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„Alte“ Muslimbruderschaft, „neue“ Muslimbruderschaft

от Otmar Oehring

Ziel: islamisches Kalifat

Die Krise um die Muslimbruderschaft in Jordanien erreichte am 6. März 2015 einen neuen Höhepunkt. Staatliche Behörden gaben dem Antrag einer Gruppe um den Rechtsanwalt Abdul Majeed Thneibat zur Neu-Registrierung der Muslimbruderschaft statt.

Hauptanliegen der Gruppe um Thneibat war es, offiziell die Beziehungen der Muslimbruderschaft in Jordanien zur ägyptischen Muslimbruderschaft zu beenden. Der Führer der alten jordanischen Muslimbruderschaft Hammam Saeed bemühte sich gemeinsam mit Vorstandskollegen noch in letzter Minute im Gespräch mit Ministerpräsident Abdallah Ensour den Status quo zu erhalten und eine neue Muslimbruderschaft in Jordanien zu verhindern. Ensour spielte die Ent-wicklungen mit dem Hinweis herunter, es gehe lediglich um die Lizensierung einer neuen Wohltätigkeitsorganisation und nicht darum, den Status der bisherigen Organisation zu korrigieren. Tatsächlich darf man davon ausgehen, dass es bei der Registrierung einer neuen Muslimbruderschaft in Jordanien um weit mehr geht, als nur um die Registrierung einer neuen Wohltätigkeitsorganisation.

Aber auch unabhängig von einer Antwort auf diese Frage steht fest, dass das letzte halbe Jahr für die alte Muslimbruderschaft in Jordanien nicht positiv verlaufen ist. Mitte November 2014 war ihr stellvertretender Vorsitzender Zaki Bani Rsheid verhaftet worden, nachdem er die Vereinigten Arabischen Emirate dafür kritisierte, dass sie die Muslimbruderschaft auf eine Liste von Terrororganisationen setzte. Bani Rsheid, der als die wichtigste Figur des konservativen Lagers der Muslimbruderschaft gilt und dem vorgeworfen wurde die Beziehungen Jordaniens zu einem brüderlichen Staat zu beeinträchtigen, ist mittlerweile vom Staatssicherheitsgericht zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Er hatte die VAE als einen wesentlichen Paten des Terrorismus bezeichnet und ihnen vorgeworfen vor den USA zu katzbuckeln und zionistischen Interessen zu dienen. Bereits im September 2014 war ein anderer führender Muslimbruder, Mohamed Said Bakr, wegen Aufwiegelung gegen die jordanische Regierung verhaftet worden, nachdem er diese als Vasallen der USA bezeichnet hatte.

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von Hasan al Bana in Ägypten gegründet. Schon in den ersten zehn Jahren nach ihrer Gründung entstanden in der Levante Gruppen, die der Muslimbruderschaft nahestanden.

Emir Abdullah I. als Förderer

Auch Emir Abdullah I von Transjordanien stand der Bewegung positiv gegenüber und beauftragte den Schwager von Hasan al Bana, Abdul-Hakim Abidin, damals Generalsekretär der Muslimbruderschaft, eine jordanische Regierung zu führen. Auch wenn dieser dem Angebot nicht folgte, hatte die Bruderschaft doch schon 1942 Filialen in Transjordanien und Palästina, wobei es Hasan al Bana selbst übernahm, den Aufbau der Bewegung in Transjordanien zu stimulieren. Ein Durchbruch gelang der Bruderschaft 1945 mit der Restrukturierung durch Said Ramadan, die 1946 zur Anerkennung der Bewegung durch Abdullah I – nun König von Transjordanien – führte. Aufbauen konnte Ramadan dabei auf den Vorarbeiten von Abdul Latif Abu Qura, einem Händler syrischer Herkunft , dem ersten Führer der Muslimbruderschaft in Transjordanien.

Nach der arabischen Niederlage im Krieg nach der Unabhängigkeitserklärung Israels 1948 wurden die Zweige der Muslimbruderschaft in Palästina und Transjordanien der Aufsicht des Großmuftis von Jerusalem, Hajj Mohammed Amin al-Husseini unterstellt, der in Deutschland vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem NS-Regime Bekanntheit erlangt hat.

Die weitere Verfestigung ihres Status in Transjordanien verdankt die Muslimbruderschaft nicht zuletzt dem Umstand, dass an der Ermordung von König Abdullah I. in Jerusalem 1951 kein Mitglied der Muslimbruderschaft beteiligt war. Zudem präsentierte sich die Bewegung in den Folgejahren eher als reformistisch und nicht als anti-Regime Bewegung. Unterstützt wurde die Muslimbruderschaft auch dadurch, dass der neue König, Hussein, Muslimbrüdern aus Ägypten, die vor der Diktatur Gamal Abdel Nassers in Ägypten geflohen waren, Aufnahme gewährte.

Ende der britischen Herrschaft

Eine wichtige Leistung der Bruderschaft war sicher auch ihr Eintreten für ein Ende der britischen Herrschaft in Jordanien. Mehrfach wurde in den frühen 1950er Jahren der Führer der Muslimbruderschaft,Yusuf al-Azm, verhaftet, am Ende mussten die Briten aber Jordanien verlassen. Die Beziehungen zum Regime verbesserten sich zudem, weil die Bewegung König Hussein I. in seinem Kampf gegen Kommunisten und Säkularisten unterstützte, die nach der Machtübername Gamal Abdel Nassers in Ägypten an den Universitäten erstarkt waren. Und das gleichwohl die Muslimbruderschaft ihre Gegnerschaft zur Gründung des Baghdad-Pakts deutlich machte. Als König Hussein 1957 die Parteien verbot, war es einzig die Muslimbruderschaft, die weiterhin an Wahlen teilnehmen konnte und an Regierungen beteiligt wurde.

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