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Psychische Krisen gehören heute zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Begriffe wie Mental Health, Depression oder Burnout prägen öffentliche Debatten ebenso wie persönliche Erfahrungsberichte. Gleichzeitig zeigt sich, wie schwierig es bleibt, über seelische Ausnahmezustände zu sprechen – und wie stark gesellschaftliche Vorstellungen von Normalität und Abweichung den Dialog prägen.
Seit seiner Erfindung hat der Film diese Spannungen und den Umgang mit psychischen Krisen fortwährend reflektiert. Von expressionistischen Visualisierungen des Irrationalen über surrealistische Traumvisionen bis zu modernen Erzählungen über Angst, Überforderung und soziale Isolation hat das Kino dabei immer wieder neue Bilder für Wahnsinn, Trauma und innere Zerrissenheit gefunden und versucht, unsichtbare Zustände sichtbar zu machen: durch verzerrte Räume, subjektive Perspektiven oder Figuren, deren Wahrnehmung aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Dabei erzählen diese Filme nie nur von individuellen Schicksalen. Sie verhandeln zugleich gesellschaftliche Normen, medizinische Deutungen und kulturelle Vorstellungen von psychischer Gesundheit. Manche Darstellungen haben das Stigma psychischer Erkrankungen verstärkt, andere haben dazu beigetragen, es zu hinterfragen.
Begleitend zur Ausstellung Wie geht’s? im Deutschen Hygiene-Museum Dresden widmet sich die Filmreihe Kopfkino filmischen Auseinandersetzungen mit mentaler Gesundheit und psychischen Ausnahmezuständen. Während Filmklassiker wie „Einer flog über das Kuckucksnest“, „Eine Frau unter Einfluß“ und „Durchgeknallt“ den Umgang mit psychischen Problemen aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch beleuchten, behandelt „Der Vater“ wiederum kammerspielartig die Herausforderungen einer Demenzerkrankungen aus Sicht des Betroffenen. Alle ausgewählten Filme zeigen, wie das Kino seit über hundert Jahren versucht, Seelenzustände darstellbar zu machen, und welche Vorstellungen von Normalität, Abweichung und Heilung dabei entstehen.
Das Hygiene-Museum erhebt einen Eintrittspreis in Höhe von 3€/5€
Agenda
Programm
20.30 Uhr Einlass zum Open Air Kino
21.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Dr. Susanne Illmer
Deutsches Hygiene Museum Dresden
Lina Berends
Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.
21.10 Uhr Einführung: Rezeptionen psychischer Erkrankungen im Film
Dr. Frank Schmidt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft
21.25 Uhr Filmvorführung „Girl, Interrupted“
23.00 Uhr Ende der Veranstaltung
Weitere Termine:
02.09. „Einer flog über das Kuckucksnest“
1.12. „Women under influence“
Januar 2027 „The father“