Seminar

Über den Umgang mit der Vergangenheit

Seminar zum Umgang in Deutschland mit seinen beiden Diktaturen

Wie erfolgte die Entnazifizierung im Nachkriegsdeutschland? Wie ging man nach dem Fall der Mauer mit der Stasi-Vergangenheit um? Was sind heute die Gefährdungen der Demokratie in Deutschland? Diesen Fragen wird in diesem Seminar nachgegangen.

Details

Das Seminar in Petrosawodsk für Studenten der juristischen Fakultät sowie der Rundtisch mit Dozenten und Professoren der Universität Petrosavodsk ist das zweite große Bildungsprojekt zum Thema "Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland". Die erste solche Veranstaltung fand vor einem Jahr in Moskau statt. Auch diesmal findet das Seminar auf Initiative der russischen Seite statt. Gerne würden wir in der Zukunft zu diesem Thema auch in anderen russischen Städten Seminare durchführen und die deutschen Erfahrungen im Umgang mit der Geschichte teilen.

Das Seminar wird den ganzen Tag in Anspruch nehmen und besteht aus drei Einheiten.

Die erste Einheit wird der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewidmet. Die Stunde 'Null' für die Deutschen war das Jahr 1945. Deutschland erlebte die totale Niederlage. Mit den Nürnberger Prozessen, die in erster Linie von den Siegermächten initiiert wurden, begann bereits direkt nach dem Krieg die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen. Die strafrechtliche Verfolgung findet bis in die heutige Zeit statt, da es für diese Verbrechen keine Verjährung gibt. In welcher Weise verlief die juristische Aufarbeitung und wie wurde diese seitens der Bevölkerung wahrgenommen? Eine juristische Aufarbeitung von Verbrechen garantiert aber noch keine veränderte Haltung im Bewusstsein der Bevölkerung. Vielmehr ist die öffentliche Auseinandersetzung mit der Ideologie des Nationalsozialismus' notwendig. Demokratische Werte müssen von der breiten Masse der Bevölkerung akzeptiert und gelebt werden. Wie fand dieser Prozess in Deutschland nach 1945 statt, von wem gingen die entscheidenden Impulse aus und wie regierte die Bevölkerung auf die öffentlich geführte Debatte?

In der zweiten Seminareinheit soll die Aufarbeitung der Diktatur in der DDR diskutiert werden. Nach dem Krieg entstand auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone erneut eine Diktatur. Die Ideologie des Marxismus-Leninismus' durchzog das gesamte öffentliche Leben der ehemaligen DDR. Wie erfolgten nach der Wiedervereinigung personelle Veränderungen in den Verwaltungen und Schulen, Veränderungen der Curricular der Schulen, öffentliche Diskussionen über Werte und Demokratie, der Umgang mit den Akten der Staatssicherheit?

Im letzten Panel wird über die Erinnerungskultur und politische Bildung gesprochen. Immer weniger Menschen in Deutschland haben eigene Erinnerungen an die Diktatur der Nationalsozialisten und den Schrecken des Holocaust und des Krieges. Wie wird in Deutschland das Bewusstsein für die Gefahren jeder Form von Extremismus wachgehalten?

Wenn das Seminar sich vor allem an die jüngeren Interessenten richtet, so soll der Rundtisch vor allem den engeren Kreis von russischen Dozenten und Experten auf dem Gebiet der Aufarbeitung ansprechen. Hier wird über dem Umgang mit der Geschichte und über die Erinnerungskultur in beiden Ländern diskutiert und die deutschen und russischen Erfahrungen in der Aufarbeitung der Vergangenheit ausgetauscht werden.

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Veranstaltungsort

Universität Petrosawodsk, Karelien, Russland

Referenten

  • Vera Lengsfeld
    • Dr. Clemens Vollnhals
      • Dr. Helge Heidemeyer
        Kontakt

        Claudia Crawford

        Claudia Crawford bild

        Leiterin des Büros Multilateraler Dialog KAS in Wien

        claudia.crawford@kas.de +43 1 890 14650 +43 1 890 146 516
        Kontakt

        Anna Smolina

        Anna  Smolina bild

        Projektkoordinatorin und stv. Buchhalterin

        anna.smolina@kas.de +7 495 626 00-75 +7 495 626 00-76

        Bereitgestellt von

        Auslandsbüro Russland