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„Wissenschaften müssen eigene internationale Strategien entwickeln“

Wissenschaft trifft Politik in Cadenabbia - Tag 2

Am zweiten Tag der Fachtagung befassten sich die Experten mit unterschiedlichen Internationalisierungsstrategien im Bereich Wissenschaft und Wirtschaft. Dabei ging es um die Rolle der Hochschulen und des Staates und welche Modelle sich übertragen lassen.

Prof. Nizar Messari, Dekan, School of Humanities and Social Sciences der Al Akhawayn Universität in Ifrane, stellte am Beispiel ihr Universität die Entwicklungen im Hochschulsektor Marokkos vor. Er erläuterte, dass die Al Akhawayn Universität sein Angebot den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes anpasse und dazu verschiedene Programme gestartet habe. Darüber hinaus fördere die Universität die Studierenden im kritischen Denken. Denn schon in den frühen Schuljahren müssten die Kinder viel auswendig lernen und gingen später mit diesem Lernverhalten an die Hochschulen. „Wir wollen, dass sie kritisch denken und nachfragen“, sagte Messari. Um für den globalen Markt vorbereitet zu sein, gebe es neben einer interreligiösen Zusammenarbeit mit Imamen und Rabbinern auch ein Sprachprojekt für marokkanische Diplomaten. In dem Programm lernen sie englisch für ihre internationale Tätigkeit. Wie viele andere Hochschulen in Marokko auch, stehe die Al Ahawayn Universität unter dem Druck des landesweiten Hochschulrankings. „Viele Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren und das an einer Universität mit einem hohen Ranking“, sagte Messari. Die Herausforderung in den kommenden Jahren werde für Marokko der Ausbau einer internationalen Lehre und Forschung sein.

Auch Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, sieht in der Internationalisierung eine große Chance. Gerade bei globalen Herausforderungen wie dem Klimawandels müssten gemeinsame Strategien entwickelt und das internationale Know-How vernetzt werden. Als positives Beispiel führte er ein Projekt in Afrika an, bei dem das Bildungs- und Forschungsministerium zusammen mit Partnern aus Afrika beim Aufbau regionaler Kompetenzzentren für Klimawandel und nachhaltiges Landmanagement finanziell helfe. „In einer Partnerschaft auf Augenhöhe versuchen wir die Expertise weiterzuentwickeln und mittels interkultureller Einbindung Antworten zu finden“, sagte Rachel. Denn neben technologischen Antworten seien auch soziale und kulturelle Fragestellungen von enormer Bedeutung und müssten beantwortet werden, so der Abgeordnete.

Eine wichtige Aufgabe der Politik sei es, die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Internationalisierung zu schaffen. Doch es sei Aufgabe der Wissenschaften, eigene Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Er bedauerte, dass Europa 2014 weniger Mittel für Innovationen ausgegeben habe als Deutschland. Umso wichtiger sei die Verzahnung von Deutschland mit dem europäischen Forschungsraum. Dem pflichtete auch Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Präsident des Stiftungsverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Sprecher der Unternehmensleitung der Boehringer Ingelheim GmbH, bei. Er forderte zudem mehr Interaktionen zwischen Grundlagenforschung und Unternehmensforschung, denn sie seien existentiell und brächten nur so einen Mehrwert.

Dr. Rudolf W. Strohmeier, stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission in Brüssel, bestätigte, dass noch nicht alle europäischen Mitgliedsstaaten weit von den Forschungs- und Investitionszielen erreicht hätten. Damit die Innovationskluft zwischen den einzelnen Ländern sinke, müsse weiterhin ein starkes Gewicht auf die Exzellenzförderung gelegt werden.

Eine Internationalisierung und die damit verbundene Innovationsfähigkeit im Bereich Forschung und Wissenschaft berge nicht nur neben Chancen, sondern auch Risiken. Prof. Dietmar Harhoff, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) und Direktor am Marx-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München, bewertete die Fokussierung Deutschlands auf die Industrie sowie die Förderung von Studierenden als einige der positiven Aspekte. Das internationale Netzwerk der Forschungs- und Entwicklungsstandorte sei in den vergangenen Jahren gewachsen und nicht mehr nur an den Ort der Produktion gebunden.

Mobilität sei ein wichtiger Bestandteil der Innovationsfähigkeit geworden, so Harhoff. „Daher ist es umso wichtiger, dass Deutschland ein noch attraktiverer Standort für ausländische Wissenschaftler wird“, sagte Harhoff. Er sieht sonst die Gefahr, dass auch eigene gute Fachkräfte ins Ausland abwandern würden. Der Vorsitzende der EFI schlug daher als einen möglichen Lösungsansatz eine Kombination von Grundlagenforschung und Spezialisierung vor, damit „Industrie 4.0 kein Papiertiger bleibe“.

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