Виступи на заходах

Eis und Dreck in Berlin: Ohne Selbsthilfe geht es nicht

Es war der Aufreger des vergangenen Winters, der zugegebenermaßen ein harter war: Eis und Schnee blockierten wochen-, ja fast monatelang das öffentliche Leben in Berlin und Umgebung ohne dass man das Gefühl hatte, es würde großartig dagegen etwas unternommen.

 

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v.l.n.r.: Gundula Lütgert, Carola Schaaf-Derichs, Winfried Becker, Moderatorin Prof. Lea Rosh, Dr. Berndt Schmidt, Felicitas Kubala und Norbert Kopp

Naturgemäß sieht das die Berliner Stadtreinigung ganz anders. Bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion von der Stiftung Zukunft Berlin sowie der Konrad-Adenauer- und Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel „Berlin – unsere saubere Stadt!“ verwies der Leiter der Straßenreinigung, Winfried Becker, auf den Gesetzes- und Verordnungsdschungel. So legt das Straßenreinigungsgesetz fest, dass z.B. solche Straßen, auf denen der öffentliche Personennahverkehr unterwegs ist, zuerst geräumt und mit Feuchtsalz gestreut werden, alle anderen Straßen kommen danach an die Reihe, wobei hier allerdings nur Split oder Sand zum Einsatz kommen darf. Nicht zuständig ist die BSR für Bürgersteige und die meisten Bushaltestellen. Hier ist der Grundstückseigentümer in der Pflicht, der er sich allerdings dadurch entledigen kann, indem er einen Winterdienst beauftragt. Wenn dieser mit dem Räumen nicht nachkommt, hilft nur noch Eigeninitiative. Dr. Berndt Schmidt, Intendant des Friedrichstadtpalastes berichtete, dass er sich gezwungen sah, Mitarbeiter zu bitten, die Wege und Stufen von zentimeterdicken Eisschollen vor dem Palast freizuhacken. „Der Winter war die Stunde der Selbsthilfe“, bilanzierte Carola Schaaf-Derichs, Geschäftsführerin der Landesfreiwilligenagentur Berlin.

Ohne diese Selbsthilfe wird es wohl auch zukünftig ganzjahreszeitlich nicht mehr gehen. Gundula Lütgert von der Initiative Rosenthaler Platz/Weinbergstraße fordert deswegen eine Abkehr „vom Betroffenheits- hin zum Zuständigkeitsdenken.“ Statt auf eine Lösung zu warten, solle jeder selber mit anpacken: „Seien Sie Vorbild, und wecken Sie dadurch Synergieeffekte bei Ihren Mitmenschen“, so Lüttgert, deren ehrenamtliche Initiative aus dem einst schmuddeligen Rosenthaler Platz einen sauberen Ort gemacht hat, der zum Verweilen einlädt. Unterstützung erhielt sie von Felicitas Kubala. Kubala, die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt ist, wies darauf hin, dass die Möglichkeiten des Gesetzgebers, für Ordnung in der Stadt zu sorgen, so gut wie ausgeschöpft seien: „Ohne bürgerschaftliches Engagement geht es daher zukünftig nicht“, so Kubala. Allerdings, so der Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf Norbert Kopp, dürfe die Stadt sich nicht darauf verlassen. Zudem müsse auch ein Umdenken in den zuständigen Ämtern stattfinden und bürgerschaftliches Engagement als etwas primär Gutes anerkannt und nicht als Einmischung abgekanzelt werden. Doch bei allem Einsatz: Klar ist auch, dass in einer Stadt der Größe Berlins Schmutz dazugehört. „Sauberkeit ist ein wichtiges Gut - aber auch nicht alles“, so Schmidts realistischer Schlusskommentar.

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