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Wirtschaft in Afrika - eine Chance für deutsche Unternehmen?

của Nathalie Burkowski, Veronika Ertl
Bereits zum 13. Mal fand die jährliche Fachkonferenz Entwicklung und Wirtschaft in Bonn statt. In Zusammenarbeit mit dem Bund Katholischer Unternehmer (BKU) organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. (KAS) eine lehrreiche Veranstaltung mit anregenden Diskussionen und vielen Möglichkeiten zum Austausch.

Unter dem diesjährigen Motto “Wirtschaft schafft Entwicklung - Unternehmerisches Engagement für nachhaltige Entwicklung in Afrika” fanden auf zwei Tage verteilt drei Panels und mehrere Vorträge mit Politikern, Unternehmern und Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft statt. Thematisiert wurde die Rolle, die privatwirtschaftliches Engagement für die Schaffung von Wachstum und Wohlstand auf dem afrikanischen Kontinent spielen kann. Dieses Engagement wird seit einiger Zeit zunehmend als wichtiges Instrument neben klassischer entwicklungspolitischer Zusammenarbeit thematisiert. So ist beispielsweise ein Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen – in Afrika und darüber hinaus – nicht ohne die Beteiligung von wirtschaftlichen Akteuren möglich.

Der richtige Umgang mit einem solch vielfältigen Kontinent wie Afrika ist dabei jedoch nicht ohne Herausforderungen. Prof. Dr. Dr. Hemel, Vorsitzender des BKU, und Frank Priess, stellvertretender Leiter Europäische und Internationale Zusammenarbeit der KAS, waren sich in ihren Begrüßungsworten einig, dass wir afrikanische Länder stärker als Partner auf Augenhöhe wahrnehmen müssen und auf Herausforderungen aber auch afrikanische Lösungsansätze differenzierter eingehen müssen. Auch hinderten altmodische Vorstellungen von Armut und Lehmhütten weiterhin viele deutsche Unternehmer daran in Afrika zu investieren, während etwa Chinas Einfluss dort bereits allgemein spürbar ist.

Als Keynoterednerin richtete sich Joyce Njogu von der Kenya Association of Manufacturers mit einer leidenschaftlichen Rede an die Teilnehmer der Veranstaltung.Afrika habe zwar viele Herausforderungen - unter anderem, ähnlich wie auch in Deutschland, Klimawandel und Städteflucht - doch biete zugleich auch einmalige Chancen. Etwa wachse der digitale Markt rasant und biete mit seinen engagierten, gut ausgebildeten und zugleich preiswerten Arbeitskräften auch für Deutschland gute Investitionsmöglichkeiten. Wirtschaftliches Interesse könne viel zur nachhaltigen Entwicklung des Chancenkontinents beitragen - mehr noch als bisherige staatliche Programme. Sie stellt Afrika aber auch als missverstandenen Kontinent dar: Afrika ist kein Land, sondern ein Kontinent mit 1,2 Milliarden Einwohnern und vielen verschiedenen Kulturen und Ländern. Jedes dieser afrikanischen Länder habe dabei eine “My country first”-Einstellung, doch sie hoffe auf eine panafrikanische Zukunft.

Passend zu diesen Anmerkungen thematisierte Dr. Matthias Bauer, Senior Economist am European Centre for International Political Economy, in einem kurzen Input die neu geschaffene Panafrikanische Freihandelszone als wichtiges und positives Signal für vertiefte Kooperation auf dem Kontinent.

Laut Michael Krake, Unterabteilungsleiter „Wirtschaft, Handel, Beschäftigung und Digitalisierung“ im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), sei die stärkere Verschränkung von Entwicklungspolitik und Außenwirtschaftsförderung ein wichtiger Schritt für die Förderung nachhaltiger Entwicklung in Afrika. Er sehe in Afrika für deutsche Unternehmen neue Perspektiven in teils noch unerschlossenen Märkten, etwa beim Ausbau der afrikanischen Infrastruktur. Diese wirtschaftlichen Chancen würden jedoch oft übersehen, da die deutsche Sichtweise auf Afrika stark von Themen wie Sicherheit und Migration geprägt sei. Auch Dr. Johannes Flosbach von der TGI Group in Nigeria, betonte die Rolle des Privatsektors als wichtiger Treiber und Gestalter nachhaltiger Entwicklung in Afrika - mahnte jedoch gleichzeitig, dass Aspekte unternehmerischer Verantwortung hierbei nicht in den Hintergrund gedrängt werden dürften. Nur so könnten Entwicklungsziele vor Ort erreicht werden. Marius Oosthuizen vom Gordon Institute for Business Science (GIBS) sieht hierbei eine neue Sichtweise des Privatsektors als Akteur für nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Transformation, als zentral.  Darüber hinaus verwies Dr. Flosbach auf die Potenziale der Zusammenarbeit mit Universitäten, um bestehende Lücken zwischen Bildungssystemen und Anforderungen des Privatsektors zu schließen und damit einen Beitrag zur Beschäftigungsförderung zu leisten. Diese Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Universitäten seien bislang nicht ausreichend genutzt worden.

Gleichzeitig wurden jedoch auch Herausforderungen für privatwirtschaftliches Engagement in Afrika thematisiert. So seien in vielen Staaten derzeit die Rahmenbedingungen für größere Investitionen und Projekte nicht ausreichend, hier seien die afrikanischen Regierungen in der Pflicht diese zu verbessern. Als Beispiele nannte Andreas Wenzel, Geschäftsführer der AHK Marokko, unter anderem Komplikationen bei Aufenthaltsgenehmigungen und Zollverfahren, die deutsche Unternehmen abschrecken. Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, betonte aber auch die enormen Potenziale, die deutschen Unternehmen in Afrika offen stünden und dass bestehendes Unwissen der deutschen Wirtschaft über Afrika beseitig werden müsse, um Chancen in Afrika zu erkennen und davon zu profitieren.

Für afrikanische Unternehmen ergibt sich darüber hinaus der unzureichende Zugang zu Finanzierung als zentrales Problem, wie von Agnes ‘Tokunbo Martins, Direktorin der Bankenaufsicht a.D. der Zentralbank von Nigeria belegt wurde. Auch der Zugang zum digitalen Markt sei trotz rapiden Wachstums für viele Afrikaner immer noch nicht gegeben. Insbesondere für Start-ups in Afrika stellen diese Faktoren weitreichende Hindernisse dar – auch vor dem Hintergrund, dass sich in Afrika bisher nicht wie in anderen Weltregionen wirkungsvolle und organisierte Netzwerke zur Unterstützung von Unternehmertum geformt haben. Solche Netzwerke und damit regionale Unternehmer zu unterstützen, hat sich beispielweise GIZ-Initiative Make-IT in Africa zum Ziel gesetzt.

Die bereits anfangs thematisierte Übernahme sozialer Verantwortung durch Unternehmen stand auch in einer hochrangig besetzten Gesprächsrunde zu unternehmerischer Sorgfaltspflicht in globalen Lieferketten im Mittelpunkt, in der unter anderem die aktuelle deutsche Diskussion zur möglichen Schaffung eines Lieferkettengesetzes aufgegriffen wurde. Dr. Volker Treier, Außenwirtschaftschef und Mitglied der Hauptgeschäftsführung der DIHK betonte, dass ein derartiges Gesetz deutsche Unternehmen davon abhalten würde in afrikanischen Ländern zu investieren. Die Anforderungen eines solchen Gesetzes seien von Unternehmen nicht realistisch zu erfüllen. Hermann Gröhe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KAS warb hingegen für eine sachliche Betrachtung potenzieller Regulierungsoptionen und verwies auch darauf, dass viele – auch mittelständische Unternehmen – sich mittlerweile für ein Gesetz aussprächen, das Rechtssicherheit schaffen könne. Es ginge vorrangig darum schlimmste Formen der Menschenrechtsverletzungen wie Sklaven- und Kinderarbeit zu verhindern. Bei einem solchen Gesetz mit Augenmaß müsse natürlich darauf geachtet werden, dass dabei die Chancen für Unternehmen in Afrika nicht drastisch eingeschränkt werden. Auch Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, pochte auf die Verantwortung von Unternehmen und betonte, dass diese nicht abwarten sollten, bis Regulierungen sie zu moralischem Handeln zwängen. Sie verwies darauf, dass wir auf Basis unserer christlichen Werte und dem System der sozialen Marktwirtschaft eine besondere Verantwortung tragen.

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Veronika Ertl bild

Referentin Entwicklungspolitik

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