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Veranstaltungsberichte

Grenz- und Migrationsherausforderungen während der Pandemie

XVI. Bilaterales Seminar Peru-Chile

Am Donnerstag, den 22. April 2021 fand im Rahmen eines Onlineseminars eine neue Ausgabe des bilateralen Seminars des Projekts Generation of Dialogue (GoD) zwischen Peru und Chile statt.

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Desafíos fronterizos y migratorios durante la pandemia

XVI Seminario Bilateral Perú-Chile

Youtube, KAS Perú

Die Veranstaltung, die mit Unterstützung des Instituts für Internationale Studien der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru organisiert wird, trug diesmal den Titel "Grenz- und Migrationsherausforderungen während der Pandemie“ und gliederte sich in zwei runde Tische. Für das Thema „Migration“ nahmen die Expertinnen Tania Vásquez, Forscherin am Institut für Peruanische Studien (IEP) und Carolina Stefoni, Wissenschaftlerin und Forscherin an der Universidad Mayor (Chile) teil. An dem zweiten Runden Tisch zu dem Thema „Grenzen“ haben die Spezialisten Ricardo Jiménez Palacios, Akademiker von der Universidad Privada de Tacna (Peru) und Cristian Ovando, Akademiker von der Universidad de Tarapacá (Chile) teilgenommen.

Zu Beginn der Veranstaltung hob Dr. Robert Helbig, Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Peru, die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Länder in dem Projekt hervor und lobte deren Vision und Engagement. Er betonte, dass die Pandemie uns alle vor neue Herausforderungen gestellt hat, dass sie aber auch Vorteile mit sich gebracht hat, wie die Tatsache, dass ein so breites Publikum aus beiden Nationen während des bilateralen Dialogs zusammenkommen konnte.

Der erste Runde Tisch beschäftigte sich mit der Frage, wie die Corona Pandemie die Dynamik von Mobilität und Migration beeinflusst hat und welche Auswirkungen sie auf das Leben der zugewanderten Bevölkerung hatte? Die Lösung der meisten Länder weltweit, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen, war, die Grenzen zu schließen. Diese Schließungen haben auch in Peru und Chile für einen deutlichen Einbruch der Mobilität und erhöhte Grenzkontrollen gesorgt. Tania Vásquez zeigt: sowohl Immigration als auch Emigration sind stark zurück gegangen und es gibt einen Trend zur Immobilität. Carolina Stefoni ihrerseits weist auf die große Dunkelziffer der illegalen Mobilität hin. Besonders Migranten ohne gültige Papiere hatten während den strengen Ausgangsbeschränkungen kaum Möglichkeiten sich legal zu bewegen. Sie befinden sich damit in einer Situation wie in einer „Warteschleife“. Die Situation für Migranten hat sich während der Pandemie in beiden Ländern erheblich verschlechtert, besonders was den Zugang zu Nahrung und Bildung sowie die soziale und gesundheitliche Absicherung betrifft.

Der zweite Runde Tisch beschäftigt sich thematisch mit den Auswirkungen der Pandemie auf Grenzgebiete. Cristian Ovando weist darauf hin, dass die umfassenden Grenzschließungen während der Pandemie, auch in Gebieten, in denen die Grenzen schon lange nicht mehr zur territorialen Kontrolle gedacht waren, weltweit zu einem Phänomen der „refronterización“, also einem verstärkten Wiederaufkommen von Grenzen geführt haben. Das stellt viele Regionen vor neue Herausforderungen. Grenzgebiete sind Orte, an denen die unterschiedlichen Interessen internationaler, nationaler, lokaler und regionaler Akteure aufeinandertreffen. Ricardo Jiménez Palacios kritisiert in diesem Zusammenhang, dass einige gesellschaftliche Gruppen, die in Grenzregionen eine wichtige Rolle spielen, politisch unsichtbar sind und auf der lokalen Verwaltungsebene nicht vertreten sind. Er bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass Grenzen Orte sind, an denen Dinge fließen, aber nicht, wo Entwicklungspolitik ansetzt. Die Pandemie hat diesen Eindruck noch verstärkt.

Wir laden Sie ein, sich die Präsentationen der Referenten anzusehen und die Veranstaltung in der Aufzeichnung, die diesem Bericht beiliegt, noch einmal zu erleben.

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2. April 2020
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