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보고서

Aktuelles aus den Genfer Organisationen zu COVID-19 | 27. März 2020

Olaf Wientzek, Sarah Ultes

Wochenspiegel zu Vorgängen im multilateralen Genf zu COVID-19 (20.3 - 26.3.)

Die „Genfer Depesche“ geht in Kurzform auf aktuelle Entwicklungen in den Genfer multilateralen Organisationen zu einem aktuellen Thema ein. In diesen Wochen widmet sie sich Entwicklungen in den Genfer Organisationen mit Bezug auf COVID-19. Die Pandemie hat nicht nur eine gesundheitspolitische Dimension, sondern hat erhebliche Auswirkungen für die Zukunft der Weltwirtschaft, des Welthandels, der Arbeit, Flucht und Migration, die humanitäre Hilfe sowie den Multilateralismus als Ganzes.

Eine Leitlinie war in den vergangenen sieben Tagen der wiederholte Appell verschiedener Organisationen zu globaler Solidarität. Das konkreteste Beispiel in dieser Woche war die Vorstellung eines globalen Hilfspakets in Höhe von bis zu zwei Milliarden Dollar. Immer deutlicher weist das multilaterale Genf auch auf die zu erwartenden wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen hin.

WHO: "Fight like hell" - Vorbereitung fragiler Länder im Fokus  

Beim G20-Gipfel wiederholte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Ghebreyesus seine dramatischen Appelle der vergangenen Tage ("fight like hell!") und forderte dringlich das Hochfahren der Produktion von notwendigem Schutzmaterial. Im Vorfeld des Gipfels hatte Tedros die Teilnehmer zur Unterstützung anfälliger Staaten - nicht nur in Sub-Sahara-Afrika, sondern auch generell Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen - aufgerufen. Nach wie vor lenkt die WHO die Aufmerksamkeit auf die bislang eher schwach betroffenen Regionen wie Süd- und Südostasien: So empfahl der Leiter der Notfallabteilung Michael Ryan für Indien am 24. März "aggressive" Maßnahmen, der künftige Verlauf der Pandemie hänge davon ab. Bemerkenswert: Als Reaktion1 führte die indische Regierung umfassende restriktive Maßnahmen ein, die für 21 Tage gelten sollen. 

Gleichzeitig ermutigt die WHO die Staatengemeinschaft, das nun neu geschaffene Gelegenheitsfenster zu nutzen um eine Reihe dringlicher Maßnahmen durchzuführen: u.a. Erhöhung und Training des Gesundheitspersonals; Hochfahren von Testkapazitäten, um jeden Verdachtsfall zu finden; Schaffung von Unterkünften zur Isolation von Patienten; Bündelung aller Ressourcen zur Bekämpfung des Virus. Sorgen bereiten der WHO die hohen Sterberaten in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen.  

Die WHO vermeidet es, sich zu direkt zu Ausgangssperren und Schulschließungen zu äußern: Jede Phase brauche ein unterschiedliches Maßnahmenpaket. Physische Distanz und ein defensiver Ansatz allein seien nicht ausreichend, sondern müssten Teil eines größeren Maßnahmenpakets mit intensivem Testen, Nachverfolgung der Kontakte, Isolierung und Behandlung ("offensiver Ansatz") sein. Es sei schwierig, einen "Shutdown" über einen längeren Zeitraum durchzuhalten, nicht nur wegen der psychologischen2, sondern auch der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Der Teufelskreis von "Lockdown-Wiederausbruch-Lockdown" müsse unterbrochen werden. Deshalb sollten die betroffenen Länder von einem rein defensiven in einen offensiven Ansatz übergehen. Das Dilemma: vielen Ländern fehlen die Mittel und die notwendige Schutzausrüstung für einen offensiven Ansatz: Jedoch gestehen auch WHO-Vertreter ein, dass es in allen Bereichen der Lieferketten Probleme gebe, teilweise mangele es sogar an den Rohmaterialien. Insgesamt würden 26 Millionen Gesundheitsarbeiter entsprechendes Material benötigen. Deutliche Kritik gibt es jedoch besonders für Exportbeschränkungen für Schutzmaterial. 

 

Den gesamten Bericht können Sie sich als PDF herunterladen.

 

1 https://news.un.org/en/story/2020/03/1060132

2 Die WHO verwies mehrfach auf Konsequenzen für die mentale Gesundheit von Gesundheitspersonal und Bevölkerung 

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