picture alliance/dpa | Michael Hanschke

Russischer Angriffskrieg auf die Ukraine

Russischer Angriffskrieg auf die Ukraine

Die Aggression Russlands ist nicht nur ein Angriff auf die Ukraine, sondern auch ein Angriff auf unsere europäische und internationale Ordnung.

Prof. Dr. Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung

Mit Russlands völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen die Ukraine bestehen keine Zweifel mehr über den wahren Charakter Putins und seines Regimes. Die lang diskutierte Frage nach den Absichten Putins ist seit dem 24. Februar 2022 vor aller Welt beantwortet: Er will die Ukraine mit dem Einsatz brachialer militärischer Gewalt unterwerfen und zu einem vollständig von ihm abhängigen Gebilde machen.

Die staatliche Souveränität der Ukraine und ihr selbstbestimmter Weg hin zu Demokratie und Rechtsstaat hat in seinem Weltbild keinen Platz. Der Angriff ist deshalb auch ein Angriff auf die Europäische Friedensordnung, in der Grenzen nie mehr mit Gewalt verschoben werden dürfen, und ein Angriff auf die internationale Ordnung, die auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker beruht.

Zudem zeigt der Überfall auf die Ukraine, dass es Putin in erster Linie nicht um russische Sicherheitsinteressen geht. Vielmehr ist ihm ein Nachbar, der den Weg hin zu Demokratie und Rechtsstaat eingeschlagen hat, ein Dorn im Auge. Eine funktionierende Demokratie in seiner unmittelbaren Nachbarschaft bedroht Putins autoritäre Herrschaft, denn sie zeigt eine freiheitliche und wirtschaftlich attraktive Alternative auf.

 

Der Westen steht zusammen

Anders als beabsichtigt hat Putin mit seinem Krieg den Westen geeint. Binnen weniger Tage wurden umfangreiche Sanktionspakete verabschiedet, die die russische Wirtschaft hart treffen. Zudem wurden Waffenlieferungen an die Ukraine beschlossen und Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des nordatlantischen Bündnisses ergriffen. Die deutsche, europäische und atlantische Sicherheits- und Verteidigungspolitik wird – unabhängig vom Ausgang des Krieges in der Ukraine – von Grund auf neu gedacht werden müssen.

 

Folgen für die Weltordnung und Europa

Das Jahr 2022 wird künftig in einer Reihe mit den Jahren 1945 und 1989 stehen. Mit dieser Zeitenwende stellen sich zahlreiche Fragen nach den kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Folgen des Krieges, die bisher kaum absehbar sind.

Welche Opfer wird er in der ukrainischen Zivilbevölkerung und unter den Kombattanten beider Seiten noch fordern? Welche Rückwirkungen hat der Krieg – vor allem die Bilder vom Kriegsgeschehen, den Versehrten und Todesopfern – auf die Menschen in Russland und das Putin-Regime? Welche wirtschaftlichen Folgen hat dieser Krieg für Russland, den Westen sowie die Weltwirtschaft? Wie wird Europa die Flüchtlingsströme bewältigen? Wann und wie wird dieser Krieg enden? Welche Folgen haben die denkbaren Szenarien des Kriegsausgangs für die Menschen in der Ukraine und für die europäische und internationale Sicherheitsarchitektur? Welche Rolle kann die Europäische Union spielen? Wie wird der Krieg von der internationalen Gemeinschaft wahrgenommen und welche Haltung nehmen die Staaten der Welt gegenüber Russland ein? Welche Folgen für die künftige Weltordnung hat dieser Krieg?

Auf dieser Seite finden Sie Informationen aus den Auslandsbüros der Stiftung sowie Analysen und Publikationen zu den oben genannten Themen und Fragen, die fortlaufend aktualisiert und ergänzt werden.


Publikationsprojekte

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss gelebt, gepflegt und notfalls auch aktiv verteidigt werden – sei es gegen innere oder äußere Gefahren. Unser Publikationsprojekt zur „Wehrhaften Demokratie“ widmet sich dabei dem Schutz unserer Demokratie und beleuchtet eine große Bandbreite an Themen vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine über autoritäre Propaganda und Einflussnahme, Cyberangriffe und Trollarmeen bis hin zu Extremismus, Populismus, Radikalisierung und Hassrede.

Wehrhafte Demokratie

Illustration des Reichstagsgebäudes shutterstock/Carabus • Karl-Michael Constien und racken GmbH, Berlin • yellow too, Pasiek Horntrich GbR

 

Russlands Angriff auf die Ukraine hat die Frage nach der Wehrhaftigkeit der Demokratie in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses katapultiert. Doch Panzer und Raketen sind nicht die einzige Bedrohung für unsere freie Gesellschaft. Unsere Demokratie ist vielen Gefahren ausgesetzt, mit denen sich unser Essayband und eine große Kampagne beschäftigen.

 

Mehr erfahren über das Thema „Wehrhafte Demokratie“ oder direkt zum Essayband „Die wehrhafte(re) Demokratie“


Publikationen zum Thema

Der Marsch des Unsterblichen Regiments am 9. Mai 2019 in Moskau. Wikimedia Commons
Mythos des Sieges
Russlands Geschichtspolitik seit 2000
UN Generalversammlung Reuters / Eduardo Munoz
Im Schatten des Krieges – die 77. Generalversammlung der Vereinten Nationen
Neue Herausforderungen könnten neue Möglichkeiten für Reformen, eventuell sogar des Sicherheitsrates, ergeben.
Der selbsternannte Gouverneur der Region Luhansk Valery Bolotov (C) hält eine Rede während einer Kundgebung anlässlich der Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums über den Status der Region Luhansk in Luhansk am 12. Mai 2014. Pro-Moskau-Rebellenführer im Osten Die Ukraine forderte am Montag, dass ihre Region Teil Russlands wird, nachdem sie in einem Referendum am Wochenende über die Selbstverwaltung den Sieg erklärt hatte. Valentyn Ogirenko, Reuters
„Rechtsprechung“ im rechtsfreien Raum
Die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk als Beispiele für Streitschlichtung in Rebellengebieten
01.09.2016, Chisinau, Republik Moldau - Das Parlament der Republik Moldau Caro / Bastian/Süddeutsche Zeitung Photo
Moldau – ein historischer Überblick
Interview2 Konrad-Adenauer-Stiftung
"Das Leben, das wir vor dem 24. Februar geführt haben, wird es so nicht mehr geben."
Bogdan ist Ukrainer und Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wir haben mit ihm gesprochen.
Der Südkaukasus im Herbst 2022 NASA
Der Südkaukasus im Herbst 2022
Im Windschatten von Russlands Krieg in der Ukraine
Anti-russische Demonstration vor der russischen Botschaft in Warschau Reuters / Aleksandra Szmigiel
Desinformation als Kriegsinstrument
Russische Narrative zur Rolle Polens im Rahmen des Angriffskrieges
Kas.de
Geber- und Empfängerländer sowie Finanzierungsfortschritt für Humanitäre Hilfe bis Mitte 2022
Map of the Month 08/2022
Illustration des Reichstagsgebäudes shutterstock/Carabus • Karl-Michael Constien und racken GmbH, Berlin • yellow too, Pasiek Horntrich GbR
Die wehrhafte(re) Demokratie
Russland und zehn weitere Gefahren für unsere Freiheit
Beitrag Michael Hüther Gestaltung: StanHema
Teuerung auf breiter Front
Das Risiko der Stagflation in der Eurozone
Beitrag Josef Braml Gestaltung: StanHema
Transatlantische Illusion
Warum Europa politisch, wirtschaftlich und militärisch selbstständiger werden muss
Veronika Grumm Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Interview: Greenflation?
Veronika Grimm über die Inflationsbekämpfung und ein klimaneutrales Energiesystem
Platzhalter_Rot1
Angst vor der Lohn-Preis-Spirale
Lösungsansätze aus Unternehmersicht
Platzhalter_weiß2
Kulturelle Aneignung
Warum der Westen die ukrainische Kultur, Wissenschaft und Geschichte nicht berücksichtigt
Platzhalter_weiß2
Editorial
NATO NATO/ Flickr
Standfestigkeit und Klarheit gegenüber Moskau
Fünf Grundsätze gegen Wunschdenken und für mehr Realismus
Mit Recht gegen Gewalt – Völkerrechtliche Perspektiven auf den Krieg in der Ukraine diy13, stock.adobe.com
Mit Recht gegen Gewalt
Interview zu völkerrechtlichen Perspektiven auf den Krieg in der Ukraine
Palais des Nations Geneva Flickr/UN Geneva/CC BY-NC-ND 2.0
Genfer Großwetterlage
Entwicklungen in den Genfer Internationalen Organisationen Mitte April bis Mitte Juli 2022
MS_Header Marcus Schoft
Auch wir in Deutschland kämpfen an der Front. An der Informationsfront
Wie ukrainische Stipendiatinnen und Stipendiaten dem russischen Angriffskrieg in ihrer Heimat begegnen
Der russische Präsident Boris Jelzin (r.) und der sowjetischen Präsident Michail Gorbatschow (l.) auf einer Dringlichkeitssitzung des russischen Parlaments am 23. August 1991 picture-alliance/dpa
Der Zerfall der Sowjetunion

Veranstaltungen zum Thema

Sep

2022

Eichwalde
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und seine Folgen
Tag der Wirtschaft und Wissenschaft am Humboldt-Gymnasium Eichwalde

Oct

2022

Bonn
Die Zukunft des Westens
Bonner Forum zur Einheit. Deutschland und Europa

Oct

2022

04.10.2022 - Putins Krieg gegen die Ukraine - Analysen und Perspektiven für die Ukraine und Russland
Vortrag und Gespräch

Oct

2022

12.10.2022 - Putins Krieg gegen die Ukraine
Analysen und Perspektiven für die Ukraine und Russland

Publikationen zum Thema

Die Gäste der Zukunftswerkstatt: (v.l.n.r.) Andreas Noll, Journalist, Prof. Dr. Natacha Valla, Ökonomin und Dekanin der Sciences Po, Paris, Nikolas Záboji, Wirtschaftskorrespondent der FAZ, Paris Martin Reuber
Reichen die Maßnahmen gegen die steigende Inflation?
Ein deutsch-französisches Streitgespräch über die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung des Kaufkraftverlustes
Dr. Konstantinos Tsetsos und Frederik Schmitt (von links) Thomas Ehlen /kas.de
Aufgewacht in einer „anderen Welt“? Welche Beiträge Deutschland jetzt leisten muss
Eine Bilanz des Fuldaer Gesprächs 14. September 2022
Maia Sandu Overview Bild 3 Tag der KAS 2022 Photothek / Leon Kügeler
"Energie mag teurer werden, aber Freiheit ist unbezahlbar"
Tag der Konrad-Adenauer-Stiftung 2022
Journalismus in Zeiten des Krieges
Journalismus in Zeiten des Krieges
18. Medienrechtstage in Frankfurt (Oder)
Dr. Konstantinos Tsetsos Thomas Ehlen / kas.de
Aufgewacht in einer „anderen Welt“? Welche Beiträge Deutschland jetzt leisten muss
Eine Bilanz des Wiesbadener Tischgesprächs 6. Juli 2022
Das Panel diskutiert die Ergebnisse eines Wokshops mit Schülerinnen und Schülern des Clara-Schumann- und Kardinal-Frings-Gymnasiums Bonn Simon Böddecker
Wie Europa besser werden kann?
Eine Richtungsdebatte über die Zukunft Europas
Veranstaltung Sanktionen
Wie wirksam sind die Russlandsanktionen?
German Foreign Minister Annalena Baerbock, her French counterpart Jean-Yves Le Drian, her Romanian counterpart Bogdan Aurescu and Moldovan Prime Minister Natalia Gavrilita attend a news conference after the donor conference for Moldova to assist the country with the influx of Ukrainian refugees, in Berlin, Germany, April 5, 2022. REUTERS/Hannibal Hanschke REUTERS/Hannibal Hanschke
Alle für einen: Viel internationale Unterstützung für die Republik Moldau
Internationale Geberkonferenz erbringt über 659 Mio. Euro
I.E. Natalia Gavrilița, Premierministerin der Republik Moldau Urban/KAS
"Solidarität und Einigkeit in Europa sind der Schlüssel zur Bewältigung der Kriegsfolgen“
Moldauische Ministerpräsidentin Natalia Gavrilița zu Gast bei der Konrad-Adenauer-Stiftung
Jens Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, bei seinem letzten Deutshclandbesuch mit Bundeskanzler Olaf Scholz
Deutsche Rolle in einer machtpolitisch veränderten Weltordnung
Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Diskussion mit Experten über Deutschlands Rolle im weltpolitischen Spannungsfeld zwischen Machtpolitik und bewusster Zurückhaltung.
Marion Sendker im Gespräch mit Dr. Claire Demesmay und Joseph de Weck kas.de
Frankreich im Wahlkampf – Themen und Prognosen
Eine Bilanz des 31. #HessenKAS Facebook-Live vom 21.03.2022 und Teil 2 unserer Veranstaltungsreihe "Französische Wochen in Europa und Hessen".

Mediathek

https://www.esweek.org.ua/ua/
15-й Екуменічний соціальний тиждень
Мандрівна ідентичність: осмислення сенсів та цінностей
Щорічний міжнародний форум відбудеться з 3 по 7 жовтня 2022 року у Львові. Зареєструйтесь і беріть участь у дискусіях про сенси та цінності, якими зараз живе Україна і світ!
Jetzt lesen
Genfreise
Geneva Security Debate zum Krieg in der Ukraine
Prof. Dr. Lammert, Botschafter Dr. Heusgen und Botschafter Greminger zu den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf den Multilateralismus und die Weltordnung
Jetzt lesen
Podcast
Journalismus in Zeiten des Krieges
Der Reporter Jan Jessen war seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine mehrfach im Kriegsgebiet. In diesem Podcast erzählt er von seinen Erlebnissen vor Ort.
Jetzt lesen
Reuters / Pool
Interview bei ZDFheute live
"Wir dürfen uns nicht nur auf diese Symbolpolitik verlassen."
KAS-Expertin Brigitta Triebel kommentiert bei ZDFheute live die Pressekonferenz von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Scholz, Macron, Draghi und Iohannis in Kiew
Jetzt lesen
Delegationsreise
Dialogprogramm des Arbeitskreises Globale Gesundheit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Genf
Erfahren Sie mehr über die Delegationsreise zu aktuellen Herausforderungen im Bereich Globale Gesundheit vom 7-9. Juni
Jetzt lesen
Prof. Adam Daniel Rotfeld
"Wojna jest zawsze blisko..."
Bohater filmu "Wojna jest zawsze blisko..." i wybitny znawca tematyki rosyjskiej komentuje w epilogu do filmu zmiany dla światowej polityki, wywołane wojną w Ukrainie.
Gastbeitrag von Katja Plate
Wird dieser Staat das nächste Opfer russischer Aggression?
Die kleine Republik Moldau ist in der unglücklichen Situation, den Lackmustest für die weiteren Pläne des russischen Präsidenten abgeben zu müssen. Katja Plate zur Lage.
Jetzt lesen
dpa
Focus-Online-Gastbeitrag von Jakob Wöllenstein
Diktator Lukaschenko klammert sich an Putin, dabei stürzt ihn der Krieg in ein Dilemma
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko steht vor einem Dilemma: Lieber Russland seine Treue beweisen oder auf das eigene Volk hören?
Jetzt lesen
Interview bei Deutschlandfunk
„Er hat sehr deutlich Kritik an Deutschland geübt“
Brigitta Triebel, Leiterin unseres Auslandsbüros in Charkiw, äußert sich zur Selenskyj-Rede im Bundestag.
Jetzt lesen
KAS USA Q&A
USA und Ukraine - Hilfe wie weit?
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat sich in einer Rede an den US-Kongress gewandt und um mehr Hilfe gebeten. Die USA wollen weiter helfen, aber nicht um jeden Preis.
Jetzt lesen