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Weichen für Wachstum

Wie Hamburg seine wirtschaftliche Zukunft gestaltet

Im Rahmen der politischen Bildungsarbeit fand am 28.05.2026 in Hamburg eine Podiumsdiskussion zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Hamburg statt. Im Zentrum stand die Frage, wie die Hansestadt unter zunehmend komplexen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Standortattraktivität sichern und weiterentwickeln kann. Ein Bericht von Maximilian Brendel, Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

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Nach der Begrüßung durch Hans Kemeny (Der Mittelstand. BVMW e.V.) führte David Mbae-Straßenburg (Konrad Adenauer-Stiftung Hamburg) in das Thema ein und moderierte die Diskussion.
Zu Beginn wurde der Wirtschaftsstandort Hamburg grundsätzlich eingeordnet. Dabei zeigte sich ein weitgehend gemeinsames Grundverständnis, dass Hamburg insgesamt als attraktiver und leistungsfähiger Standort gilt, jedoch mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Eva Botzenhart (Bündnis 90/Die Grünen) hob insbesondere die Verbindung von wirtschaftlicher Entwicklung und ökologischer Nachhaltigkeit hervor.

Dirk Kienscherf (SPD) hob vor allem die bestehende Struktur der Hamburger Wirtschaft, das Netzwerk unter zentralen Branchen sowie die hohe Lebensqualität als stabilisierende Standortfaktoren hervor.

Sascha Greshake (CDU) stellte insbesondere die Bedeutung digitaler Infrastruktur sowie die Stärke klassischer Wirtschaftsbereiche wie Hafen- und Logistikwirtschaft her aus. Dr. Hans-Jürgen Völz (BVMW) untermauerte diese Einschätzungen anhand wirtschaftlicher Kennzahlen und verwies darauf, dass Hamburg in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Bundesdurchschnitt überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen konnte. Gleichzeitig wurde auf bestehende Herausforderungen hingewiesen, insbesondere im Hinblick auf Insolvenzentwicklungen sowie strukturelle Anpassungsprozesse.

Bernhard Jurasch (Billbrook kreis e.V.) ergänzte diese Perspektive um die Sicht größerer Unternehmen und machte deutlich, dass Expansionen in Hamburg teilweise durch infrastrukturelle und planungsbezogene Rahmenbedingungen erschwert werden.

Frank Schulz (Max Wiede GmbH) bestätigte diese Einschätzungen aus unternehmerischer Sicht, betonte jedoch zugleich, dass in der Stadt ein grundsätzliches politisches und administratives Bestreben erkennbar sei, bestehende Potenziale besser auszuschöpfen. Im zweiten Themenblock stand die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Mittelpunkt.

SPD und CDU vertraten hierbei die Auffassung, dass zwar Fortschritte im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung erkenn bar seien, insgesamt jedoch weiterhin Defizite bestünden. Insbesondere lange Genehmigungsprozesse wurden als Hemmnis für Investitionen in Infrastruktur und Gewerbe beschrieben. Dr. Völz untermauerte diese Einschätzung mit Verweis auf volkswirtschaftliche Analysen zu Bürokratiekosten und produktivitätshemmenden Effekten. Aus unter schiedlichen Perspektiven wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert.

Die Grünen betonten dabei insbesondere die Notwendigkeit politischen Gestaltungswillens sowie eines stärkeren Mutes zur Veränderung bestehender Verwaltungsstrukturen. Ergänzend wurden unter anderem Genehmigungsfiktionen, mehr Pragmatismus in behördlichen Abläufen sowie eine stärkere Einbindung externer Akteure in die Entwicklung von Verwaltungsprozessen thematisiert. Auch der Einsatz digitaler Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz, wurde als mögliche Beschleunigung von Verfahren diskutiert, während der Datenschutz zugleich als zentrales, jedoch teilweise verfahrensverlangsamendes Element eingeordnet wurde.

Im dritten Themenblock zu Bildungs- und Fachkräftestrategien wurde insbesondere der Umgang mit internationalen Fachkräften hervorgehoben. Dabei wurde betont, dass deren Integration in den Arbeitsmarkt zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt und entsprechend unterstützende Rahmenbedingungen erforderlich sind. Ergänzend wurden strukturelle Faktoren wie die Wohnraumsituation sowie das Verhältnis von akademischer und beruflicher Ausbildung als zentrale Einflussgrößen für die Fachkräftesicherung diskutiert.

Im Anschluss wurden Fragen aus dem Publikum aufgegriffen. Dabei standen insbesondere die mögliche Olympiabewerbung Hamburgs sowie die Belastbarkeit der städtischen Infrastruktur im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurde erörtert, inwiefern Hamburg als Standort ausreichend Unterstützung für Unternehmensgründungen bietet und welche Rahmenbedingungen hierfür weiterentwickelt werden können. Insgesamt zeigte die Veranstaltung ein hohes Interesse an wirtschafts- und standortpolitischen Fragestellungen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Hamburg trotz seiner starken Ausgangsposition weiterhin vor erheblichen strukturellen Herausforderungen steht, insbesondere in den Bereichen Verwaltung, Fachkräfte und Investitionsprozesse. 

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