Am 10. Mai 2025 fand in der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld in Norden der Denktag „Geschichte eines ungestümen Herzens“ statt. Die Veranstaltung wurde von der Münsteraner Schauspielerin und Sprecherin Anja Bilabel gestaltet. In einem Hörstück beleuchtete sie das Leben und Wirken deutschsprachiger Autorinnen, die unter den Nationalsozialisten aufgrund ihrer jüdischen, marxistischen oder pazifistischen Überzeugungen verfolgt wurden. Bilabel wurde dabei musikalisch von der Flötistin Hanne Feldhaus begleitet.
Der Pastor eröffnete den Abend und trug mit einführenden Worten zur Bedeutung des Denktages bei. Anschließend zog Anja Bilabel sofort die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich. Mit den Worten „Den Faschismus habe ich immer gehasst“ von Inge Mülle eröffnet sie das Hörstück und lässt die Hörer eintauchen in die düstere Realität der Schriftstellerin. Inge Mülle verlor ihre Eltern bei einem Luftangriff und war selbst drei Tage unter den Trümmern verschüttet. Es folgten Werke wie „Ich höre das Herz des Oleanders“ und „Mein Sohn“ von Rose Ausländer. Bilabel berichtete über Ausländer, die mit schmerzen nach Amerika auswanderte, lange Zeit überwand sich die Schriftstellerin nicht, auf Deutsch zu schreiben. Der erste Teil des Programms endete mit „Endphase“ von Johanna Moosdorf, deren Werk fortschrittliche Frauenfiguren und den noch wenig aufgearbeiteten Faschismus im Alltagsleben thematisierte.
Im zweiten Teil der Veranstaltung knüpften Gedichte wie „Schlaf webt das Atemnetz“ von Nelly Sachs und „Wir Juden“ von Gertrud Kolmar an. Bilabel verdeutlicht insbesondere die Bedeutung Kolmars Werke als Liebeserklärung an das jüdische Volk. In dem Gedicht „Wir Juden“ identifizierte sich Kolmar mit ihrem Volk und ermutigte dazu, nicht an Verachtung zu zerbrechen. Der Abend endete mit Texten von Mascha Kaléko wie „Im Exil“ und von Johanna Moosdorf „Wort“. Die begleitenden Texte zeichneten ein lebendiges Bild der Autorinnen, reflektierten ihre Liebe zur Literatur und ihre Leidenschaft für das Schreiben. Die musikalische Begleitung durch die Flötistin Hanne Feldhaus verlieh dem Abend eine zusätzliche künstlerische Dimension und unterstrich die Atmosphäre der Gnadenkirche.
Der Pastor beendete die Veranstaltung durch mitfühlende Worte und einem Hinweis auf die Bedeutung der Sprache. Man soll Achtsam sein, gegenüber der Kraft der Worte. Zahlreiche Besucher aus der Region nahmen an der Veranstaltung teil, die in einer bewegenden Atmosphäre des Gedenkens und der Würdigung der Autorinnen endete. Die Veranstaltung bot den Besuchern nicht nur eine informative und berührende Auseinandersetzung mit der Literaturgeschichte während der NS-Zeit, sondern regte auch zu einer vertieften Reflexion über das Erbe der verfolgten Autorinnen an.
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