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Analysen und Argumente

Zwei Kreuze für die Bürgerpflicht

von Jochen Roose

Eine qualitative Studie über die Motivationen zur Wahl und Nichtwahl bei der Bundestagswahl 2017

Bei der letzten Bundestagswahl hat die Beteiligung zugenommen. Die Studie beschreibt ausgehend von Tiefeninterviews nach der Bundestagswahl, wie Wahlberechtigte sich für oder gegen eine Wahlteilnahme entscheiden und wie sie die Wahl erleben.
  • Nichtwähler sind nur zum Teil frustriert oder entfremdet vom politischen System. Zum Teil haben aber auch Wähler sehr wenig Vertrauen in das politische System.
  • Die Menschen in Deutschland fühlen sich in hohem Maße verpflichtet, an der Bundestagswahl teilzunehmen. Dies gilt oftmals auch für Nichtwähler.
  • Zur Wahlteilnahme motivieren neben dem Verpflichtungsgefühl der Wunsch, Politik zu beeinflussen, und die Aussicht, mitreden und sich beschweren zu können.
  • Die Aussichten der AfD, in den Bundestag einzuziehen, haben sowohl AfD-Anhänger als auch AfD-Gegner zur Wahlteilnahme mobilisiert.
  • Die Wahl an der Urne wird zum Teil als wichtiges und würdevolles Ereignis oder als soziales Ereignis geschätzt. Die Briefwahl wird insbesondere gewählt, weil sie praktisch oder wegen einer Abwesenheit nötig ist.
  • Einzelne, besonders misstrauische Wähler entscheiden sich zwischen Brief- oder Urnenwahl nach der Frage, wie sie die Kontrolle über ihre abgegebene Stimme erhöhen.
Ansprechpartner

Dr. Jochen Roose

Dr

Koordinator für Umfragen und Parteienforschung

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Ansprechpartner

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Leiterin des Teams Empirische Sozialforschung und stellvertretende Hauptabteilungsleiterin

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Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über wichtige Positionen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen vor, bieten Kurzanalysen, erläutern die weiteren Pläne der Stiftung und nennen KAS-Ansprechpartner.