Die Steuerschulden von Lucio Tan in Höhe von 25 Mrd. Pesos (etwa 1,2 Mrd. DM) wurden unter kräftiger Mithilfe des Präsidenten der Philippinen und von Mitgliedern des Kabinetts storniert. Der Justizminister, der sich gegen die Niederschlagung der Steuerklage stellte, wurde kurzerhand vom Präsidenten aus seinem Amt entlassen. Cojuangco, ein weiterer bedeutender Sponsor des Präsidenten, wurde Herrscher über den Getränke- und Lebensmittelkonzern San Miguel und verfügt nun darüber hinaus über die Milliarden des sogenannten Coco-Levy (eine steuerähnliche Erhebung auf Kokosnußprodukte), die von den Bauern als Zwangsabgabe unter dem Diktator Marcos abgeführt werden musste.
Dante Tan, ein weiterer enger Vertrauter von Präsident Estrada, manipulierte mit Hilfe von einigen Agenten an der Börse, um durch Insidergeschäfte gewaltige Gewinne aus seinen Beteiligungen abzuschöpfen. Die Aktien von Best World Resources Corp., die sich in seinem Besitz befinden (mit Beteiligungen an Hotels und Spielbanken), stiegen in wenigen Monaten des vergangenen Jahres um 5300%,- auch im Zusammenhang mit Spekulationen, daß Stanley Ho, ein chinesischer Milliardär, der bisher Spielbanken in Macao betrieben hat, nun die Philippinen in ein Spielerparadies verwandeln wolle. Starke Proteste aus der Bevölkerung, insbesondere auch aus der katholischen Kirche, verhinderten ein stärkeres Einsteigen des Spielbankenkönigs aus Macao in den Philippinen.
Die offensichtlichen Manipulationen an der philippinischen Börse durch Dante Tan erschütterten das Vertrauen der Investoren erheblich. Ein noch stärkerer Vertrauensverlust erfolgte Anfang dieses Jahres, als offensichtlich wurde, daß Präsident Estrada die Ermittlungen zur Offenlegung der Manipulationen seines Freundes verhindern wollte.
Investoren und Spekulanten zogen in den ersten Monaten des Jahres 2000 erhebliche Finanzmittel aus den Philippinen ab. Der Börsenindex brach ein und fiel Anfang März auf einen neuen Tiefstand, eineinhalb Jahre nach der überwunden geglaubten Finanzkrise in Asien. Von Anfang Januar fiel der Index von 2150 auf unter 1600 Punkte Mitte März. Die Börse in Manila musste wegen der Turbulenzen zeitweilig geschlossen werden. Rücktritte von Mitgliedern der Börsenaufsichtsbehörde folgten.
Der Vertrauensverlust gegenüber dem Finanzplatz Manila und dem Wirtschaftsstandort Philippinen ist enorm. Dringend benötigte Investitionen für die Entwicklung des Landes bleiben weiterhin aus. Im Gegenteil: Finanzmittel werden verstärkt aus dem Land abgezogen. Als weitere Konsequenz aus den Devisenabflüssen verliert der bisher relativ stabile Peso langsam gegenüber dem Dollar an Wert.
Die Philippinen kommen nicht aus den negativen Schlagzeilen: Durch die Versuche eines engen Vertrauten des Präsidenten, sich durch Manipulationen an der Börse zu bereichern, wird das Image des Landes verschlechtert. Durch die Interventionen des Präsidenten des Landes, diese Manipulation zu decken, erleidet der Finanzplatz Manila weiteren erheblichen Schaden. Dringend benötigte ausländische Investitionen werden in einem solchen Klima der Unsicherheit und des Betruges weiter auf sich warten lassen.
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