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Jugendforum „Perspektiven. Geteilt!?“

Widerstand und Opposition in Ost und West 23.–24. April 2026, Grenzlandmuseum Eichsfeld

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Was bedeutet es, Widerstand zu leisten und wie unterschiedlich kann Opposition in Diktatur und Demokratie aussehen? Mit diesen Fragen setzten sich rund 60 Schülerinnen und Schüler aus Altenburg und Großburgwedel im Rahmen des Jugendforums „Perspektiven. Geteilt!?“ auseinander. Die zweitägige Veranstaltung im Grenzlandmuseum Eichsfeld brachte junge Menschen zusammen, um historische Erfahrungen mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verknüpfen.

 

 

Einstieg und thematische Annäherung

Nach der Ankunft startete das Forum mit interaktiven Kennenlernrunden in vier thematischen Workshop-Gruppen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich entsprechend ihrer Interessen einwählen und sich intensiv mit verschiedenen Aspekten von Widerstand und politischem Engagement beschäftigen.

 

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten unter anderem der Thüringer Bildungsminister Christian Tischner und der niedersächsische Landtagsabgeordnete Christian Frölich gemeinsam mit den Jugendlichen über die Bedeutung von Widerspruch in unterschiedlichen politischen Systemen. Dabei brachten die Schülerinnen und Schüler eigene Perspektiven ein und reflektierten, welche Rolle Mut, Verantwortung und Zivilcourage heute spielen.

 

 

Lernen am historischen Ort

Ein besonderer Programmpunkt war die Spurensuche entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie an der Grenzübergangsstelle Duderstadt/Worbis. Am authentischen historischen Ort wurde Geschichte greifbar: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten nachvollziehen, wie stark das Leben in der DDR durch staatliche Kontrolle geprägt war und welche Risiken oppositionelles Verhalten mit sich brachte.

 

Im Zentrum stand dabei auch das Schicksal von Herbert Belter, einem Leipziger Studenten, der sich gegen die SED-Diktatur stellte und dafür 1951 hingerichtet wurde. Seine Geschichte verdeutlichte eindrücklich, welchen persönlichen Preis Widerstand in autoritären Systemen haben konnte.

 

 

Workshops: Vielfalt der Perspektiven

Der zweite Tag war geprägt von intensiver Workshoparbeit. Die Themen reichten von politischem Protest im Systemvergleich über Jugendopposition in der DDR bis hin zu aktuellen Herausforderungen wie Desinformation und gesellschaftlicher Diskurs im digitalen Raum. Der Journalist Marius Reichert, der unter anderem aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine berichtet und für öffentlich-rechtliche Medien tätig ist, leitete hierzu einen Workshop und vermittelte den Teilnehmenden Grundlagen zum Erkennen und Einordnen von Fake News. Das interaktive Biografiespiel „Allersleben“, das von der Evangelische Akademie Thüringen entwickelt und durchgeführt wurde, ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, Entscheidungsprozesse und Lebensrealitäten junger Menschen in der DDR nachzuvollziehen.

 

Die Ergebnisse der Workshops wurden anschließend im Plenum präsentiert. Dabei zeigte sich die inhaltliche Vielfalt der erarbeiteten Themen besonders deutlich: Eine Gruppe stellte Plakate vor, die unterschiedliche Protestformen in Ost- und Westdeutschland vergleichend gegenüberstellten und deren Entwicklung nachvollziehbar machten. Parallel dazu entwickelte eine andere Gruppe kreative Social-Media-Reels, in denen Mechanismen von Fake News erläutert und Strategien für einen reflektierten Umgang damit aufgezeigt wurden. Im Rahmen des Biografiespiels setzten sich die Jugendlichen intensiv mit Entscheidungsprozessen im DDR-Alltag auseinander und reflektierten die weitreichenden Konsequenzen individueller Handlungen. Ergänzend dazu wurden die Risiken und Folgen von Jugendopposition historisch eingeordnet und diskutiert.

 

 

Reflexion und Ausblick

In der abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, wie gewinnbringend die Verbindung aus historischer Aufarbeitung und aktueller politischer Bildung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war. Besonders positiv hervorgehoben wurden die interaktiven Formate, der Austausch mit politischen Akteuren sowie die Möglichkeit, eigene Positionen zu entwickeln.

 

Das Jugendforum zeigte eindrucksvoll: Die Auseinandersetzung mit Vergangenheit ist entscheidend für das Verständnis von Demokratie in der Gegenwart. Widerstand und Opposition sind keine abstrakten Begriffe, sie sind Ausdruck von Haltung, Mut und Verantwortung, damals wie heute

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