Der Konflikt um die Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer droht zu eskalieren. China setzt Japan und Nordamerika ein Ultimatum, letzte Versuche der Diplomatie scheitern. Plötzlich befindet sich die Welt im Krieg. Dieses Szenario wird in Wirklichkeit hoffentlich nie eintreten. Beim Planspiel „Politik und Internationale Sicherheit“ (POL&IS) der Bundeswehr in Georgsmarienhütte konnten wir Stipendiatinnen und Stipendiaten es nicht verhindern. Wie schnell sicherheitspolitische Konflikte sich zuspitzen können, wenn die beteiligten Akteure nur nach eigenen Interessen handeln, ist eine unserer zentralen Erkenntnisse der Simulation.
Das rollenbasierte, sicherheitspolitische Planspiel „POL&IS“ wurde in den 1980er-Jahren entwickelt und wird mehrtägig von Jugendoffizieren der Bundeswehr durchgeführt. Es teilt die Welt in modellhafte Regionen wie Nordamerika, Europa und Afrika und weist jeder und jedem Teilnehmenden eine Rolle zu. Als Regierungschef, Sicherheitsminister oder Wirtschaftsministerin vertritt man die Interessen der eigenen Region auf internationaler Bühne. Akteure im Umfeld der UN kontrollieren die Regierungen und verhandeln. Die Möglichkeiten sind weitreichend: Verträge schließen, Güter handeln, Truppen stationieren. Wer mitspielen will, muss die Probleme seiner Region kennen – und die der Welt.
Leidenschaftlich stritten wir Stipendiatinnen und Stipendiaten für unsere Regionen und entwickelten durchdachte politische Programme. In der Generalversammlung diskutierten wir die großen Themen der Zeit – unter anderem die Fragen nach Krieg und Frieden sowie des Umwelt- und Klimaschutzes. Es zeigte sich: In der internationalen Politik zählt Macht manchmal mehr als Argumente. Internationale Abhängigkeiten schmälerten die Handlungsfähigkeit insbesondere der Regionen des „globalen Südens“, was immer wieder in den Debatten angeprangert wurde.
Diplomatie war die schwerste Aufgabe des Planspiels. Unsere Verhandlungen erwiesen sich als herausfordernd – und scheiterten im Konflikt um die Senkaku-Inseln am Ende sogar. Was bleibt: das Gefühl, wie fragil internationale Politik ist. Und wie viel es braucht, damit sie funktioniert. Schließlich lassen sich internationale Herausforderungen und Konflikte in einer komplexen, globalisierten Welt nur gemeinsam lösen – das gilt auch für POL&IS-Simulationen.
Ein Veranstaltungsbericht von: Tobias Spalek - Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung
Leitung: Anika Mester, Referentin der Konrad-Adenauer-Stiftung
Được cung cấp bởi
Hauptabteilung Begabtenförderung und KulturVề loạt bài này
Mỗi năm, Quỹ Konrad-Adenauer, các viện đào tạo, trung tâm đào tạo và văn phòng nước ngoài của mình cung cấp hàng nghìn sự kiện về các chủ đề khác nhau. Thông qua các cuộc hội thảo, sự kiện, hội nghị chuyên đề v.v… có chọn lọc, chúng tôi thông tin hiện tại và độc quyền cho quý vị thông qua www.kas.de. Tại đây, quý vị có thể tìm thấy bên cạnh những báo cáo tổng kết nội dung cả các tài liệu bổ sung như hình ảnh, bản bóc lời thuyết trình, video hoặc trích đoạn ghi âm.