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Genfer Depesche

PABS-Annex zum WHO-Pandemieabkommen: WHO-Mitgliedstaaten verlängern Verhandlungen bis 2027

von Linde Buder

Die "Genfer Depesche" geht auf Vorgänge in den Genfer multilateralen Organisationen zu einem aktuellem Thema ein. Dieses Mal stehen die Verhandlungen zum Pandemieabkommen im Fokus.

Vom 27. April bis 1. Mai 2026 traf die zwischenstaatliche Arbeitsgruppe zum WHO-Pandemieabkommen (Intergovernmental Working Group, IGWG) in Genf zu ihrer vorerst letzten Sitzung vor der 79. Weltgesundheitsversammlung (WHA79) zusammen. Auf der Tagesordnung stand die weitere Ausgestaltung eines zentralen Mechanismus der künftigen globalen Gesundheitsarchitektur: Der PABS-Annex des WHO-Pandemieabkommens soll ein multilaterales und rechtlich abgesichertes System näher ausgestalten, das den raschen, sicheren und nachvollziehbaren Austausch von Pathogenmaterialien und zugehörigen Sequenzinformationen ermöglicht und diesen Zugang untrennbar mit einem fairen und verlässlichen Vorteilsausgleich verbindet. Die angestrebte Einigung konnte allerdings nicht erzielt werden. Nach fünf intensiven Verhandlungstagen verständigten sich die WHO-Mitgliedstaaten darauf, der WHA79 einen Entscheidungsentwurf vorzulegen, der eine Fortsetzung der Arbeit am PABS-Annex absichert. Die nächste formelle Sitzung der IGWG ist demnach für den 6. bis 17. Juli 2026 vorgesehen. Spätestens zur Weltgesundheitsversammlung im Mai 2027 soll der Annex erneut vorgelegt werden.

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Vom 27. April bis 1. Mai 2026 traf die zwischenstaatliche Arbeitsgruppe zum WHO-Pandemieabkommen (Intergovernmental Working Group, IGWG) in Genf zu ihrer vorerst letzten Sitzung vor der 79. Weltgesundheitsversammlung zusammen. Auf der Tagesordnung stand nichts Geringeres als die weitere Ausgestaltung eines zentralen Mechanismus der künftigen globalen Gesundheitsarchitektur: Der PABS-Annex des WHO-Pandemieabkommens soll ein multilaterales und rechtlich abgesichertes System näher ausgestalten, das den raschen, sicheren und nachvollziehbaren Austausch von Pathogenmaterialien und zugehörigen Sequenzinformationen ermöglicht und diesen Zugang untrennbar mit einem fairen und verlässlichen Vorteilsausgleich verbindet. Durch den frühzeitigen Austausch dieser Informationen sowie den geregelten Zugang zu medizinischen Gegenmaßnahmen soll auf künftige Pandemien schneller und verbindlicher reagiert werden können.

Die ursprünglich angestrebte Einigung vor der 79. Weltgesundheitsversammlung (WHA79), welche vom 18. bis 23. Mai 2026 stattfindet, konnte allerdings nicht erzielt werden. Zu groß blieben die Differenzen zwischen den Verhandlungsgruppen, insbesondere zwischen vielen Entwicklungs- und Schwellenländern, darunter der Africa Group und der Group for Equity, und mehreren Industriestaaten, einschließlich der EU-Mitgliedstaaten. Angesichts der intensi-ven Bemühungen der WHO-Mitgliedstaaten und der regen Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure mag das Ausbleiben eines Abschlusses zunächst enttäuschen. Die vereinbarte Verlängerung der Verhandlungen signalisiert jedoch zweierlei: Erstens wird die rechtliche, technische und politische Komplexität des PABS-Systems nicht zugunsten eines vorschnellen Kompromisses verkürzt. Zweitens halten die Mitgliedstaaten trotz tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten am Ziel eines gemeinsamen Systems fest und bekräftigen ihre Bereitschaft, den Annex zu einem tragfähigen Abschluss zu führen.

Lesen Sie den gesamten Bericht hier.

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Über diese Reihe

Die „Genfer Depesche“ analysiert und dokumentiert die Prozesse in Genfer multilateralen Organisationen zu aktuellen Themen. 

Andrea Ellen Ostheimer
Andrea Ostheimer
Leiterin des Multilateralen Dialogs Genf
andrea.ostheimer@kas.de +41 79 318 9841