Publikationen zum Thema „Demokratie braucht Mitwirkung“
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IMAGO/alterphotos
„Ein Volk, das sich für die Freiheit entschieden hat, ist nicht aufzuhalten“
Ein Interview mit María Corina Machado
Anfang 2026 griffen die USA militärisch in Venezuela ein und brachten den Machthaber Nicolás Maduro außer Landes. Doch das autoritäre Regime in Caracas blieb im Sattel, nun unter der Führung von Delcy Rodríguez. Oppositionsführerin María Corina Machado war von Maduro 2024 von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen worden. Der bis dahin weitgehend unbekannte Edmundo González, der an ihrer Stelle antrat, gewann die Wahl dennoch klar. Das Regime fälschte das Ergebnis und blieb de facto an der Macht. Der zuletzt im eigenen Land versteckt lebenden Machado gelang es Ende 2025, heimlich Venezuela zu verlassen, um zur Übergabe des ihr verliehenen Friedensnobelpreises zu reisen. Sie lebt seither im Exil. Mit den Auslandsinformationen sprach sie am 8. Mai über die Situation in ihrem Land, wie es weitergehen soll und warum uns das auch in Deutschland und Europa etwas angeht.
Dr. Sören Soika
11. Mai 2026
Auslandsinformationen
IMAGO / Xinhua
Präsidentschaftswahl in Benin im Kontext demokratischen Rückschritts in Westafrika
Regierungskandidat und bisheriger Finanzminister Romuald Wadagni gewinnt die Präsidentschaftswahl
Am 12. April 2026 wählten die Bürgerinnen und Bürger Benins einen neuen Präsidenten. Der bisherige Finanzminister und Kandidat des Regierungsbündnisses, Romuald Wadagni, ging mit 94,05 % der Stimmen als eindeutiger Sieger aus dem Urnengang hervor. Sein einziger Gegenkandidat, Paul Hounkpè, Vorsitzender der Oppositionspartei Forces Cauris pour un Bénin Émergent, blieb mit knapp sechs Prozent deutlich zurück. Angesichts des Ausschlusses der wichtigsten Oppositionspartei Les Démocrates galt der Wahlausgang bereits im Vorfeld als weitgehend sicher. Vor diesem Hintergrund rückte weniger der Wahlausgang als vielmehr die Wahlbeteiligung in den Mittelpunkt der Beobachtung.
Louisa Mendoza, O. Kevin Anvo
30. April 2026
Länderberichte
IMAGO / Kyodo News
Präsidentschaftswahlen in Peru
Keiko Fujimori zum vierten Mal in Stichwahl
Am 12. April fanden in Peru Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Die laufende Stimmenauszählung deutet auf einen Wahlsieg von Keiko Fujimori von der konservativen Partei Fuerza Popular mit 17 Prozent der Stimmen hin. Angesichts dieses Ergebnisses wird ein zweiter Wahlgang am 7. Juni nötig. Offen ist noch, wer als zweitplatzierter Kandidat in diese Runde einziehen wird: Der linksgerichtete Roberto Sánchez und der konservative Rafael López Aliaga liefern sich mit jeweils um 12 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es gilt, die komplette Auszählung der Stimmen abzuwarten.
Der Wahltag war geprägt von Turbulenzen wegen der verspäteten Auslieferung von Wahlmaterial in der Stadt Lima. Die Öffnung von 13 Wahllokalen musste auf den Folgetag verlegt werden. In den Regionen verliefen die Wahlen nach ersten Einschätzungen geordnet und ohne größere Zwischenfälle. Die Außenpolitik Perus folgt traditionell langfristigen Linien, und dies wird sich voraussichtlich unter einer neuen Regierung jeglicher Couleur fortsetzen. Deutschland und die EU sollten diese außenpolitische Offenheit weiterhin konstruktiv nutzen.
Annette Schwarzbauer, Dr. Andrés Hildebrandt
16. April 2026
Länderberichte
Anadolu Agency, Imago
Wie können sich Mitte-rechts-Parteien in Afrika behaupten?
Ein Blick auf die Democracy Union of Africa
Inmitten des Rückzugs westlicher Partner, des wachsenden Einflusses autoritärer Mächte und der Dominanz linker Parteien suchen Afrikas Mitte-rechts-Parteien nach neuer Orientierung. Trotz Repression und Wahlmanipulationen fordern Bürgerinnen und Bürger – allen voran die Generation Z – unermüdlich Freiheit, Transparenz und politische Teilhabe. Für die bürgerlich-konservativen Kräfte stellt sich damit die drängende Frage nach glaubwürdigen Antworten. Welche Rolle spielt dabei die Democracy Union of Africa – und hat sie das Potenzial, das konservative Lager politisch neu zu beleben?
Dr. Holger Dix, Henri Bohnet
2. April 2026
Auslandsinformationen
photonews.at, Imago
Überlegungen zum Umgang mit Rechtsaußenparteien in Europa
Tür auf oder Tür zu?
Der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien verändert die politischen Kräfteverhältnisse in Europa grundlegend und stellt Mitte-rechts-Parteien vor die schwierige Frage nach dem richtigen Umgang. Zugleich zeigt sich: Rechtsaußenparteien unterscheiden sich deutlich in Programmatik und politischen Haltungen – etwa zur EU, zu Russland und zum Rechtsstaat. Pauschale Strategien greifen daher zu kurz. Welche Handlungsspielräume bleiben der politischen Mitte, um unter diesen Bedingungen dauerhaft politisch zu bestehen?
Sebastian Enskat
2. April 2026
Auslandsinformationen
Xinhua, Imago
Südafrikas fragile politische Mitte
Zwischen Spaltung und Populismus
Zwischen wachsendem Populismus, sozialer Ungleichheit und einem zunehmend zersplitterten Parteiensystem ringt Südafrikas politische Mitte um Orientierung. Die Democratic Alliance besitzt zwar das Potenzial zur Catch-all-Partei, die Wählerschichten jenseits klassischer Klassen- und Milieugrenzen ansprechen kann. Doch welche Strategien werden benötigt, um das Mitte-rechts-Lager mehrheitsfähig zu machen?
Gregor Jaecke, Dr. Christoph Wiedenroth
2. April 2026
Auslandsinformationen
Zuma Press Wire, Imago
Polarisierung und die politische Mitte in Japan
Wie der Liberaldemokratischen Partei das Comeback gelang
In Japan erzielte die Liberaldemokratische Partei bei den Unterhauswahlen 2026 mit einer neuen rechtskonservativen Ausrichtung unter Sanae Takaichi, wirtschaftspolitischen Reformversprechen und im Wettbewerb mit populistischen Kräften das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte und eine überwältigende Parlamentsmehrheit. Doch was sagt dieser Wahlerfolg über die politische Mitte, die Rolle neuer rechter Parteien und die Erwartungen der Wähler aus?
Paul Linnarz
2. April 2026
Auslandsinformationen
Zoonar, Imago
Marokkos politische Mitte in einem hybriden System
Zwischen Parteienpluralismus und monarchischer Einflussnahme
Demokratische Institutionen existieren in Marokko – doch die politische Macht liegt weiterhin stark beim Königshaus. In einem Spannungsfeld zwischen monarchischer Vorherrschaft und den Forderungen der „Generation Z 212“ nach echter Mitbestimmung versuchen sich Marokkos Mitte-rechts-Parteien zu behaupten. Wie viel Einfluss haben sie tatsächlich? Gelingt es den bürgerlichen Kräften, das Vertrauen der Jugend zurückzugewinnen – und was steht bei den Parlamentswahlen 2026 auf dem Spiel?
Steven Höfner
2. April 2026
Auslandsinformationen
Anadolu Agency, Imago
Lateinamerikas Parteienlandschaft rückt nach rechts
Polarisierung, Populismus, Pragmatismus
In Lateinamerika haben enttäuschte Erwartungen an die politische Linke und selbstverschuldete Regierungskrisen einen tiefgreifenden politischen Wandel begünstigt. Konservative, libertäre und rechtspopulistische Kräfte gewinnen zunehmend Wahlen, indem sie auf Sicherheit, wirtschaftliche Reformen und einen konfrontativen Stil gegenüber den Eliten setzen. Doch steht die Region vor einer dauerhaften konservativen Wende oder nur vor der nächsten politischen Pendelbewegung? Und wie können sich bürgerliche Mitte-rechts-Parteien im Wettbewerb mit radikaleren Kräften behaupten?
Henning Suhr
2. April 2026
Auslandsinformationen
Gestaltung: sustentio
Editorial der Ausgabe: „Mitte-rechts“
In vielen europäischen und internationalen Demokratien stehen Mitte-rechts-Parteien unter wachsendem Druck durch rechtspopulistische Kräfte. Wer fordert christdemokratische und konservative Parteien in Europa und darüber hinaus heraus – und mit welchen Strategien reagieren sie darauf? Internationale Beispiele zeigen, dass rechtspopulistische Herausforderungen vielfältig sind und sich weder durch bloße Abgrenzung noch durch Einbindung allein bewältigen lassen. Erfolgreich sind Mitte-rechts-Parteien vor allem dann, wenn sie ein klares Profil entwickeln und überzeugende Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben.