Detalji
Der Zugang zum Recht hängt in der Praxis stark von Geld, Zeit und Wissen ab. Zwar gibt es staatliche Unterstützung, doch viele Studien zeigen: Vor allem Menschen mit wenig Einkommen oder aus marginalisierten Gruppen stoßen weiterhin auf große Hürden. Formale Gleichheit bedeutet also noch lange keine gleiche Chance, Rechte tatsächlich durchzusetzen.
Ein zentraler Faktor sind die Kosten. Anwaltliche Vertretung sowie Gerichte sind teuer, und wer knapp über der Einkommensgrenze für Beratungshilfe liegt, kann sich ein längeres Verfahren oft trotzdem nicht leisten. Hinzu kommt die Komplexität des Rechtssystems: Wer nicht weiß, welche Schritte möglich sind oder wie man Informationen findet, hat es schwer, überhaupt aktiv zu werden.
Auch Zeit spielt eine große Rolle. Viele Verfahren ziehen sich über Monate oder Jahre – eine Belastung, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen seltener stemmen können. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Wer ohnehin benachteiligt ist, kann seine Rechte am wenigsten einfordern.
In einem demokratischen Rechtsstaat sollte Recht aber nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern für alle praktisch erreichbar sein. Deshalb wollen wir diskutieren: Welche Barrieren bestehen heute? Wie beeinflussen sie das Vertrauen in Justiz und Staat? Und welche Rolle kann die Anwaltschaft künftig spielen – etwa durch Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe, Pro-Bono-Arbeit, vereinfachte Verfahren, Digitalisierung oder neue Finanzierungsmodelle?
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stiftung Forum Recht (Karlsruhe/Leipzig) statt.
Program
- 18.00 Uhr – 18.15 Uhr Begrüßung und Einführung in die Diskussion
Clemens Huemerlehner
- 18.15 Uhr – 19.00 Uhr Podiumsdiskussion und Gespräch
Dr. Fabian Widder
Vizepräsident Deutscher Anwaltvereins/Mannheim
Paula Edling
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung/Berlin
N.N.
Gottfried Haufe
Moderation
- 19.00 Uhr – 19.30 Uhr Fragen und Diskussion
Gottfried Haufe
Moderation
- 19.30 Uhr Informeller Austausch