sein Haus eine langfristige Priorität darstelle, was sich schon allein durch SDG-3 begründen lasse. Doch auch darüber hinaus spielten weitere Entwicklungsziele wie Armutsbekämpfung (SDG-1), Bildung (SDG-4) und Partnerschaften zur Zielerreichung (SDG-17) eine wesentliche Rolle. Die partnerschaftliche Forschungsförderung sei ein wichtiger Teil aktueller Strategien, z.B. der Strategie der Bundesregierung zur globalen Gesundheit und einiger Programme, die Dr. Klein kurz vorstellte.

Fünf Programme sind hierbei besonders erwähnenswert: Die European and Developing Countries Clinical Trials Partnerships (EDCTP), die Product Development Partnerships (PDP), die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), die German Alliance for Global Health Research (GLOHRA), sowie das Research Network for Health Innovations in Sub-Saharan Africa (RHISSA). Auf letzteres ging Dr. Klein genauer ein und betonte dabei den Ansatz, dass Forschungsprojekte durch die afrikanischen Partner definiert würden, wodurch ein höheres Maß an Ownership und damit Identifikation sowie ein Gefühl der Eigenverantwortung entstehe.

Im Anschluss wurden drei bestehende Einrichtungen in Gabun, der Republik Kongo und Ghana vorgestellt, die zusammen mit deutschen Kooperationspartnern seit vielen Jahren tropenmedizinische Spitzenforschung betreiben:
-    Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL)
-    Fondation Congolaise pour la Recherche Médicale (FCRM)
-    Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR)

Prof. Dr. Peter Kremsner vom Uniklinikum Tübingen und Prof. Dr. Ayola Akim Adegnika vom CERMEL stellten das Leitbild des Zentrums in Gabun an den Anfang ihres Beitrags: Durchführung von klinischer und Grundlagenforschung, Ausbildung von Studierenden und jungen Forscherinnen und Forschern, Verbesserung der Medizin durch Forschung, einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung vor Ort leisten sowie den Aufbau von Exzellenzzentren für klinische Forschung in Zentralafrika vorantreiben. Sie machten auch auf die neuesten Forschungserfolge am CERMEL aufmerksam, etwa bei der Entwicklung eines Malaria-Impfstoffs, und berichteten über die Bedeutung des Zentrums während der COVID19-Pandemie, als dort landesweit die ersten Sequenzierungen und Impfungen durchgeführt wurden.
 
Prof. Francine Ntoumi stellte im Folgenden die Arbeit der FCRM vor. Diese bestehe insbesondere aus den Säulen Forschung, Netzwerke und Ausbildung. Unter anderem habe die FCRM das Programm „Frauen und Wissenschaft“ ins Leben gerufen, mit dem in der Republik Kongo seit 2018 jährlich eine Kampagne für mehr Frauen in der Forschung lanciert wird. Sie betonte zudem die guten Erfahrungen mit gleichberechtigten Partnerschaften zu deutschen Partnern, bei dem es stets einen Austausch auf Augenhöhe gebe, auch wenn die Partner unterschiedliche Kapazitäten mitbringen.

Dr. Denise Dekker vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin gab einen Überblick über die Zusammenarbeit mit dem KCCR in Ghana, das im Jahr 2022 bereits sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte. Auch das KCCR zeichnet sich aus durch Spitzenforschung zu Tropenkrankheiten und gleichzeitig als ein wichtiger Anker für die Ausbildung von Fachkräften. Dekker betonte die Bedeutung von Satellitenzentren, mit denen eine Präsenz in den ländlichen Regionen des Landes sichergestellt werde, sowie die tragende Rolle der Forschungszentren während der COVID19-Pandemie: Allein das KCCR habe über 130.000 PCR-Tests und Sequenzierungen durchgeführt.

In allen drei Kurzvorträgen wurde die zentrale Bedeutung der deutschen Förderung für die Arbeit in Wissenschaft und Lehre zu vernachlässigten und armutsassoziierten Tropenkrankheiten in Afrika hervorgehoben.

Die anschließende Diskussion drehte sich zunächst um die Auswahl der Länder und Projekte, die durch das BMBF gefördert werden. Dabei wurde deutlich, dass es für eine Partnerschaft auf Augenhöhe auch eine entsprechende Ownership auf Seiten der afrikanischen Länder und Partner braucht. Nur, was von den lokalen Partnern als Priorität identifiziert werde, könne letztlich auch sinnvoll und ohne einengende Vorgaben gefördert werden.
 
In diesem Zusammenhang wurde auch die Eigenverantwortung der Regierungen der afrikanischen Staaten für die Forschungseinrichtungen thematisiert. Zwar profitierten die Zentren davon, dass ihnen Grund und Boden zur Verfügung gestellt werde oder dass laufende Kosten für Strom und Wasser nicht berechnet würden. Doch von Regierungsseite gebe es keine Mittel für den laufenden Betrieb, für Ersatzteile oder Personal zur Gebäudeinstandhaltung. Sowohl Argumente für mehr Förderung aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) als auch die Betonung der Eigenverantwortung der Länder bei Forschungspartnerschaften auf Augenhöhe kamen in der Debatte zum Tragen.

Zusammenfassend gab es über die herausragende Leistung der drei vorgestellten afrikanischen Einrichtungen aus Gabun, dem Kongo und Ghana für die Spitzenforschung in Afrika und die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte keine zwei Meinungen. Wohl aber zu Detailfragen, wie dem Verhältnis von institutioneller zu projektbezogener Förderung, der Sichtbarkeit der deutschen Forschungsförderung oder der Verantwortung afrikanischen Staaten zu eigenständiger Förderung von Forschungseinrichtungen und deren Vernetzung in der lokalen bzw. regionalen Fläche.
 

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