Rüdiger von Fritsch: Wie blickt man auf Geschichte, wenn die eigene Familie mittendrin ist?
Podigee, 6. August 2026
In dieser Folge verlassen wir unser gewohntes Format und widmen uns ganz einem ausführlichen Gespräch. Zu Gast ist Rüdiger von Fritsch: Historiker, ehemaliger deutscher Botschafter in Polen und Russland und Autor des Buches „Die Geschichte in mir. Eine deutsche Familie im 20. Jahrhundert“. Wir sprechen über den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, um Flucht und Vertreibung. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs steht die Frage, wie sich der Blick auf Geschichte verändert, wenn die eigene Familie selbst Teil der historischen Ereignisse war.
Rüdiger von Fritsch erzählt von seinem Vater, der bis zu seinem Tod überzeugter Nationalsozialist geblieben ist, und von seiner Mutter, deren Familie vor der Roten Armee geflohen ist und die Bombardierung Dresdens überlebte. Doch es geht nicht nur um die Familie selbst, sondern auch um die großen Fragen von Verantwortung und Schuld, Aufarbeitung sowie das schwierige Erbe der eigenen Herkunft.
Und wir sprechen über das Verhältnis von Deutschland, Polen und Russland, über die Arbeit als Diplomat an historisch besonders belasteten Orten. Was bedeutet es, Deutschland ausgerechnet dort zu vertreten, wo Deutsche unermessliches Leid verursacht haben? Wie spricht man über Geschichte, über die eigene Familie, ohne diese zu entlasten? Und was bedeutet die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für uns heute?
Gast
Rüdiger von Fritsch, Historiker, Botschafter a.D.
Produktion
Redaktion: Christine Brunzel, Michael Götz
Produktion: F.A.Z. Audio
Soundlogo: David Brucklacher