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Allan Harris / flickr / CC BY-ND 2.0 / creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

Das meritokratische Prinzip

Ohne „natürliche Aristokratie“ stirbt die Demokratie

Die liberale Demokratie steht unter Druck: Bisher galt als Konsens, dass Leistung die Grundlage für eine Karriere begründet und Anerkennung verdient. Doch dieses „meritokratische Prinzip“ – einst beispielsweise sicherste Grundlage für die Gleichberechtigung der Frau in Staat und Politik – ist im Niedergang begriffen: Gleichheit wird radikal ausbuchstabiert, einstmals wichtige Institutionen werden zerstört und die Leistungselite wird als „Establishment“ verunglimpft. Wenn die Demokratie eine Herrschaft der Demagogen abwenden und überleben will, muss sie eine „natürliche Aristokratie“ kultivieren, meritokratisch geprägt und offen für neue Mitglieder.

picture alliance / Everett Collection

Plädoyer für einen prodemokratischen Konservatismus

Zur Geschichte und Zukunft der Republikanischen Partei

Die Entwicklung des amerikanischen Konservatismus und die Geschichte der Republikanischen Partei sind eng miteinander verknüpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete der Antikommunismus das einigende Band zwischen Konservativen. Mit Ronald Reagan dominierte seit den 1970er Jahren ein liberaler und optimistischer Konservatismus die Grand Old Party. Heute kann der prodemokratische Konservatismus Reagans die Blaupause liefern für eine Erneuerung der Republikanischen Partei, die auf dem Glauben an den Freiheitswillen der Menschen als zentralem Wert beruht.

picture alliance / Bernhard Frye

Westintegration als Erfolgsfaktor

Konrad Adenauer und die Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in den Westen

Die feste Verankerung der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland in den Kreis der westlichen Demokratien war das Hauptziel von Konrad Adenauers Politik. Mit dem Abschluss einer Reihe von supranationalen Verträgen setzte er in nur wenigen Jahren die wirtschaftliche und militärische Verflechtung der Bundesrepublik mit den Ländern Westeuropas und den USA durch. Bis 1955 erreichte er damit die weitgehende Souveränität des westlichen Teilstaats – ein Erfolg, der unmittelbar nach der Niederlage des „Dritten Reiches“ undenkbar gewesen war.

SZ Photo / Süddeutsche Zeitung Photo

Deutschland und der Europarat

Die Geschichte einer Wertegemeinschaft

Am 2. Mai 1951 wurde die Bundesrepublik in den zwei Jahre zuvor gegründeten Europarat als vollberechtigtes Mitglied aufgenommen, ein Schritt, mit dem die Mitgliedstaaten den politischen Kurs Konrad Adenauers honorierten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war der Europarat ein Vorreiter bei der Integration Ost- und Mitteleuropas mit den westeuropäischen Staaten. Um die europäische Wertegemeinschaft zur verteidigen, entschied das Ministerkomitee des Rats im März 2022 einstimmig den Ausschluss Russlands.

Rainer Unkel / Süddeutsche Zeitung Photo

Das Wahlrecht in den USA

Ein historischer Abriss

Das amerikanische Wahlrecht beruht bis heute auf Praktiken, die schon im 18. Jahrhundert etabliert wurden. Anders als in Deutschland wählen die Bürger der Vereinigten Staaten nach dem Mehrheitswahlrecht, was dazu führt, dass ausschließlich zwei Großparteien die Wahl bestimmen. Auch das Verfahren der National Conventions zur Bestimmung der Kandidaten unterscheidet sich wesentlich von den deutschen Gepflogenheiten. Die zunehmende Ideologisierung beider Großparteien, die den Aufstieg des Populismus begünstigte und heute die Bereitschaft zum Kompromiss erschwert, setzte mit den culture wars der 1960er Jahre ein.

picture alliance/United Archives | Sven Simon

Die Transatlantische Partnerschaft in der NATO im Wandel der Zeit

Rückschau und Ausblick

Am 4. April 1949 unterzeichneten Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA den Nordatlantikvertrag, die Gründungsurkunde der NATO. Er trat am 24. August 1949 in Kraft. Im Mai 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland dem Bündnis bei. Die Übereinstimmung der NATO-Mitgliedstaaten in grundlegenden Werten und die Bereitschaft zum Kompromiss zeichneten das Bündnis lange Zeit aus und trugen zu seiner Stabilität und zu seinem Erfolg bei. Seit 2001 entwickelte sich die NATO zu einem globalen Sicherheitsakteur, der zunehmende innere und äußere Herausforderungen bestehen musste. Die gegenwärtigen Krisen fordern nun einen deutlichen Ausbau des militärischen Engagements der Europäer.

picture-alliance / dpa | Heinz Wieseler

Der NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979

Seine Folgen für die deutsch-deutschen Beziehungen

Mit dem NATO-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 reagierte das Verteidigungsbündnis auf die Stationierung hochmoderner Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 durch die Sowjetunion. Der Beschluss sah vor, dass die in Westeuropa stationierten und größtenteils veralteten US-Atomwaffen im Falle des Scheiterns von Abrüstungsgesprächen ab 1983 schrittweise modernisiert werden sollten – durch neue Pershing-2-Raketen und Marschflugkörper. Der NATO-Doppelbeschluss erschwerte die deutsch-deutschen Verhandlungen in den 1980er Jahren. Angesichts zunehmender wirtschaftlicher Schwierigkeiten setzte die Staatsführung der DDR dennoch auf eine Intensivierung der Beziehungen zu Bonn.

Jeremy Segrott / flickr / CC BY 2.0 / creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Populismus

Konturen, Triebkräfte und Gefahren eines facettenreichen politischen Phänomens

Populismus ist ein schwer zu fassender Begriff, der in öffentlichen Debatten meist vereinfachend gebraucht wird. Im Bemühen um eine stabile Definition betonen Wissenschaftler als Hauptmerkmal die Gegenüberstellung von „wahrem Volkswillen“ und „korrupter Elite“. Dass populistische Parteien in Deutschland und Europa derzeit wachsende Erfolge erzielen, begründet der Autor mit der abnehmenden Integrationskraft gemäßigter politischer Kräfte und der mangelnden Repräsentation von Themen, die große Teile der Wählerschaft bewegen.

picture-alliance/ dpa | DB

„Soziale Marktwirtschaft muss es heißen“

Alfred Müller-Armacks Plädoyer für das Zusammendenken von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist auch heute noch aktuell

Mitten in der größten Not der Nachkriegszeit, nach den Entbehrungen des Hungerwinters 1946/47, veröffentliche der Nationalökonom Alfred Müller-Armack (1901–1978) mit seinem Buch „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ ein kraftvolles Plädoyer für die Rückkehr zu freien Märkten. Sein Modell einer „Sozialen Marktwirtschaft“ verstand er dabei nicht als bloßes Wirtschaftskonzept, sondern als wichtigen Baustein für den freiheitlich-demokratischen Neuanfang Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

Leonine Studios

Auschwitz: Zum Nebeneinander von Verbrechen und "Normalität"

Wie Auschwitz zum Zentrum des Holocaust wurde und warum das vermeintlich idyllische Familienleben der Täter das Morden beförderte

Auschwitz war als Durchgangslager angelegt und wurde von der SS nach und nach in das größte Konzentrations- und Vernichtungslager des nationalsozialistischen Staates umfunktioniert. An keinem anderen Ort im deutschen Machtbereich wurden im Zweiten Weltkrieg so viele Menschen getötet wie hier, insgesamt zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder, fast 900.000 von ihnen direkt nach ihrer Ankunft. Unter den deutschen Todeslagern ist Auschwitz das bekannteste, sein Name wurde weltweit zum Synonym für die Verbrechen, vor allem für jene an den europäischen Juden. Die Täter lebten in direkter Nachbarschaft ein aus ihrer Sicht normales Leben – Massenmord und Familienleben waren für die SS kein Gegensatz, sondern vielmehr in der Ideologie von der NS-Volksgemeinschaft miteinander vereint.

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Über diese Reihe

Die hier publizierten Essays befassen sich in knapper Form mit politischen und historischen Themen und stellen wissenschaftliche und publizistische Standpunkte zur Debatte.