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In der Auseinandersetzung mit den totalitären Ideologien des Nationalsozialismus und Kommunismus formulierten europäische und amerikanische Intellektuelle nach dem Zweiten Weltkrieg ethische und politische Positionen, die nichts an Aktualität eingebüßt haben. Politische und historische Handlungsfreiheit stand im Mittelpunkt der Werke von Denkern wie Raymond Aron, Isaiah Berlin oder Hannah Arendt. Angesichts der weltweiten Krise der freiheitlichen Demokratien erinnert „Geschichtsbewusst“ an die Lehren aus dem 20. Jahrhundert.
Als einer der einflussreichsten liberalen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts trat Wilhelm Röpke früh für eine marktwirtschaftlich fundierte, kulturell verankerte und politisch widerstandsfähige Ordnung des Westens ein. Im Kalten Krieg warnte er vor totalitären Versuchungen – von rechts wie von links – und plädierte für Selbstverantwortung, Föderalismus und wirtschaftliche Vernunft. Konsequent betonte er in seinem Werk den Zusammenhang von politischer und wirtschaftlicher Freiheit.
Erste Ansätze einer politikwissenschaftlichen Betrachtung totalitärer Systeme entstanden seit den 1920er Jahren vor dem Hintergrund des Aufstiegs historisch neuartiger, überaus gewaltbereiter und ideologischer Regime in Italien und Deutschland. Zu den Klassikern der Ideengeschichte des Totalitarismus zählt Hannah Arendt, aber eine ganze Reihe weiterer Autoren leistete im 20. Jahrhundert substanzielle Beiträge zu einer Analyse totalitärer Systeme. Angesichts der in jüngster Zeit weltweit zu beobachtenden Transformation autoritärer zu zunehmend totalitär agierenden Staaten interessiert sich die Forschung mehr und mehr für „Dynamiken der Autokratisierung“ und deren Bedingungsfaktoren.