Jacques Maritain als philosophischer Kritiker des Liberalismus
Jason West widmet sich der Frage, warum die politische Vision von Jaques Maritain, einem Vordenker der Christlichen Demokratie, Ansätzen postliberalen Denkens entgegensteht. West vergleicht Maritains Theorie mit dem Liberalismus-Begriff von John Rawls und dem Postliberalismus von Adrian Vermeule und zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Gewichtung von Rechten, Gemeinwohl und staatlicher Gewalt – ein Beitrag zum politischen Denken von großer Aktualität.
Prof. Dr. Jason L.A. West
15. Oktober 2026
Essay
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Die nukleare Hochrüstung der Bundesrepublik im Kalten Krieg
Militärische Abschreckung zwischen Hoffnung und Realpolitik
Mehr als 7000 amerikanische Atomwaffen lagerten während des Kalten Kriegs auf westdeutschem Boden. Dabei bestand das Paradox, dass diese Waffen einsatzbereit sein mussten, um niemals eingesetzt zu werden. Warum akzeptierten deutsche Regierungen das existenzielle Risiko, das mit dem möglichen Einsatz von Atomwaffen einherging und das bis zur eigenen Vernichtung reichen konnte? Karl-Heinz Kamp schildert die Grundzüge der nuklearen Verteidigungsstrategie nach dem Zweiten Weltkrieg.
Dr. Karl-Heinz Kamp
15. Oktober 2026
Essay
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Walter Lippmann: Journalist und Medienkritiker
Biografie, Werk und Bedeutung
Der amerikanische Publizist Walter Lippmann (1889–1974) war der wohl einflussreichste amerikanische Journalist des 20. Jahrhunderts und Autor vielbeachteter politisch-philosophischer Bücher. Er entzieht sich einer einfachen Einordnung in ideologische Schubladen. Anfangs Sozialist, wurde Lippmann später als prominenter (Links-)Liberaler mit zeitweise konservativen Anklängen bekannt, ein Kämpfer gegen Totalitarismus und Willkürherrschaft. Sein Werk hat auch in Europa Intellektuelle begeistert und Spuren hinterlassen.
Dr. Philip Plickert
1. Oktober 2026
Essay
Herausforderungen für Staat und Gesellschaft | Chancen und Risiken von KI
"In der Debatte" bietet einen scharfsinnigen Blick ins politisch-historische Feuilleton im September 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.
In der Debatte betrachtet im September 2026 die Herausforderungen, denen sich Staat und Politik gegenübersehen. Demokratien sind durch Polarisierung, Populismus und diverse Krisen unter Druck geraten und benötigen als Antwort stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirksame politische Konzepte. Künstliche Intelligenz bietet große Chancen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, erfordert zugleich aber verantwortungsvolle Regulierung, demokratische Kontrolle sowie stärkere Investitionen in Bildung und Forschung.
Denise Lindsay M.A.
24. September 2026
In der Debatte
Ulrich Baumgarten
Die DDR und Israel
Ein schwieriges Kapitel mit einem versöhnlichen Ende in der Gegenwart?
Staatlich verordneter Antizionismus und offensichtliche antisemitische Züge prägten Politik und Erinnerungskultur in der DDR. Michael Borchard zeigt, wie NS-Verbrechen ideologisch umgedeutet wurden und dass Antisemitismus und vermeintliche „Solidarität“ mit der arabischen Welt die Beziehungen zu Israel bestimmten. Ideologische Prägungen aus dieser Zeit wirken unter linken politischen Kräften bis heute nach.
Dr. Michael Borchard
22. September 2026
Essay
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Pawel Pawlikowskis Film „Vaterland“ (2026)
Politische Rückfragen an ein intimes Kino-Erlebnis
„Vaterland“ popularisiert die Familie Mann in einnehmenden Schwarz-Weiß-Bildern und inszeniert Thomas Mann als melancholischen Zweifler. Als Kunstwerk ist der Film gelungen, aber er unterschlägt die positiven politischen Botschaften Manns: Das Bekenntnis des Schriftstellers zu Humanismus und liberaler Demokratie sowie die Hoffnung auf Zukunft und eine Erneuerung und Weiterentwicklung der politischen Kultur.
Prof. Reinhard Mehring
17. September 2026
Essay
Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München / CC BY-SA 4.0 / creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Demokratie: Ideengeschichte und historische Erscheinungsformen
Vom antiken Athen bis zur Gegenwart: In seiner 2500-jährigen Geschichte hat sich der Begriff der Demokratie immer wieder verändert. Angesichts von Populismus, Polarisierung und autoritären Herausforderungen stellt sich die Frage, wie Demokratie unter heutigen Bedingungen zu verstehen und zu erneuern ist.
Dr. Felix Wassermann
10. September 2026
Essay
Francis Fukuyama: Der letzte Mensch. Wohin steuert die Welt?
Was kommt nach dem „Ende der Geschichte“ und nach dem „letzten Menschen“? Rückzugsgefechte eines heimatlosen Großintellektuellen
Francis Fukuyama: Der letzte Mensch. Wohin steuert die Welt? Hoffmann und Campe. Hamburg 2026.
Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke
27. August 2026
Rezension
Leihmutterschaft | Freiheit der Wissenschaft | KI und Bildung | Sicherheit und Verteidigung
"In der Debatte" bietet einen Blick ins politisch-historische Feuilleton im August 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.
"In der Debatte" blickt im August auf die Diskussion über die Leihmutterschaft und die Frage nach einer gesetzlichen Regelung. Eine Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit durch politische Blockbildung wird ebenso in den Blick genommen wie die Herausforderungen, denen sich Europa durch das KI-Zeitalter ausgesetzt sieht. Des Weiteren steht die Bedrohung Europas durch unsichere transatlantische Garantien im Blickpunkt der Betrachtung.
Denise Lindsay M.A.
27. August 2026
In der Debatte
Die Rechtskultur des Westens als Wurzel des demokratischen Rechtsstaates
Wie Menschenwürde, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit aus dem Zusammenspiel verschiedener Traditionen hervorgingen
Demokratie lebt nicht allein von Institutionen, sondern von gemeinsamen Überzeugungen über Recht und Gerechtigkeit. Der Essay rekonstruiert die historischen Wurzeln des modernen Rechtsstaates – von der lateinischen Westkirche über Naturrecht und Aufklärung bis zum Grundgesetz – und bekräftigt die Bedeutung dieses Erbes für den Zusammenhalt freier Gesellschaften in der Gegenwart.