Am 18. September 2026 fand in Odesa die Konferenz „Politische Führung von Veteraninnen und Veteranen: Vertrauen, Verantwortung, Strategie für die Entwicklung der Gemeinden“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der NGO „Institut für Psychologie, Politik und Gesellschaft“ in Partnerschaft mit dem Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Ukraine. An der Konferenz nahmen 85 Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Institutionen, der Veteranengemeinschaft, zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Fachöffentlichkeit teil.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Beteiligung von Veteraninnen und Veteranen am gesellschaftlichen und politischen Leben, an der öffentlichen Verwaltung und an der strategischen Entwicklung der Gemeinden. Die Teilnehmenden diskutierten darüber, wie die Erfahrungen von Veteraninnen und Veteranen, gesellschaftliches Vertrauen und Verwaltungskompetenzen eine Grundlage für verantwortungsvolle Führung und die Entwicklung ukrainischer Gemeinden bilden können. Die Notwendigkeit einer systematischen Vorbereitung von Veteraninnen und Veteranen auf eine solche Rolle war eines der zentralen Themen der Konferenz.
Für die Konrad-Adenauer-Stiftung ist es wichtig, dass Veteraninnen und Veteranen aktiv am politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und dass ihre Erfahrungen und ihr Wissen in Entscheidungsprozesse auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene einfließen.
Die Bedeutung des Themas wurde auch in den Beiträgen von Ruslan Prychodko, stellvertretender Minister für Veteranenangelegenheiten der Ukraine, Oleksandr Kharlov, Erster stellvertretender Leiter der Regionalen Staats-/Militärverwaltung von Odesa, und Ihor Koval, amtierender Bürgermeister von Odesa und Sekretär des Stadtrats von Odesa, hervorgehoben.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Von den Erfahrungen der Veteraninnen und Veteranen zu politischer Führung und Gemeindeentwicklung“ teilten Andrii Makovetskyi, amtierender stellvertretender Bürgermeister von Odesa, Oleksandr Ostapenko, Oberst der ukrainischen Streitkräfte und ehemaliger Vertreter des Menschenrechtsbeauftragten des ukrainischen Parlaments in den südlichen Regionen, Viktor Moiseiev, Leiter des städtischen Zentrums für die Unterstützung von Kriegsveteranen in Mykolajiw, sowie Andrii Yusov, Sprecher der Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, ihre Erfahrungen und Perspektiven. Moderiert wurde die Diskussion von Yana Titarenko, Freiwillige und Beraterin des Befehlshabers der ukrainischen Marine.
Ein zentraler Programmpunkt der Konferenz war die Vorstellung des Bildungsprojekts „Schule für öffentliche Politik und Verwaltung für Veteraninnen und Veteranen“. Die Initiative soll Veteraninnen und Veteranen auf eine professionelle Beteiligung an der öffentlichen Verwaltung, der kommunalen Selbstverwaltung und der Entwicklung von Gemeinden vorbereiten. Das Programm verbindet ein Verständnis für politisches Vertrauen und gesellschaftliche Verantwortung mit praktischen Kompetenzen im Umgang mit Institutionen, digitalen Instrumenten, strategischer Planung, öffentlicher Kommunikation und Fragen der Barrierefreiheit.
Das Ausbildungsprogramm der Schule besteht aus acht aufeinander aufbauenden Modulen, die vom 3. Oktober bis zum 21. November 2026 in einem hybriden Format stattfinden. Jedes Modul umfasst vier Stunden, insgesamt sind 32 Ausbildungsstunden vorgesehen. Das Programm verbindet Expertensitzungen, praktische Übungen, Fallanalysen, Arbeit in Kleingruppen sowie individuelle und gemeinsame Aufgaben.
Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit folgenden Themen:
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Politisches Vertrauen und Gesellschaftsvertrag – Legitimität, Verantwortung und die Rolle von Veteraninnen und Veteranen bei der Stärkung von Gemeinden;
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Psychische Widerstandsfähigkeit und Informationssicherheit – kritisches Denken sowie der Umgang mit Desinformation und Informations- und psychologischen Operationen;
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Öffentliche Politik und das System der öffentlichen Verwaltung – die Funktionsweise von Institutionen und die Überführung gesellschaftlicher Initiativen in politische und administrative Entscheidungen;
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Digitale Verwaltung und moderne Technologien – offene Daten, elektronische Dienstleistungen, digitale Beteiligung und Transparenz;
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Strategische Planung der Entwicklung von Gemeinden im Kontext europäischer Erfahrungen und EU-Standards;
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Strategisches Denken und Wiederaufbau von Gemeinden – systemische Analyse, Arbeit mit relevanten Akteuren und Wiederaufbauplanung;
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Kommunikationsethik und öffentliches Auftreten – Entwicklung von Botschaften, Umgang mit Medien und Krisenkommunikation;
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Gleichheit, Würde und Barrierefreiheit – die Integration von Prinzipien der Barrierefreiheit in Politik, Dienstleistungen, öffentliche Räume und Verwaltungsentscheidungen.
An der Durchführung der Ausbildung sind Fachleute aus den Bereichen Politikwissenschaft, öffentliche Verwaltung, Psychologie, Recht, strategische Planung und Barrierefreiheit beteiligt. Dazu gehören Denys Yakovlev, Kateryna Antipova, Ella Mamontova, Oleksandr Ostapenko, Mariana Afanasieva und Volodymyr Vysotskyi.
Ein besonderes Merkmal des Programms ist seine praktische Ausrichtung: Jedes Modul sieht ein konkretes Ergebnis vor, das die Teilnehmenden in ihrer Gemeinde einsetzen können. Die einzelnen Arbeitsergebnisse werden schrittweise zu einem eigenen Projekt oder einer öffentlichen Initiative weiterentwickelt, die am Ende der Ausbildung vorgestellt wird.
Die Ausbildung an der Schule beginnt bereits am 3. Oktober 2026. Veteraninnen und Veteranen sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, die öffentliche Initiativen umsetzen, an Verwaltungsprojekten arbeiten und ihre Gemeinden weiterentwickeln möchten, sind eingeladen, am Programm teilzunehmen.
Anmeldung über den Link.
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