Виступи на заходах

Unternehmer und Zivilgesellschaft

Gemeinsam für nachhaltige Entwicklung

Achte Eichholzer Fachtagung zur Entwicklungspolitik am 6. und 7. März beschäftigt sich mit dem Miteinander von Zivilgesellschaft und Wirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung.

Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Bundes Katholischer Unternehmer trafen in diesem Jahr wieder hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Eichholzer Fachtagung zusammen, um gemeinsam die Möglichkeiten und Fortschritte aktueller entwicklungspolitischer Fragestellungen zu diskutieren. Auch wenn die diesjährige Eichholzer Fachtagung zum ersten Mal nicht im namensgebenden Schloss Eichholz stattfinden konnte, so hat die Ortswahl des Gustav-Stresemann-Instituts in Bonn der Veranstaltung in keinerlei Weise Abbruch getan. Thematisch ging es in diesem Jahr um die Einstellungen und Verhaltensmuster zur Förderung einer politischen und wirtschaftlichen Kultur der Nachhaltigkeit. Schlagworte, die in diesem Kontext diskutiert wurden, waren u.a. die unternehmerische Entwicklungszusammenarbeit, die Bedeutung der Korruptionsbekämpfung und die Möglichkeiten von Unternehmern und Zivilgesellschaft, gemeinsam den Zustand eines nachhaltigen Gemeinwohls zu schaffen oder zumindest dazu beizutragen. Der besondere Fokus dieser Fachtagung lag dabei auf neuen Ansätzen von Allianzen und Kooperationen zwischen Unternehmern und den Akteuren der Zivilgesellschaft. Um den Einblick in die verschiedenen dafür relevanten Fachgebiete zu gewährleisten, waren Redner aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Institutionen nach Bonn angereist, darunter Vertreter verschiedener Nichtregierungsorganisationen, der Legislative und dem BMZ. Aber auch Industrievereinigungen, Unternehmensberatungen und kirchliche Vertreter fanden den Weg in die Bundesstadt. Die internationalen Aspekte beleuchteten Vertreter aus Botswana, Indien und der Elfenbeinküste. Somit konnte also ein sehr vielseitiges und interessantes Programm mit hohem Diskussionspotenzial gewährleistet werden.

Eröffnet wurde die Veranstaltung seitens der Konrad-Adenauer-Stiftung durch Dr. Wolfgang Maier und seitens des BKU-Vorstands von Dr. Stefan Werhahn. Letzterer betonte in seiner Eröffnungsrede, dass man einen Fokus der Entwicklungszusammenarbeit auf die Förderung des Mittelstands setzen sollte. Man müsse die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für seine ökonomische Selbstständigkeit schaffen, da dieser sich folglich politisch organisiert und somit auch die Bedingungen für eine gelebte Demokratie geschaffen werden. Ganz in diesem Sinne setzte die Tagung sich fort und analysierte in ihrem ersten Panel die Unternehmer- und Wirtschaftskultur für eine nachhaltige Entwicklung. Hier bestätigte Bruno Wenn von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, dass der Mittelstand das Rückgrat der Stabilität in Deutschland sei und dieses Konzept in die Entwicklungsländer mit Hilfe staatlicher Institutionen transferiert werden müsse. Diese neue Perzeption der Bedeutung der Wirtschaft als Teil nachhaltiger Entwicklungsprozesse sowie die Relevanz von Familienunternehmen in diesem Kontext wurde auch von weiteren Pannelisten und Teilnehmern unterstützt.

Als politische und kulturelle Voraussetzungen, die das Kleinunternehmertum in ihrer Entwicklung begünstigen, nannte der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn MdB die gute Regierungsführung, welche sich durch Anpassungsfähigkeit und dem Anspruch eines Mindestmaßes an Gemeinwohlorientierung auszeichnet. In einem weiteren Panel wurden am späteren Nachmittag das Unternehmertum und die Zivilgesellschaft als gemeinsame Akteure in den Fokus gestellt. Ein besonders interessanter Gast war in diesem Zusammenhang der aus Indien angereiste Wirtschaftsberater Dr. Anjan Roy, der dem Auditorium eine komplett neue weil ausgesprochen kritische Sichtweise auf die pluralistische Demokratie präsentierte. Zwar betonte auch er, dass der KMU-Sektor eine hohe Wichtigkeit in Indien habe, jedoch behauptete er, in Indien fehle es deswegen an Wachstumspotenzial, weil die extreme Pluralität der liberal-demokratischen Gesellschaft Indiens dem entgegenstehe. Volkmar Klein MdB, Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU NRW, wiederum betonte, dass es auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und einer hohen Quote von Steuerzahlenden ankäme, damit sich eine zu guter Regierungsführung motivierte Bürgergesellschaft entwickele. Die anschließende Diskussion verwies auf die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen für eine funktionierende Bürgerbeteiligung, insbesonders ein verlässlicher Rechtsstaat.

Nach dem diskussionsintensiven Nachmittag erlebten die Gäste der Tagung beim Abendessen eine besondere Bereicherung, als Dr. Ali Diomandé, Berater des Staatspräsidenten der Elfenbeinküste, über die positive Entwicklung seines Landes informierte. In einem Projekt, welches die Elfenbeinküste bis zum Jahr 2020 zum Schwellenland machen soll, soll der Lebensstandard der Mittelschicht und das gesellschaftliche Zusammenleben durch integrierte Aktionen in allen Bereichen gestärkt werden. Für die Nachhaltigkeit dieses Erfolgs seien die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft, Sozialkapital durch Vertrauen und eine soziale Marktwirtschaft notwendig, so Elke Erlecke, Leiterin des politischen Dialogprogramms Westafrika der KAS.

Der zweite Veranstaltungstag wurde mit einem Kurzfilm des BMZ eingeleitet, der sich mit Korruption als dem entscheidenden Entwicklungshemmnis befasst und Möglichkeiten der Korruptionsbekämpfung aufzeigt. Prof. Dr. Claudia Warning (Brot für die Welt) erklärte anhand von Beispielen aus der täglichen Projektarbeit die Bedeutung, die einer politischen Kultur der Transparenz und Kommunikation hinsichtlich der Korruptionsbekämpfung zukommt. Eben dieser Mangel an Transparenz führe zu einem Problem beim Thema Korruption in China, während Botswana durch ein effektives Rechtssystem schon sehr weit auf diesem Gebiet gekommen sei, wie die Beiträge von Dr. Sebastian Paust, Mitglied im Beirat des Asian Development Bank Institutes, und Dr. Athaliah Molokomme, Generalstaatsanwältin von Botswana, deutlich machten. Die Frage, bei welchen Akteuren man mit welchen Anti-Korruptionsmaßnahmen anknüpfen sollte, brachte Dr. Claudia Lücking-Michel, MdB auf den ebenso einfachen wie richtigen Nenner: „Gute Arbeit gegen Korruption betrifft alles!“ und verdeutlichte somit die notwendige Handlungsbreite. Im abschließenden Panel wurde noch einmal das Zusammenspiel von Wirtschaft und Zivilgesellschaft unter instrumentellen Aspekten beleuchtet. Dieses Miteinander sollte nicht zufällig erfolgen, sondern geplant alle Entwicklungspotenziale nutzen, die sich aus der gemeinsamen Koordination ergeben. Wichtig sei hier insbesondere die Vertrauensbildung, um der Angst vor den Zielkonflikten zwischen der Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zu entgehen, wie der Generalsekretär des Internationalen Kolpingwerkes Dr. Markus Demele erklärte. Christian Osterhaus von Don Bosco Mondo stellte abschließend fest, der Staat müsse Raum für Kooperationen schaffen, da es ohne Wirtschaft keine Entwicklung und ohne Zivilgesellschaft keine Nachhaltigkeit geben könne.

Die diesjährige Eichholzer Fachtagung erbrachte interessante und innovative Ansätze zur Förderung von nachhaltigen Entwicklungsprozessen durch das Miteinander von Unternehmertum und Zivilgesellschaft. Die Teilnehmer bewerteten diese neuen Ansätze als zukunftsorientiert und bereichernd für ihre tägliches Engagement in und für die EineWelt.

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Sankt Augustin Deutschland