U.S. Mission / Eric Bridiers / flickr / CC BY-ND 2.0
Obwohl die weltweite HIV/Aids-Bekämpfung beachtliche epidemiologische und medizinische Fortschritte verzeichnet hat, geraten ihre politischen und finanziellen Grundlagen im Jahr 2026 zunehmend unter Druck. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind Neuinfektionen und aidsbedingte Todesfälle deutlich zurückgegangen. Antiretrovirale Therapien haben die Prognosen von Menschen mit HIV grundlegend verändert. Neue langfristig wirksame Präventionsinstrumente eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, HIV-Übertragungen weiter zu reduzieren. Die zweimal jährlich verabreichte Lenacapavir-Injektion gilt als vielversprechendes Instrument, um jene Menschen besser zu erreichen, für die tägliche Medikamenteneinnahme, Stigmatisierung oder ein eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsdiensten bislang zentrale Hürden darstellen.
Die Finanzierung der HIV/AIDS-Bekämpfung erfolgte über die letzten Jahrzehnte maßgeblich durch US-Programme wie PEPFAR. Diese ab Januar 2025 abrupt eingefrorene, gekürzte und politisch neu ausgerichtete US-Hilfe koinzidierte mit dem Einbruch internationaler Entwicklungsfinanzierung. Die zu erwartenden Kürzungen weiterer Geber und die wachsende Belastung nationaler Gesundheitsbudgets drängen auf eine Neujustierung der globalen Verantwortung für HIV. Besonders davon betroffen sind Länder mit hoher HIV-Prävalenz und begrenztem fiskalischem Spielraum, in denen externe Mittel bislang wichtige Leistungen Prävention über Testung bis hin zur Behandlung mitgetragen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass UNAIDS, das 1996 eingerichtete Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids, selbst unter institutionellem Reformdruck steht. Die jüngsten Abstimmungen über die neue Politische Erklärung zu HIV/Aids sowie die Beratungen im UNAIDS- Verwaltungsrat zeigen auf, dass nicht nur eine Finanzierungskrise, sondern auch die Fragmentierung des normativen Konsenses die globale Bekämpfung von HIV/AIDS belasten.
Lesen Sie den gesamten Bericht hier.
Die Finanzierung der HIV/AIDS-Bekämpfung erfolgte über die letzten Jahrzehnte maßgeblich durch US-Programme wie PEPFAR. Diese ab Januar 2025 abrupt eingefrorene, gekürzte und politisch neu ausgerichtete US-Hilfe koinzidierte mit dem Einbruch internationaler Entwicklungsfinanzierung. Die zu erwartenden Kürzungen weiterer Geber und die wachsende Belastung nationaler Gesundheitsbudgets drängen auf eine Neujustierung der globalen Verantwortung für HIV. Besonders davon betroffen sind Länder mit hoher HIV-Prävalenz und begrenztem fiskalischem Spielraum, in denen externe Mittel bislang wichtige Leistungen Prävention über Testung bis hin zur Behandlung mitgetragen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass UNAIDS, das 1996 eingerichtete Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids, selbst unter institutionellem Reformdruck steht. Die jüngsten Abstimmungen über die neue Politische Erklärung zu HIV/Aids sowie die Beratungen im UNAIDS- Verwaltungsrat zeigen auf, dass nicht nur eine Finanzierungskrise, sondern auch die Fragmentierung des normativen Konsenses die globale Bekämpfung von HIV/AIDS belasten.
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Themen
Über diese Reihe
Die „Genfer Depesche“ analysiert und dokumentiert die Prozesse in Genfer multilateralen Organisationen zu aktuellen Themen.
Andrea Ellen Ostheimer
andrea.ostheimer@kas.de
+41 79 318 9841
Leiterin des Multilateralen Dialogs Genf
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Editorial der Ausgabe: „America First, die Zweite“
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