Bei einem Abendessen wurde die Gelegenheit zu Gesprächen zwischen Prof. Dr. Vogel und Vertretern der palästinensischen Zivilgesellschaft in Ost-Jerusalem ausgiebig genutzt. Die angeregten Diskussionen mit Wissenschaftlern, darunter Dr. Sari Nusseibeh, Präsident der Al-Quds-Universität, Journalisten, Geschäftsleuten und Politikern drehten sich insbesondere um die Situation des arabischen Ost-Jerusalem und den Ausgang der palästinensischen Parlamentswahlen.
Bei einem Gespräch mit dem Leiter des Vetretungsbüros der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Miguel Berger, wurde über die Entwicklung der deutsch-palästinensischen Beziehungen und die Arbeit des Vertretungsbüros in den Palästinensischen Autonomiegebieten gesprochen.
Mit Dr. Hanan Ashrawi, Mitglied des Palästinensischen Legislativrats aus der neuen Partei „Dritter Weg“ und Repräsentantin wichtiger Nichtregierungsorganisationen, sprach der Vorsitzende der KAS über die Politik der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Rolle der Christen in den Palästinensischen Autonomiegebieten und die Folgen des möglichen Wahlausgangs. In einem anschliessenden Treffen mit Dr. Khalil Shikaki, Direktor des Palestinian Center for Policy and Survey Research (PSR), wurde die hohe Bedeutung der von der KAS geförderten Meinungsumfragen für die palästinensische Öffentlichkeit dargestellt. Anhand der Umfrageergebnisse erfolgte ein Briefing zu den bevorstehenden Parlamentswahlen. Zentrales Thema des Termins mit Dr. Saeb Erekat, dem Chefunterhändler der PA, war die politische Dynamik der Verhandlungen mit Israel und die Entwicklung des Friedensprozesses im Rahmen der Road Map.
Es folgte ein Termin mit dem Planungsminister Ghassan Al-Khatib. Hier wurde über die möglichen Auswirkungen des Gaza-Abzugs und der offenen Grenze nach Ägypten auf die palästinensische Wirtschaft gesprochen und die Lebensfähigkeit eines Staates mit zwei Gebietsteilen diskutiert. Schließlich sprach Prof. Dr. Vogel am Abend mit Dr. Michel Sabbah, dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem, über die Situation der Christen im Heiligen Land.
Am Donnerstag vormittag war Prof. Dr. Vogel zu Gast in der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem, die sich in Trägerschaft des Deutschen Vereins vom Heiligen Land befindet. In dem 1886 gegründeten Gymnasium erhalten rund 500 christliche und muslimische palästinensische Mädchen aus Ost-Jerusalem und umliegenden Orten im Westjordanland eine qualifizierte Ausbildung von der Vorschule bis zum Abitur. In Gesprächen mit dem Direktor der Schule, Herrn Nikolaus Kircher, sowie mit Vertretern der Schülerinnen und der Lehrer ging es um die Frage, wie an dieser Schule Mädchen verschiedener Religionszugehörigkeit erfolgreich zusammen lernen. Er stellte die hohe Leistungsbereitschaft der Schülerinnen heraus und erklärte, dass der Mitwirkung der Eltern durch Elternbeiräte an seiner Schule eine hohe Bedeutung zukomme. Auch über die Beziehung der Schule zu Deutschland wurde gesprochen, wobei Kircher betonte, dass zahlreiche Schülerinnen der Schmidt-Schule nach ihrem Abitur in Deutschland studieren. Prof. Vogel übergab dem Schulleiter eine Bücherspende der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Schulbibliothek.
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