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Veranstaltungsberichte

Brasilien-Deutschland Dialog in Rio de Janeiro: Transatlantische Zusammenarbeit und strategische Partnerschaft

von Danielle Batista

Im Rahmen der Konferenz: „Deutsch-brasilianischer Dialog“ diskutierten Experten über globale Veränderungen und die strategische Partnerschaft zwischen Brasilien und Deutschland.

Die Konferenz „Deutsch-brasilianischer Dialog: auf dem Weg in die transatlantische Zukunft“ brachte am 9. März 2026 im Museu do Amanhã in Rio de Janeiro Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien zusammen, um über die Zukunft der Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland zu diskutieren. Unsere Veranstaltung widmete sich zentralen Fragen der internationalen Zusammenarbeit in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Veränderungen. Im Mittelpunkt standen die Rolle beider Länder in einer sich wandelnden internationalen Ordnung, Perspektiven der wirtschaftlichen Kooperation sowie die Bedeutung des transatlantischen Dialogs für Demokratie, stabile Partnerschaften und eine regelbasierte internationale Zusammenarbeit. Die Konferenz wurde in Kooperation mit dem Centro Brasileiro de Relações Internacionais (CEBRI), dem Instituto de Desenvolvimento e Gestão (IDG), dem Museu do Amanhã sowie der Prefeitura do Rio de Janeiro durchgeführt.

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Transatlantischer Dialog in Zeiten globaler Umbrüche

Die internationale Ordnung befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Internationale Institutionen stehen unter Druck, geopolitische Rivalitäten nehmen zu und technologische sowie wirtschaftliche Transformationen verändern die globalen Machtverhältnisse. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten Partnern zunehmend an Bedeutung.

Die Konferenz „Diálogo Brasil-Alemanha: Construindo o futuro transatlântico“, organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung Brasilien, bot eine Plattform für einen strategischen Austausch über die Zukunft der Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland. 

Cristiano Vasconcellos, Direktor des Museu do Amanhã und Maximilian Hedrich, Leiter Auslandsbüro Brasilien der Konrad-Adenauer-Stiftung, eröffneten die Veranstaltung. In seiner Eröffnungsrede betonte Maximilian Hedrich die Bedeutung der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit in einer zunehmend komplexen internationalen Umgebung. Deutschland und Brasilien könnten gemeinsam einen wichtigen Beitrag leisten, um konstruktive Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln.

“Deutschland und Brasilien können gemeinsam einen wichtig Beitrag für konstruktive Lösungen leisten”

Die mehr als zweihundertjährige Geschichte von Migration, wirtschaftlichem Austausch und kultureller Nähe haben eine Grundlage für Vertrauen und Zusammenarbeit geschaffen.

 

Internationale Zusammenarbeit und globale Ordnung im Wandel

Die Eröffnungskeynote hielt Botschafterin Maria Laura da Rocha, Generalsekretärin für auswärtige Angelegenheiten der Föderativen Republik Brasilien. In ihrem Beitrag zeichnete sie ein Bild einer internationalen Ordnung im Wandel und betonte die Bedeutung einer aktiven Rolle von Brasilien und Deutschland bei der Stärkung internationaler Zusammenarbeit.

Sie unterstrich, dass Kooperation zwischen demokratischen Partnern entscheidend sei, um Stabilität und Wohlstand in einer zunehmend fragmentierten Welt zu sichern. Dabei hob sie hervor, dass Brasilien und Deutschland eine gemeinsame Verantwortung tragen, sich weiterhin für Demokratie, Völkerrecht und internationale Zusammenarbeit einzusetzen.

“Wohlstand und Freiheit auf Basis von gemeinsamen Werten”

Auch wirtschaftliche Kooperation spielte in ihrer Rede eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang verwies sie auf die strategische Bedeutung des Handels zwischen beiden Ländern sowie auf das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur, das als eines der größten Handelsabkommen weltweit gilt und neue Perspektiven für wirtschaftliche Integration eröffnen könnte.

 

Brasilien und Deutschland in Zeiten globaler Veränderungen

Im ersten Panel „Die Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland in Zeiten globaler Veränderungen”, diskutierten hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Diplomatie, Wirtschaft und Wissenschaft über die Rolle Brasiliens und Deutschlands in einer sich wandelnden internationalen Ordnung. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörten unter anderem Bettina Cadenbach, Deutsche Botschafterin in Brasilien, Oliver Stuenkel, außerordentlicher Professor für Internationale Beziehungen an der Fundação Getulio Vargas (FGV) in São Paulo und Forscher am Carnegie Endowment und der Harvard Kennedy School, sowie Loana von Gaevernitz Lima, Geschäftsführende Direktorin der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in Rio de Janeiro und Vertreterin des Landes Baden-Württemberg in Brasilien.

Die Diskussion machte deutlich, dass sich die internationale Politik derzeit inmitten mehrerer tiefgreifender Transformationen befindet. Dazu zählen insbesondere der Übergang von einer unipolaren zu einer zunehmend multipolaren Weltordnung, der rasante technologische Wandel, etwa durch künstliche Intelligenz, sowie die globale Energiewende.

Diese Entwicklungen verändern Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen und stellen Staaten weltweit vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig wurde betont, dass Brasilien und Deutschland in vielen zentralen Fragen ähnliche Perspektiven teilen und daher über großes Potenzial für eine vertiefte strategische Zusammenarbeit verfügen.

Neue globale Dynamiken und gemeinsame Verantwortung

Das zweite Panel „Eine Welt in Unsicherheit: Die Rolle Brasiliens und Deutschlands in der neuen globalen Dynamik" widmete sich der Frage, welche Rolle Brasilien und Deutschland in einer zunehmend unsicheren internationalen Umgebung einnehmen können. Diskutiert wurde unter anderem, wie beide Länder zur Stabilität der internationalen Ordnung beitragen und welche Möglichkeiten es gibt, internationale Kooperation auch in Zeiten geopolitischer Spannungen aufrechtzuerhalten.

Neben Maximilian Hedrich, Leiter Auslandsbüro Brasilien der Konrad-Adenauer-Stiftung, nahmen auch Regiane Bressan, Außerordentliche Professorin an der Bundesuniversität São Paulo (Unifesp), sowie Tjerk Brühwiller, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), an der Diskussion teil. Moderiert wurde das Panel von Leila Sterenberg, Journalistin und Senior Fellow des brasilianischen Zentrums für internationale Beziehungen (CEBRI). Die Panelisten betonten, dass pragmatische Zusammenarbeit und kontinuierlicher Dialog zentrale Voraussetzungen seien, um globale Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.

Dabei wurde deutlich, dass sowohl Brasilien als auch Deutschland ein gemeinsames Interesse daran haben, internationale Kooperation zu stärken und eine regelbasierte internationale Ordnung zu verteidigen.

 

Perspektiven für die Zukunft der deutsch- brasilianischen Beziehungen

Die Konferenz machte deutlich, dass die Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland auf einem breiten Fundament stehen. Mit mehr als 1.600 deutschen Unternehmen in Brasilien und einem jährlichen Handelsvolumen von rund 20 Milliarden Euro zählen beide Länder zu den wichtigsten wirtschaftlichen Partnern füreinander.

Gleichzeitig verbindet sie ein gemeinsames Bekenntnis zu demokratischen Werten, internationalem Recht und internationaler Zusammenarbeit. Gerade in einer Zeit globaler Unsicherheit kann die vertiefte Kooperation zwischen Brasilien und Deutschland daher einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der internationalen Ordnung leisten.

Die Konferenz „Diálogo Brasil-Alemanha“ zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an einem vertieften Austausch über diese Themen ist. Der offene Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien verdeutlichte, dass die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die transatlantische Zusammenarbeit spielen wird.

 

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