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Vordenker der Neuen Rechten: Armin Mohler und der antiliberale Konservatismus in der Bundesrepublik

„Maik Tändler liefert mit seiner Arbeit über Mohler ein dicht geschriebenes Buch, das sich wie eine historische Kartierung der ideellen Landschaft der Bundesrepublik rechts der Mitte liest.“

Maik Tändler: Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik. Wallstein-Verlag, Göttingen 2025.

Die historischen Konfliktfelder, die Irans Zukunft bestimmen

Zwischenruf auf Episode #5 des Geschichtspodcasts von F.A.Z. und Adenauer-Stiftung: „Demokratie im Iran?“

Die Folge des Geschichtspodcasts von F.A.Z. und Adenauer-Stiftung hatte die Hintergründe und Auswirkungen der fragwürdigen „demokratischen Blüte“ der Mossadegh-Zeit 1951 bis 1953 in den Blick genommen. Der „Zwischenruf“ weitet diesen Fokus auf die drei zentralen Konfliktfelder aus, die die iranische Geschichte und Gesellschaft spätestens seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts prägen. Für eine demokratische Entwicklung nach einem Umsturz wäre ein neuer Gesellschaftsvertrag nötig, der diese strukturellen Konflikte löst.

Völkerrecht und Machtpolitik | Wehrhafte Demokratie | Wissenschaft und Forschung | Jürgen Habermas

„In der Debatte" bietet einen Blick ins politisch-historische Feuilleton im März 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.

„In der Debatte“ greift im März verschiedene Themen auf: Die umstrittene völkerrechtliche Legitimität der amerikanisch‑israelischen Angriffe auf den Iran sowie die Schwäche und Abhängigkeit der EU machen die Notwendigkeit größerer europäischer Handlungsfähigkeit, Eigenständigkeit und vertiefter Kooperation deutlich. Demokratien zerbrechen nicht plötzlich, sondern unterliegen aufgrund vieler äußerer Faktoren oft einem schleichenden Erosionsprozess. Die wissenschaftliche Freiheit leidet zunehmend unter politischen und gesellschaftlichen Erwartungen, Universitäten aber bleiben weiterhin unverzichtbar für die Demokratie.

Universitätsarchiv Heidelberg, BA Pos I 912

Das politische Denken Carl Joachim Friedrichs

Zwischen Konstitutionalismus, Gemeinschaftsbildung und Totalitarismustheorie

Carl Joachim Friedrich gehört zu den prägenden Politikwissenschaftlern des 20. Jahrhunderts. Mit „Totalitarian Dictatorship and Autocracy“ konzeptionalisierte er mit dem bekannten totalitären „Syndrom“ aus Ideologie, Massenpartei, terroristischer Geheimpolizei, Planwirtschaft sowie staatlichem Nachrichten- und Waffenmonopol eine der einflussreichsten Deutungen totalitärer Herrschaft im Kalten Krieg. Doch Friedrich war weit mehr als ein Theoretiker des Totalitarismus. Sein umfangreiches Œuvre reicht von politischer Ideengeschichte und Konstitutionalismus über Verwaltungswissenschaft und Vergleichende Politik bis hin zu Fragen von Tradition, Autorität und politischer Kultur. Der Beitrag zeichnet den Lebensweg des transatlantischen Gelehrten zwischen Harvard und Heidelberg nach und zeigt, wie seine Totalitarismustheorie aus einem umfassenderen Denken über Gemeinschaft, Verwaltung und die kulturellen Grundlagen politischer Ordnung hervorging. So erscheint Friedrich als ein Denker der politischen Moderne, dessen Werk die Spannungen zwischen Freiheit, Autorität und institutioneller Stabilität auslotet.

Otto-von-Bismsarck-Stiftung Friedrichsruh, A 166

Vom Mythos zum wissenschaftlichen Narrativ

Wie aus dem Kaiserreich ein „Bismarckreich“ wurde

Die Geschichte des ersten deutschen Nationalstaats ist bis heute untrennbar mit dem Namen Otto von Bismarcks verbunden. Das Bild vom „Eisernen Kanzler“ und „Reichsgründer“ geht jedoch auf einen geschichtspolitischen Mythos zurück, der schließlich auch von der Geschichtswissenschaft übernommen wurde.

Gedenken und Erinnern | Europa und die Neuordnung der Welt | Demokratie und Meinungsfreiheit

"In der Debatte" bietet einen Blick ins politisch-historische Feuilleton im Februar 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.

Zwei Themen dominieren "In der Debatte" im Februar: Die Erinnerungskultur steht heute unter starkem Druck, da Zeitzeugen immer weniger werden und auch antisemitische Tendenzen weltweit wieder zunehmen. Um dem wirksam zu begegnen, müssen neue Formen des Gedenkens entwickelt und bloßes Erinnern in aktives gesellschaftliches Engagement überführt werden. Europa steht angesichts globaler Machtverschiebungen, wachsender sicherheitspolitischer Unsicherheit und der Erosion internationaler Regeln vor erheblichen Herausforderungen, die sogar eine neue Debatte über deutsche Atomwaffen anstoßen. Handlungsfähig bleibt der Kontinent nur, wenn er interne Blockaden überwindet, technologische und wirtschaftliche Modernisierung vorantreibt und eine gemeinsame, glaubwürdige Sicherheitsarchitektur entwickelt.

picture alliance/dpa | Andreas Stein

"Putin kann keine Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in seiner direkten Nachbarschaft dulden."

Interview mit der Osteuropahistorikerin Ricarda Vulpius anlässlich des vierten Jahrestags des russischen Überfalls der Ukraine.

Zwischen Stromausfällen und Drohnenalarm: Ricarda Vulpius berichtet über den Alltag ukrainischer Kollegen und Kolleginnen im Krieg und die Arbeit der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission. Sie erklärt, warum die Ukraine lange eine „übersehene Nation“ war, analysiert Putins Geschichtsnarrative und beantwortet die Frage, wie echte Solidarität mit der Ukraine heute aussehen kann.

Picture Alliance/dpa

Februar 1956: Chruschtschows Geheimrede und die Grenzen der Entstalinisierung

Reformhoffnungen und Gewalt in der Sowjetunion und Ostmitteleuropa

Als Nikita Chruschtschow im Februar 1956 auf dem 20. Parteitag der KPdSU mit Josef Stalin abrechnete, löste er ein politisches Erdbeben aus. Seine Kritik am „Personenkult“ nährte Hoffnungen auf Reformen – und schürte zugleich Ängste vor Kontrollverlust. Von Moskau über Ost-Berlin bis Budapest zeigte sich bald: Die Entstalinisierung hatte klare Grenzen.

F.A.Z.-Foto / Wolfgang Haut

Liberalismus und Demokratie

Zur Revision der Verhältnisbestimmungen von Carl Schmitt, Ernst-Wolfgang Böckenförde und Jürgen Habermas. Eine aktualisierende Skizze.

Carl Schmitts Theorie, die Liberalismus und Demokratie strikt trennt, beeinflusst heute den geopolitischen Diskurs, insbesondere in autoritären Regimen. In Auseinandersetzung mit Schmitts Werk entwickelten Staatsrechtler in der Bundesrepublik Deutschland Gegenpositionen, die Grund- und Menschenrechte sowie die unabdingbare Verbindung von Demokratie und Liberalismus betonen. Ausgehend von diesen Autoren, plädiert der Autor für die Macht des Rechts und den Vorrang politischer Liberalität.

Gemma Levine/Getty Images

Was war der Cold War Liberalism?

Zur historischen Eigenart, inneren Spannung und aktuellen Relevanz eines skeptischen Liberalismus

Angesichts einer global diagnostizierten Krise des Liberalismus fragen Historiker und Politikwissenschaftler nach dem intellektuellen Erbe liberaler und konservativer Denker des 20. Jahrhunderts. Der Beitrag rekonstruiert die oft missverstandenen Ideen und Überzeugungen der Cold War Liberals zwischen Antitotalitarismus, Wertepluralismus und sozialstaatlicher Verantwortung, lotet ihre ethischen und politischen Grundannahmen aus und fragt nach ihrer Tragfähigkeit für eine Gegenwart, in der Optimismus, Fortschrittsglaube und institutioneller Konsens brüchig geworden sind.

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