Chi tiết
Demokratische Gesellschaften stehen derzeit vor tiefgreifenden Herausforderungen. Politische Polarisierung, gesellschaftliche Umbrüche und das Erstarken extremistischer Kräfte stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt ebenso auf die Probe wie die Widerstandsfähigkeit demokratischer Institutionen. Zugleich geraten Gerichte, Verfassungsorgane und staatliche Einrichtungen zunehmend in den Fokus öffentlicher und politischer Auseinandersetzungen. Angriffe auf ihre Legitimität, persönliche Anfeindungen von Amtsträgern und die gezielte Infragestellung rechtsstaatlicher Verfahren zeigen, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit keineswegs selbstverständlich sind.
Gerade in dieser Situation kommt der juristischen Berufsethik besondere Bedeutung zu. Juristinnen und Juristen tragen Verantwortung weit über die Anwendung von Gesetzen hinaus. Sie stehen für die Unabhängigkeit der Justiz, die Wahrung der Grundrechte und die Bindung staatlichen Handelns an Recht und Verfassung. Ihr berufliches Selbstverständnis prägt maßgeblich das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaats.
Auch internationale Entwicklungen verdeutlichen die Aktualität dieser Fragen. In zahlreichen Demokratien wird über die politische Einflussnahme auf Gerichte, den Umgang mit unabhängigen Institutionen und die Grenzen staatlicher Macht diskutiert. Debatten über Amtsmissbrauch, die Instrumentalisierung von Behörden oder den politischen Druck auf rechtsstaatliche Institutionen machen deutlich, wie wichtig ein starkes berufsethisches Fundament für alle ist, die Verantwortung in Justiz, Verwaltung und Politik tragen.
Vor diesem Hintergrund widmet sich die Veranstaltung der Frage, welche Rolle juristische Berufsethik in einer Zeit gesellschaftlicher Transformation und politischer Zuspitzung spielen muss.
Chương trình
Vortrag
„Juristische Berufsethik in der heutigen Zeit“
Prof. Dr. Dirk Hanschel,
Lehrstuhl für Deutsches, Europäisches und Internationales
Öffentliches Recht, Juristische und
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg