Riikide raportid

Kardinal Turkson sprach über Ethik des Unternehmens

kohta Gabriela Tibenska
Werte in Unternehmen und Gesellschaft nannte sich die Konferenz, die am 1. Dezember in Bratislava stattfand. Vorsitzender des Päpstlichen Rates Iustitia et pax Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson stellte Unternehmern, Geschäftsleuten und Akademikern das Dokument Zum Unternehmen berufen vor.

Der Bericht von Marta Majerčáková erschien in der slowakischen Wochenzeitung Katolicke noviny 50/2014 (Katholische Zeitung). Hier die gekürzte Fassung:

Die Konferenz mit internationaler Teilnahme, bei der die Prosperität von Unternehmen mit christlichen Werten konfrontiert wurde, war die erste ihrer Art in der Slowakei. „Das Verhältnis der Kirche zur Welt hat sich gewandelt. Bereits auf dem Zweiten vatikanischen Konzil 'öffnete sie die Fenster' auch für soziale und Wirtschaftswissenschaften, damit die Entwicklung der Gesellschaft fortschreitet. Der Glaube ist keine Privatsache, sondern soll in Taten für das Gemeinwohl umgesetzt werden“. Diese Worte sagte der Vorsitzende des Päpstlichen Rates Iustitia et pax Kardinal Turkson vor einem 250-köpfigen Publikum bedeutender Unternehmer, Ökonomen, Manager, Strategen, Analysten und Experten für Innovationen.

An der Veranstaltung nahm ferner der Bischof von Nitra Viliam Judák teil, sowie der Vorsitzende der Sozialen Subkommission der slowakischen Bischofskonferenz, Eparche von Bratislava Peter Rusnák und weitere Kirchenvertreter, Experten für die christliche Soziallehre. An der Podiumsdiskussion nahmen teil José Maria Simone – Präsident des Internationalen Verbands christlicher Unternehmer Uniapac; Rolando Medeiros – Chefmanager des internationalen Unternehmens Elecmetal Group; Michal Hrabovec – Mitbegründer des Softwareunternehmens Anasoft; Juraj Habovštiak – Gründer der Firma MTS Krivá; Wolfgang Schirmer – Direktor der Rheinmetall MAN Wien sowie die Europaabgeordnete Anna Záborská - Mitglied des EP-Ausschusses für Industrie, Forschung und Energiewirtschaft.

Die Veranstaltung wurde von der Sozialakademie sowie der Gemeinschaft Venite und der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert, die Schirmherrschaft übernahm die slowakische Bischofskonferenz.

Philosophie des Unternehmens, Profit, Ethik, Gesellschaft

Bischof Viliam Judák betonte in seiner Ansprache, dass das Unternehmertum Gutes für die Gesellschaft schafft ohne welches der Kampf gegen Hunger, Krankheiten oder Umweltschutz unmöglich wären. Aus christlicher Sicht steht jedoch immer der Mensch und seine Würde in der Mitte. Unter Verweis auf raubgierige Wirtschaft, unethisches Unternehmen oder Profitgier deutete Kardinal Turkson an, auf welche Weise wir uns mit der durch die moralische Krise bedingte Finanzkrise auseinandersetzen: es existiert eine Kluft zwischen Glaube und Unternehmen, der Mensch führt ein gespaltetes Leben, wodurch der Glaube aus der Arbeit herausgehalten wird.

Damit der Staat wirtschaftlich aufblüht und das Unternehmensmillieu gesundet, reicht es nicht nur zu arbeiten, Waren und Leistungen zu produzieren und materiellen Reichtum zu schaffen. Es ist notwendig, auch eine neue unternehmerische und Marketingphilosophie zu akzeptieren: „gut zu arbeiten, gute Produkte und guten Reichtum zu schaffen.“ Der Mensch ist nämlich nicht auf „Konsumenten“ oder „Arbeitskraft“ reduzierbar. Die Waren und Leistungen sollen mit den Armen geteilt werden und eine gerechte Aufteilung der Güter soll durchgesetzt werden.

Die Europaabgeordnete Anna Záborská (KDH) wies in der Podiumsdiskussion auf die Gesetzgebung als den Schlüsselfaktor eines ethischen Unternehmens hin, José Maria Simone appelierte wiederum an den Staat, der den Gesetzgebern Macht gibt und für die Durchsetzbarkeit des Rechtes auch in geschäftlichen und finanziellen Beziehungen haftet. Michal Hrabovec äußerte eine interessante Bemerkung über Unternehmenskommunikation, die durch Vertrauen, Wahrheit und die sogenannte Kultur der offenen Türen der Mitarbeiter gegenüber den Vorgesetzten bedingt werde. Juraj Habovštiak bestätigte, dass eine positive Arbeitsatmosphäre eine Seltenheit sei und dass von allen Mitarbeitern einer Firma einschließlich des Chefs fachliche und moralische Reife verlangt werden.

Nur anständiges Unternehmen bringt dauerhaften Erfolg

Der Chefmanager eines internationalen Unternehmens Rolando Medeiros äußerte sich, dass der Beruf des Unternehmers ein edler Beruf sei: „Der Beruf des Unternehmers ist eine Berufung von Gott dazu, Mitgestalter an der Schaffung von Werten zu sein. Alle Begabungen, die er hat, bekam er vom Gott, daher soll er diese in den Dienst am Gemeinwohl stellen… Ein Unternehmer muss auf kurzfristige Ziele und auf schnellen Profit verzichten. Slowakischen Unternehmern wünsche ich, dass sie sich dem freien Markt öffnen und zum guten Unternehmen und Entfaltung der Wirtschaft beitragen.“ Der Unternehmer Juraj Habovštiak bemerkte unterdessen: „wenn es nicht möglich sein sollte, anständig zu unternehmen, würde ich auch kein Unternehmer sein. Nur anständiges Unternehmen kann dauerhaften Erfolg für die Firma und uns selbst bringen. In der Slowakei lernen wir erst, wie man unternehmen soll. Wir haben jedoch gute Vorbilder in den entwickelten Ländern, in denen Unternehmer ihren Angestellten Vertrauen, Selbstständigkeit und Gelegenheit zur kreativen Arbeit gewähren“. Der Priester Jozef Vadkerti aus dem Publikum fügte hinzu: „Den Unternehmern in der Slowakei wünsche ich, dass sie seriös und standhaft bleiben, dass sie es nicht aufgeben, auch wenn sie mit Manipulation vonseiten der Geschäftspartner oder des Staates konfrontieret sind. Mögen sie erfolgreich sein und zeigen, dass eine ethische Unternehmensführung möglich ist.“

Zum Unternehmen berufen

Aus dem Dokument Zum Unternehmen berufen des Päpstlichen Rates Iustitia et pax, das in diesen Tagen in slowakischer Übersetzung erschienen ist:

  • Menschenwürde und Gemeinwohl sind elementare ethische Prinzipien des Unternehmertums.
  • Ein wichtiger Bestandteil des Berufs des Unternehmers ist die Anwendung ethischer sozialer Prinzipien im unternehmerischen Alltag.
  • Unter den vielen komplexen Faktoren, welche das Unternehmertum auf lokaler und globaler Ebene beeinflussen gibt es vor allem vier: Globalisierung, neue Kommunikationstechnologien, Dominanz der Finanzmärkte und die kulturellen Veränderungen.
Dokument unter socialnaakademia.sk und dbk.de abrufbar.

mit. Kard. Peter Turkson http://www.socialnaakademia.sk

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erscheinungsort

Slowakische Republik Slowakei